Wer die ganze Zeit redet, verpasst die wunderbare Gelegenheit, zuzuhören

· 30. Juni 2017

Jeder von uns hat Bekannte, die unentwegt reden. Es scheint so, als wären diese Personen Wächter des Schweigens und würden sofort eingreifen, wenn sich ein Moment der Ruhe nähert. Wenn du mit diesen Menschen zusammen im Auto bist, ist es so, als würdest du Radio hören. In kürzester Zeit erfährst du, was an diesem Tag in deinem Bekanntenkreis passiert ist, was es Neues im Fernsehen gibt, dir werden Ereignisse aus deinem sozialen Umfeld und politische Nachrichten zugetragen.

Im Gegensatz zu dir – einem Mensch, der der Meinung ist, dass viele Gesprächsthemen schlüpfrig sind und man nicht mit jedem darüber reden sollte – hat diese Art von Mensch überhaupt kein Problem damit, über die unterschiedlichsten Themen zu reden. Und diese Personen reden nicht nur, sie leben diese Art zu sein und sind so eloquent, dass sie mit jedem professionellen Redner mithalten könnten.

Menschen, die nichts für sich behalten können

Du bist dir darüber im Klaren, dass sich diese Menschen als ein perfekter Lautsprecher eignen, wenn du möchtest, dass sich Informationen wie ein Lauffeuer verbreiten. Dahinter steckt für gewöhnlich keine böse Absicht; sie neigen nur eher dazu, erst zu reden und dann zu denken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir in Gegenwart solcher „Redner“ schon manchmal bei uns gedacht haben, dass wir im Erdboden versinken möchten, oder wir haben denjenigen in Gedanken angefleht, dieses oder jenes bloß nicht auszuplaudern. In solch einem Moment können wir zwar einen subtilen Hinweis geben oder diese Person unterm Tisch treten, aber normalerweise ist es dann schon zu spät und es ist unmöglich, das Ruder noch herumzureißen.

Unter den „Quasselstrippen“ gibt es zwei Gruppen von Menschen zu unterscheiden: zum einen diejenigen, die mit etwas Geduld zu ertragen und sogar manchmal ganz unterhaltsam sind, und zum anderen gibt es diejenigen, die einfach absolut unerträglich sind. Aber beide Gruppen zeichnen sich für gewöhnlich durch einen exzentrischen Pessimismus aus. Das ist daran zu erkennen, dass sie in ihren Reden hauptsächlich Kritiken und pessimistische Gedanken äußern, sowohl in Bezug auf ihre eigene Zukunft als auch auf die anderer. Sie lieben es, Katastrophen heraufzubeschwören.

Welche Art von Mensch verbirgt sich hinter einer „Quasselstrippe“?

Sie reißen Themen sehr oberflächlich an und sprechen häufig sehr monoton, sodass das für uns anstrengender ist als ein intensives Workout. Das Positive daran ist, dass man sich mit der Zeit daran gewöhnt, sowie an die Lautstärke in einer Diskothek: Am Anfang kommt sie einem sehr intensiv vor, das lässt dann nach, und erst wenn wir die Disko verlassen, fällt uns auf, welcher Intensität an Worten und Geräuschen wir ausgesetzt waren. Unsere Ohren sind dann schon so taub, dass sie uns dafür danken, dass wir dieser Situation entkommen sind.

Es gibt einige Eigenschaften, die diese Personen gemein haben. Beispielsweise, dass sie selbst nicht zuhören können. Wenn sie aufhören, zu sprechen, denken sie schon gleich an das nächste, das sie sagen werden, und sie sagen es unabhängig davon, ob wir uns auch gern mitteilen möchten. In Gedanken gehen sie einen Weg entlang und von diesem kommen sie nicht ab, so gern ihr Gesprächspartner auch etwas sagen möchte. Daneben haben sie Angst davor, das zu vergessen, woran sie gedacht haben, oder dass sie den roten Faden ihrer eigenen Geschichte verlieren, sodass sie uns unterbrechen, wenn wir aus ihrer Sicht zu weit ausholen.

Auf der anderen Seite funktioniert dieser Überfluss an Worten aber oftmals auch wie ein Verteidigungsmechanismus. Die Person möchte also nicht, dass die Konversationsthemen gewechselt werden und sie über Themen sprechen müssen, die sie nicht behandeln möchten. So wird die Sprache dazu benutzt, um zu versuchen, die Aufmerksamkeit der Gesprächspartner auf oberflächlichere Themen zu lenken, wie zum Beispiel, was jemand anderes gemacht oder unterlassen hat, der in diesem Moment nicht anwesend ist.

Auch wenn wir dieser Gruppe von Menschen nicht angehören, die unentwegt reden, haben wir diesen Abwehrmechanismus doch alle schon einmal verwendet, sei es mit oder ohne Erfolg. In der Tat ist es so, dass wir damit bereits im Kleinkindalter beginnen, da er uns in einem bestimmten Moment als Strategie dienen kann, um einem Streit auszuweichen.

Menschen, die viel reden, hören anderen nur selten wirklich zu. Aus diesem Grund fällt es ihnen für gewöhnlich schwer, empathisch zu sein oder tiefgründige Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Das ist paradox, da sie oft nicht verstehen, wieso sie nur so schwierig mit anderen eine Verbindung aufbauen können, da sie sich doch für sehr gesellig halten.

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