Widerstand gegen Veränderung ist schlimmer als Veränderung selbst

· 2. Februar 2019

Warum haben wir Angst vor Veränderung, obwohl das Leben davon geprägt ist? Sie ist das einzig Konstante. Da können wir sicher sein. Wir sind nicht die gleiche Person, die wir gestern waren, und egal wie sehr wir uns auch bemühen, wir sind nicht dieselbe Person, die wir morgen sein werden.

Eine Ansammlung von Umständen führt dazu, dass dieser Wandel stattfindet, auch wenn wir es nicht merken. Deshalb müssen wir aufhören, uns vor Veränderung zu fürchten. Sich Neuerungen zu widersetzen ist nicht die Art und Weise, wie wir unser Leben leben sollten. Warum neigen wir aber dazu, zu denken, dass früher alles besser gewesen wäre?

EIn Mann steht an einer Wegkreuzung im Wald.

Die Vergangenheit zu idealisieren ist eine unserer Gewohnheiten. Es ist im Wesentlichen das Ergebnis dessen, dass wir negative Eindrücke tendenziell eher vergessen und uns auf die positiven konzentrieren. Deshalb erinnern wir uns normalerweise nur an das Gute in unserer Kindheit. Wenn wir uns in einem Moment der Sorge und Verzweiflung befinden, werden wir höchstwahrscheinlich das, was wir erleben, mit bisherigen Erfahrungen, von denen wir glauben, dass sie einfacher gewesen wären, vergleichen.

Unser Gedächtnis ist diesbezüglich unzuverlässig. In der Tat haben Erinnerungen eine sensible Periode, in der sie unter dem Einfluss neuer Ereignisse modifiziert werden können. Schließlich versüßen wir sie, um sie immer dann als Vergleichsmodell zu verwenden, wenn uns etwas passiert, was eher einen bitteren Geschmack hinterlässt.

„Veränderung beginnt am Ende deiner Komfortzone.“

Roy T. Bennett

Wenn wir das eben Besprochene berücksichtigen, scheint die Annahme nicht weiter verwunderlich, dass unser Gehirn darauf ausgelegt sei, sich vor guten und schlechten Veränderungen zu fürchten. Dies bedeutet, dass sich das Gehirn gern sicher fühlt, während jede Veränderung oder neue Erfahrung dazu führt, dass es seine Komfortzone verlassen muss – was schließlich ein Gefühl von Angst provoziert. Es ist also logisch, dass unser Geist Veränderung kritisch beäugt, nicht wahr?

Auf der anderen Seite kann der Überschuss an Adrenalin, den wir produzieren, um Veränderungen zu begegnen, das Gehirn verwirren und dazu führen, dass die Neuerungen mit Gefühlen von Misstrauen oder Wut in Verbindung gebracht werden. Wir müssen uns jedoch darüber im Klaren sein, dass diese chemische Aktivierung uns bei der Vorbereitung und Bewältigung von Herausforderungen hilft. 

Ändere dich, wenn du die Gelegenheit dazu hast

Der Schriftsteller, Dichter und Philosoph Henry David Thoreau hat diesbezüglich eine präzise Aussage getroffen: Die Dinge ändern sich nicht, wir ändern uns. Der Fluss des Lebens beeinflusst uns und verwandelt uns in gewisser Weise. Je früher wir das akzeptieren, desto einfacher wird es, die Veränderungen, auf die wir stoßen, für uns zu nutzen. Auf diese Weise bleiben wir nicht in der Vergangenheit oder in der Illusion der Zukunft stecken. Wir konzentrieren uns endlich darauf, in der Gegenwart zu leben.

Eine Frau sieht sich den Sonnenuntergang an.

Wir sind nicht die gleiche Person, die wir gestern waren. Auch die Menschen, die wir lieben, sind nicht die gleichen. Wir alle befinden uns in ständigem Wandel. Es ist erstaunlich, zu erkennen, dass wir unsere Lieben, egal wie sehr sie sich verändern, trotzdem schätzen – ganz egal, was passiert. Dasselbe sollten wir mit uns machen.

Widerstand gegen Veränderung ist eine Schwäche

Unsere psychische Gesundheit hängt von unserer Fähigkeit, uns zu entwickeln und an die Umstände anzupassen. Wenn wir uns an Modellen und primitiven Schemata festklammern, sammeln wir nur noch mehr Kummer. Daher sollten wir uns Veränderung nicht widersetzen, sondern aus unseren Erfahrungen lernen und uns an ihnen orientierend ändern.

Widerstand gegen Veränderung zeigt unseren Wunsch, in unserer Komfortzone zu bleiben, in der wir uns unseren Ängsten nicht stellen müssen. Veränderung hingegen erfordert, dass wir uns der Unsicherheit und dem Wissen, dass wir uns ängstlich und unsicher fühlen werden, aussetzen.

Auf der anderen Seite können wir unter Widerstand gegen Veränderung die Verantwortung für unsere Probleme nur schwer übernehmen. Stattdessen ziehen wir es vor, andere für begangene Fehler verantwortlich zu machen. Das ist zwar viel einfacher, als uns selbst mit unseren Problemen zu beschäftigen – gleichzeitig hält es uns jedoch davon ab, uns zu entwickeln.

„Das Geheimnis des Wandels besteht darin, dich auf all deine Energie zu konzentrieren, nicht auf den Kampf gegen das Alte, sondern auf das Erschaffen von Neuem.“

Sokrates