Wie beeinträchtigt fehlender Schlaf deine Laune?

12. April 2016 en Psychologie 25 Geteilt

Wenn wir nicht so viel Schlaf bekommen, wie wir brauchen, dann erscheint uns das Leben auf einmal so, als befänden wir uns in einem Videospiel. Als Folge davon können wir das Gefühl bekommen, dass unsere Welt langsam zerbröselt, während wir uns gleichzeitig weder bewegen noch etwas dagegen tun können.

Fast alle von uns sind einmal durch Zeiten gegangen, in denen wir nicht genug Schlaf bekommen haben. Dies kann daran liegen, dass wir entweder dem Schlaf nicht genügend Stunden eingeräumt haben oder weil wir das Gefühl hatten, nicht richtig ausruhen zu können.

Es kann ein Zeichen für nicht regenerativen Schlaf sein, wenn wir uns über seine fehlende Qualität beklagen oder nach dem Aufstehen weiter müde sind, obwohl wir genügend Stunden geschlafen haben.

Wie wir sehen werden, ist die Annahme, dass wir 8 Stunden am Tag schlafen sollen, sehr relativ, und trifft nicht auf jeden zu. Das heißt, dass jeder eine andere Form des Schlafs und der Entspannung braucht. Lasst uns etwas mehr darüber lernen.

Mondgesichter

Wie kann man gewöhnliche Abweichungen beim Schlaf von Schlafstörungen unterscheiden

Wie sollten wissen, dass die Anzahl der Stunden, die jeder von uns an Schlaf benötigt, stark voneinander abweichen. Es kann sein, dass einer nicht mehr als 5 Stunden Schlaf am Tag braucht, während andere Menschen wiederum 10 Stunden schlafen müssen, um sich ausgeruht zu fühlen.

Die „Kurzschläfer“ sind in der Regel über ihre Schlafdauer besorgt. Doch anders als es bei Menschen mit Schlafstörungen der Fall ist, haben sie keine Schwierigkeiten damit, einzuschlafen oder durchzuschlafen. Als Folge davon leiden diese Menschen nicht an Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Reizbarkeit.

Jedoch können Kurzschläfer, wenn sie sich mal etwas länger ausruhen wollen, sich für Stunden im Bett herumwälzen und ähnliche Schlafmuster entwickeln wie Menschen mit Schlafstörungen. Dies erzeugt ganz offensichtlich ein Gefühl fehlender Qualität und Quantität des Schlafes.

Auf gleiche Weise variiert die Quantität und Qualität des Schlafes auch mit fortschreitendem Alter, und wird oft mehr und mehr unbefriedigend. Gleichzeitig können wir uns auch in schwierigen Lebenssituationen wiederfinden, die uns daran hindern, entspannt die Augen zu schließen.

Wie wir sehen, sind all diese Situationen an sich kein Problem, jedoch können sie durchaus ein Vorspiel für die Entwicklung unangenehmer und beängstigender Symptome sein.
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Was zeigt uns, dass wir keinen regenerativen Schlaf bekommen

Wie wir bereits gesagt haben, sind Beschwerden durch fehlenden regenerativen Schlaf sehr häufig. Es gibt immer wal wieder Zeiten, in denen wir uns wegen unserer Schlafbedingungen erschöpft, verängstigt und unbefriedigt gefühlt haben.

Da wir wissen, dass unser Körper den Schlaf dazu nutzt, um sich zu organisieren und zu reparieren, kann man sich leicht vorstellen, dass Schlafmangel schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Schauen wir uns einige davon an:

Reizbarkeit

Dies ist eine der Folgen von Schlafmangel, die sich am deutlichsten bemerkbar macht. Wenn wir nicht genug geschlafen haben, dann fühlen wir uns so überwältigt, dass uns die Welt nicht mehr zum Aushalten erscheint.

Dadurch fangen wir an, auf alles in unserer Umgebung aggressiv zu reagieren, uns selbst eingeschlossen. Das Meiste, was in unserer Umgebung passiert, regt uns auf und selbst das kleinste Etwas führt bei uns zu übertriebener Gereiztheit. Das Schlimmste von allem ist das Gefühl, dies alles nicht kontrollieren zu können.

Müdigkeit und ein depressive Laune

Fehlender regenerativer Schlaf hat unheilvolle Folgen für unsere Laune. Müdigkeit und fehlende mentale Entspannung führen dazu, dass wir uns zutiefst traurig und unfähig fühlen, unseren täglichen Aufgaben nachzugehen.

