Wetterphobie: Was ist das?

Die häufigsten Phobien beziehen sich auf Tiere, Höhen oder geschlossene Räume, aber es gibt auch Menschen, die Angst vor bestimmten meteorologischen Phänomenen haben.
Wetterphobie: Was ist das?
José Padilla

Geschrieben und geprüft von dem Psychologen José Padilla.

Letzte Aktualisierung: 05. November 2022

Es gibt verschiedene Arten von spezifischen Phobien, unter anderem Tierphobien oder situationsbedingte Phobien (Klaustrophobie, Umweltphobien usw.), einschließlich Phobien im Zusammenhang mit meteorologischen Phänomenen. Manche Menschen haben Angst vor Blitzen und Donner, unabhängig davon, ob sich diese Phänomen in der Nähe oder in der Ferne abspielen. Andere geraten bei dichtem Nebel, der die Sicht auf ein Minimum reduziert, in Panik. Wir sprechen heute über diese Angststörung, die als Wetterphobie bekannt ist.

In der Regel haben Menschen, die unter einer Wetterphobie leiden, widrige Wettersituationen erlebt, die sie geprägt haben. Die Tatsache, dass sich ein ähnliches Ereignis wiederholen könnte, löst Angstgefühle aus.

Frau mit Wetterphobie
Die Wetterphobie löst bei Phänomenen wie Blitz und Donner irrationale und übertriebene Angst aus. 

Was ist eine Wetterphobie?

Menschen mit einer Wetterphobie erleben irrationale und übermäßige Angst davor, bestimmten Wetterbedingungen ausgesetzt zu sein. Das führt dazu, dass die Betroffene versuchen, Situationen oder Orte, an denen diese Zustände auftreten können, so weit wie möglich zu vermeiden.

Diese Art von Phobie hat wie jede spezifische Phobie die folgenden Merkmale:

  • Ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation löst fast immer sofortige Angst aus.
  • Die phobische Situation wird aktiv und dauert mindestens 6 Monate lang.
  • Außerdem entspricht die erlebte Furcht nicht der tatsächlichen Gefahr, die von dem Objekt oder der Situation ausgeht.
  • Die Phobie beeinträchtigt soziale, berufliche oder anderen wichtige Bereiche.
  • Die Symptome können nicht durch eine andere psychiatrische Störung erklärt werden, wie z. B. Zwangsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Trennungsangst oder soziale Ängste.

Über die Ätiologie der Wetterphobie ist wenig bekannt. Die verbreitetste Theorie ist die klassische Konditionierung, das bedeutet, dass die normale Reaktion durch ein intensives Erlebnis zu einem neuen Verhaltensmuster führt, das sich durch irrationale Angst äußert.

Die Wetterphobie und ihre Symptome

Betroffene sind an folgenden Symptomen zu erkennen:

  • Übermäßige Angst, Nervosität und Unruhe bei bestimmten Wetterbedingungen
  • Vermeidung von Situationen, in denen es zu bestimmten meteorologischen Phänomenen kommen könnte

Menschen mit einer Wetterphobie können körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwitzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Benommenheit, Zittern oder Übelkeit aufweisen.

Außerdem können sie an folgenden kognitiven Symptomen leiden: negative Bilder und Überzeugungen, der Glaube, gefürchtete Situation nicht ertragen zu können, negative Interpretationen über physiologische Reaktionen, aufdringliche Gedanken, Sorgen und Alarmzustände.

Phobien können eine ganze Reihe von Symptomen auslösen, die Betroffene sogar in verschiedenen Lebensbereichen behindern können: sozial, familiär, beruflich, intrapersonell…

Arten von Wetterphobien

Es gibt verschiedene Arten von Wetterphobien. Wir stellen einige davon vor:

  • Anemophobie: Angst vor Wind oder Luftzügen
  • Aklophobie: Angst vor der Dunkelheit
  • Auroraphobie: Angst vor Polarlichtern
  • Brontophobie: Angst vor Donner
  • Ceraunophobie: Angst vor Gewitter
  • Eosophobie: Angst vor der Dämmerung oder vor Tageslicht
  • Photophobie: Angst vor Licht
  • Heliophobie: Angst vor der Sonne
  • Hydrophobie: Angst vor Wasser
  • Homichlophobie: Angst vor Nebel oder Dunst
  • Hygrophobie: Angst vor Feuchtigkeit
  • Lilapsophobie: Angst vor Tornados und Wirbelstürmen
  • Meteorophobie: Furcht vor Meteoriten
  • Misophobie: Angst vor Ansteckung mit Schmutz und Keimen
  • Nephophobie: Angst vor Wolken
  • Noctiphobie: Angst vor der Nacht
  • Ombrophobie: Angst vor Regen
  • Ouranophobie: Angst vor dem freien Himmel
  • Psychrophobie: Angst vor Kälte
  • Chionophobie: Angst vor Schnee
  • Thermophobie: Angst vor Hitze
  • Selenophobie: Angst vor dem Mond
  • Nebulaphobie/Homichlophobie: Angst vor Nebel

Unabhängig von der Art der Wetterphobie kann eine Person lernen, damit umzugehen. 

Die Behandlung der Wetterphobie

Eine psychologische Therapie kann der betroffenen Person helfen, die Phobie zu überwinden. In der Regel kommen die Expositionstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie zum Einsatz.

  • Expositionstherapie: Diese Therapie konzentriert sich darauf, die Art und Weise zu ändern, wie die Person auf die gefürchtete Situation reagiert. Die schrittweise und wiederholte Auseinandersetzung mit der Quelle der spezifischen Phobie und den damit verbundenen Gedanken, Gefühlen und Empfindungen kann der Person helfen, die Angst zu bewältigen. Die Live-Exposition besteht aus dem direkten Kontakt mit dem angstauslösenden oder unangenehmen Reiz. Der grundlegende Hinweis ist, mit dem gefürchteten Stimulus in Kontakt zu bleiben, bis die Angst nachlässt.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Sie beinhaltet die Exposition in Kombination mit anderen Techniken, um zu lernen, wie man die Wetterlage, die die Angst verursacht, anders betrachten und bewältigen kann.
  • Medikamente: Die Psychotherapie ist in der Regel bei der Behandlung bestimmter Phobien erfolgreich. Manchmal können jedoch Medikamente helfen, die Angst- und Paniksymptome der Betroffenen zu reduzieren.
Mann mit Wetterphobie
Die Expositionstherapie ist eine der wirksamsten Methoden zur Behandlung von Wetterphobien.

Bewältigungsstrategien

Zusätzlich zu einer Psychotherapie sind folgende kleinen Tipps für den Alltag hilfreich:

  • Vermeide angstauslösende Situationen nicht. Versuche, dich ihnen möglichst oft zu stellen und werde dir bewusst, dass deine Ängste irrational sind.
  • Übe die in der Therapie erlernten Techniken und entwickle gemeinsam mit dem Therapeuten einen Plan für den Fall, dass sich die Symptome verschlimmern.
  • Suche Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe.
  • Kümmere dich um deine geistige und körperliche Gesundheit. Ruhe dich aus, iss gesund und versuche, jeden Tag körperlich aktiv zu sein.

Unbehandelte Phobien können den Alltag stark beeinflussen, deshalb solltest du dich unbedingt fachärztlich behandeln lassen, um deine Lebensqualität zu bewahren.

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