Wie 7 berühmte Philosophen Glück definieren

Philosophen aller Zeiten haben versucht, Glück zu definieren. Wir lassen in unserem heutigen Artikel einige Denker zu Wort kommen, um besser zu verstehen, was Glück ist. 
Wie 7 berühmte Philosophen Glück definieren

Letzte Aktualisierung: 30. Dezember 2021

Glück ist schwer zu definieren, denn das Glück des Mystikers hat wenig mit dem des Machtmenschen oder dem Alltagsglück zu tun, das viele von uns suchen. Wir lassen in unserem heutigen Artikel berühmte Philosophen zu Wort kommen, die ihre Definition von Glück erklären.

“Alle Sterblichen sind auf der Suche nach Glück, ein Zeichen, dass keiner von ihnen es hat.”

Baltasar Gracián

Wie berühmte Philosophen Glück definieren

1. Aristoteles und das metaphysische Glück

Wie berühmte Philosophen Glück definieren 

Für den bedeutenden Metaphysiker Aristoteles ist Glück das höchste Streben aller Menschen. Der Weg dorthin ist seiner Meinung nach die Tugend. Der Meister erinnert daran, dass es sich nicht um einen Zustand, sondern um eine Lebensweise handelt. Wir müssen uns ständig darin üben, das Beste zu tun. Außerdem ist es wichtig, einen umsichtigen Charakter und einen guten persönlichen Daimon (Geisteswesen der Schicksalsbestimmung) zu kultivieren.

Aristoteles bezeichnet die Eudaiomonie als Endziel jeder Handlung. Wir müssen auf unserem Weg immer Gutes anstreben, um schließlich dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, den Gemütszustand des Glücks. Auch die christliche Kirche baut auf diesen Gedanken auf.

2. Berühmte Philosophen über Glück: Epikur und das hedonistische Glück

Epikur zählt zu den bedeutenden griechischen Philosophen. Im Gegensatz zu den Metaphysikern glaubte er nicht, dass das Glück nur in der geistigen Welt entsteht. Er hielt auch irdische Dimensionen für wichtig und gründete die “Schule des Glücks”.

Epikur betonte, dass Ausgeglichenheit und Mäßigung zum Glück führen. Dieser Ansatz ist auch in einem seiner bekanntesten Zitate zu erkennen:

“Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.”

Er dachte, dass Liebe wenig mit Glück zu tun hat, aber Freundschaft schon. Epikur betonte auch, dass man nicht arbeiten sollte, um Besitztümer zu erwerben, sondern aus Liebe zur Arbeit.

3. Kant und das Glück als Pflicht

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant vertrat die Ansicht, dass das Glück eine der höchsten Pflichten des Menschen ist. Diesem Philosophen zufolge beruht das Glück auf unserem Charakter und der Ethik, mit der wir unser Verhalten steuern. Mit anderen Worten: Glück ist eine Verpflichtung, aber gleichzeitig müssen wir uns durch unser Handeln würdig machen, es zu verdienen.

“Glück ist mehr als ein Wunsch, eine Freude oder eine Wahl, es ist eine Pflicht”.

4. Berühmte Philosophen über Glück: Nietzsche und die Kritik des Glücks

Nietzsche und die Kritik des Glücks

Nietzsche war überzeugt davon, dass sich nur mittelmäßige Menschen ein ruhiges und sorgenfreies Leben wünschen, da sie dem Leben keinen größeren Wert beimessen. Der Philosoph verglich die Konzepte “Glückseligkeit” und “Glücks”. Glückseligkeit bedeutet Wohlbefinden, da die Umstände günstig sind, Glück ist jedoch ein flüchtiger Zustand.

Glückseligkeit ist seiner Meinung nach eine Art “Idealzustand der Faulheit“, ein Zustand ohne Sorgen. Glück hingegen ist Lebenskraft, Kampfgeist gegen Hindernisse, die unsere Freiheit und Selbstbestätigung einschränken. Glücklich sein bedeutet also, die Lebenskraft unter Beweis zu stellen und Widrigkeiten zu überwinden.

5. Berühmte Philosophen über Glück: Bertrand Russell und das Glück in Liebe und Dankbarkeit

Für Bertrand Russell, den britischen Philosophen und Nobelpreisträger für Literatur (1950), kann Glück nur durch die Erfahrung von Liebe und Dankbarkeit erreicht werden. Die Liebe, so der Autor, ermöglicht es uns, Ego und Eitelkeit zu überwinden. Indem wir uns gegenseitig als gleichwertig anerkennen, können wir glücklich werden.

“Von allen Formen der Vorsicht ist die Vorsicht in der Liebe vielleicht die tödlichste für das wahre Glück.”

Natürlich ist dieser Weg zum Glück mühsam, erfordert Arbeit, Hingabe und Engagement. Niemand kann das Glück ohne Anstrengung erreichen, denn es ist eine ständige Aufgabe, den Egoismus hinter sich zu lassen und solidarisch zu sein.

6. José Ortega y Gasset und das Glück als Zusammenfluss

Für Ortega y Gasset entsteht Glück, wenn “das projizierte Leben” und “das effektive Leben” zusammenfallen. Das heißt, wenn das, was wir sein wollen, mit dem übereinstimmt, was wir in Wirklichkeit sind.

“Wenn wir uns fragen, worin dieser ideale Gemütszustand, der Glück genannt wird, besteht, finden wir leicht eine erste Antwort: Glück besteht darin, etwas zu finden, das uns vollkommen befriedigt.

Aber genau genommen fragt uns diese Antwort nur, worin dieser subjektive Zustand der vollständigen Zufriedenheit besteht. Andererseits, welche objektiven Bedingungen etwas haben muss, um uns zu befriedigen”.

Alle Menschen haben das Potenzial und den Wunsch, glücklich zu sein. Das bedeutet, dass jeder von uns die Realitäten definiert, die uns glücklich machen können. Wenn wir diese Realitäten wirklich konstruieren, dann erreichen wir Glück.

7. Berühmte Philosophen über Glück: Slavoj Zizek und das Glück als Paradox

Dieser Philosoph weist darauf hin, dass Glücklichsein eine Frage der Meinung und nicht der Wahrheit ist. Er sieht sie als ein Produkt kapitalistischer Werte, die implizit ewige Befriedigung durch Konsum versprechen.

In den Menschen herrscht jedoch Unzufriedenheit, weil sie nicht wirklich wissen, was sie wollen. Jeder glaubt, dass er glücklich sein kann, wenn er etwas erreichen kann (etwas kaufen, seinen Status erhöhen usw.). Aber in Wirklichkeit wollen wir unbewusst etwas anderes und sind deshalb immer unzufrieden.

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