Dies wiederum sorgt dafür, dass wir die Freude und Lust am Leben verlieren, unser Selbstwertgefühl beeinträchtigt wird und wir uns keine neuen Projekte ausdenken. Als Folge davon entwickeln wir eine Einstellung zum Leben, die von Selbstaufgabe und Mutlosigkeit geprägt ist.
Gleichzeitig kann Müdigkeit sogar Halluzinationen und merkwürdige Wahrnehmungsstörungen unserer Sinne hervorrufen, in dem, was wir hören, sehen und fühlen.
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Emotionale Labilität

Wie wir bereits vorgetragen haben, erschwert uns fehlender Schlaf, die Kontrolle über unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten zu behalten. In diesem Sinne hindert uns emotionale Labilität daran, mit unseren Emotionen umzugehen und als Folge davon fühlen wir uns wie auf einer ständigen Achterbahnfahrt.

So kann es dazu kommen, dass wir plötzlich weinen möchten, um danach wieder zu lachen, oder uns einfach vor einer Welt verstecken wollen, der wir uns für eine unbestimmte Zeit nicht stellen wollen.

Fehlende mentale Agilität

Unsere Aufmerksamkeit und Konzentration nehmen in unvorstellbaren Maße ab. Wenn wir müde sind, sind wir nicht fähig, uns auf irgendetwas zu konzentrieren oder klar zu denken. Dadurch fühlen wir uns in großem Maße durcheinander und unfähig, unsere Aufgaben aufgrund unserer fehlenden Klarheit durchzuführen.

Man spricht von einem brummendem Schädel, wenn man Schwierigkeiten hat, auf geordnete Weise zu denken. Dieser Verwirrung liegt keine Fehlfunktion zu Grunde, sondern sie ist ein Gefühl, das wieder abnimmt, wenn wir uns richtig ausruhen.

Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Wie zu erwarten hindert uns fehlende Konzentration daran, unsere Umwelt richtig zu verstehen. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass auch unser Verhalten und unsere Gedanken fehleranfälliger werden, wenn wir nicht gut schlafen.

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Wenn die Schlafschwierigkeiten oder schlechte Qualität des Schlafes für eine lange Zeit bestehen, dann kann dies zu noch schwerwiegenderen Problemen führen, wie etwa einer schweren Depression, Bluthochdruck und sogar einem Herzinfarkt, zu häufigerem Fehlen und geringerer Produktivität am Arbeitsplatz, geringerer Lebensqualität und ökonomischen Problemen.

Lerne, besser zu schlafen

Es ist für gutes Ausruhen unabdinglich, die Bedürfnisse unseres Körpers und unseres Geistes zu kennen. Aus diesem Grund besteht unsere Aufgabe darin, zu analysieren, welche Gewohnheiten wir vor dem Zubettgehen haben und auf welche Weise sie unseren Schlaf beeinträchtigen.

Für besseren Schlaf ist es nötig, dass wir bestimmte Routinen einhalten. Wiederholen wir einige der Ratschläge, die uns von Psychologen gegeben werden:

– Mindestens 6 Stunden vor dem Schlafengehen kein Koffein aufnehmen.

– Mindestens 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen weder rauchen noch Alkohol trinken.

Keine übermäßige körperliche Anstrengung direkt vor dem Schlafengehen.

– Keine große Mengen an Nahrung und/oder Flüssigkeit vor dem Schlafengehen aufnehmen.

– Nicht essen, wenn wir nachts aufwachen.

– Für eine angenehme Raumtemperatur sorgen (nicht mehr als 23°) und Licht- und Geräuschquellen in unserem Schlafzimmer reduzieren.

– Nicht hungrig ins Bett gehen.

– Nicht auf einer sehr harten Matratze schlafen.

– Nicht zu viel Mittagsschlaf halten.

– Den Wecker etwas früher stellen, um so Nervosität zu verhindern.

– Nur dann ins Bett gehen, wenn man auch müde ist.

– Wenn wir nach 15-20 min. nicht einschlafen, dann ist es besser, wieder aufzustehen und irgendeiner ruhigen Beschäftigung nachzugehen, um sich dann wieder schlafen zu legen, wenn man müde ist.

– Regelmäßig etwa zur gleichen Uhrzeit ins Bett gehen und sich nur zum Schlafen oder zum Geschlechtsverkehr ins Bett legen.

Wenn wir auch trotz der Befolgung all dieser Ratschläge weiterhin Schwierigkeiten mit dem Schlafen haben, dann sollten wir einen Spezialisten zu Rate ziehen, der uns dabei hilft, unser Problem zu lösen. Erinnern wir uns daran: „Wenn man sich schlafen lässt, dann lässt man sich auch leben.“  Geben wir unserer körperlichen Entspannung die Hauptrolle, die sie in unserem Leben verdient hat.

Bildmaterial von Salvador Dalí, Valentina Photos, Bruneiwska und natalia_maroz

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