Wenn es schwerfällt, anderen zu vertrauen

· 15. Juli 2016

Die Fähigkeit, zu vertrauen, ist ein bedeutender Bestandteil unseres Lebens. Und es ist nicht nur wichtig, anderen zu vertrauen, sondern auch uns selbst. Aber manchen Menschen fällt es nicht gerade leicht, auf ihre Mitmenschen zu bauen, besonders dann nicht, wenn sie jemanden neues kennenlernen. Denn es entsteht eine wahrhafte Vertrauenskrise, wenn die Angst da ist, sich auf andere zu verlassen. Das heißt aber gleichzeitig auch, dass es ein Vertrauensproblem mit der eigenen Person gibt.

Wie wir wieder lernen, anderen zu vertrauen

– Zuallererst musst du das Bedürfnis, deinen Mitmenschen erneut zu vertrauen, anerkennen. Es gibt Menschen, die fälschlicherweise glauben, dass sie in ihrem Leben keine engen Bindungen benötigen würden. Aber das ist ein Trugschluss. Wir Menschen brauchen uns gegenseitig und den sozialen Kontakt untereinander, denn sonst wäre unser Leben sehr leer.

Umgib dich mit Personen, die dir vertrauenswürdig erscheinen. Denn es gibt immer jemanden, auf den du dich verlassen kannst. Du musst diesen Menschen jetzt nur noch finden.

– Du musst verstehen, dass ein einzelner Mensch nicht all deine Bedürfnisse befriedigen kann. Was wirklich zählt, ist, dass all deine Bedürfnisse mithilfe des Vertrauens in verschiedene Personen mit unterschiedlichen Interessen gedeckt werden.

Begib dich auf die Suche nach Menschen, die es wert sind, ihnen Vertrauen zu schenken und die ihre Mitmenschen gut behandeln. Wenn es eine Person in deinem Umfeld gibt, die nur allzu gern intime Details aus dem Leben eines anderen preisgibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser jemand auch dein Vertrauen missbrauchen wird. Aber wenn jemand nie schlecht von anderen redet, dann wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht vor anderen über dich herziehen.

– Triff Menschen und baue langsam Vertrauen zu ihnen auf. Teile kleine Geheimnisse mit ihnen und warte ab, was passiert. Wenn sie weitererzählt werden, dann kannst du nicht auf diese Personen zählen. Doch wenn jemand dir zeigt, dass er dir, was Kleinigkeiten angeht, treu verbunden ist, kannst du dir sicher sein, diesem Menschen vertrauen zu können.

Lerne, dir selbst zu vertrauen, weil die Angst davor, mit dem Rückhalt anderer rechnen zu können, oftmals mit der Angst des Vertrauens in sich selbst zu tun hat. Wir fürchten dann, dass wir nicht dazu in der Lage sind, mit einer Enttäuschung umgehen zu können.

Habe Geduld, denn es kann eine Herausforderung darstellen, erneut Vertrauen zu schöpfen, wenn du hintergangen wurdest. Nimm dir die benötigte Zeit und auch den Raum dafür.

Wie wir auf uns selbst bauen können

Suche dir Aktivitäten, die dir wirklich Freude bereiten.

Sieh deine Fehler als Geschenke an, weil es wertvoll ist, aus Erfahrungen zu lernen. Es sind Lektionen des Lebens, die du verinnerlichen solltest und die dir in ähnlichen Situationen weiterhelfen.

Lerne aus Irrtümern, um auf eine konstruktive Art an deiner schlechten Verhaltensweise zu arbeiten und frage dich selbst, wieso du dich so verhalten hast.

Übe, dir selbst zu vergeben, und tue das, so oft wie nötig. Das ist wichtig, um mit deinen Fehlern abzuschließen: „Ich vergebe mir dafür, dass ich…“ .

Feiere deine Erfolge, bereue nichts aus deiner Vergangenheit und führe dir immer wieder vor Augen, was du schon alles erreicht hast. Du kannst auch eine Art Tagebuch führen, in dem du all das festhältst.

Folge deiner Intuition, auch wenn dir das vielleicht nicht so leicht fällt und man dir beigebracht hat, jede Entscheidung auf eine rationale Weise und gut überlegt zu treffen.

Probiere neue Sachen aus. Du musst keine Risiken eingehen, um dir selbst zu beweisen, dass du dir vertrauen kannst. Aber du kannst Aktivitäten nachgehen, die dir eine neue Seite an dir aufzeigen und durch die du noch etwas über dich lernen kannst.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Mathieu Bertrand Struck