Wenn du etwas willst, vermeide es, gewissen Leuten davon zu erzählen

· 1. Juli 2017

Wenn du einen Wunsch oder ein Ziel hast, sei vorsichtig. Passe auf, wem du davon erzählst, denn auch wenn es schwerfällt, dies zu glauben: Zerstörer von Träumen lauern überall. Es sind all diejenigen, die dich um deine Träume beneiden, die die gleichen Ziele verfolgen, und natürlich diejenigen, die dich später verurteilen, wenn du es zu etwas gebracht hast.

„Die beste Art, herauszufinden, ob man jemandem vertrauen kann, ist es, dieser Person selbst zu vertrauen.“

Ernest Hemingway

Wir wissen alle, dass es nicht immer einfach ist, Menschen zu finden, denen man vertrauen kann. Darüber hinaus legen wir den Erfolg eines Projektes zu gern in fremde Hände und Herzen. Oft suchen wir beispielsweise die Nähe unserer Eltern und Geschwister und erzählen ihnen von dem Wunsch, dieses oder jenes zu erreichen, auf diese Reise zu gehen, oder jene Beziehung zu beenden…

Völlig unerwartet zeigen sie sich jedoch skeptisch. Dieser ironische Blick oder jene Worte sind es, die die Auflösung unserer Träume bewirken können: „Vergiss es, du begehst eine Dummheit. Und ich sage dir das, weil ich dich liebe. Was du vorhast, übersteigt deine Fähigkeiten, sei objektiv und sieh ein, dass es unmöglich ist….“  Mit solchen Aussagen werden wir unter den beschriebenen Umständen häufig konfrontiert. Oft sagen Personen, denen wir uns anvertrauen, auch gar nichts und lassen uns schier in dem Glauben, dass sie uns unterstützen würden. Wenn es dann allerdings darauf ankommt, werden wir völlig unerwartet enttäuscht, denn ihre Hilfe bleibt aus.

Warum tun wir uns das an? Warum scheitern wir so oft in der Umsetzung unserer Träume, weil wir sie mit gewissen Menschen teilen?

Es ist nicht deine Schuld: Der Mensch ist so programmiert, dass er anderen vertraut

Den meisten von uns wird diese klassische Situation bekannt vorkommen: Jemand möchte in seinem Job aufsteigen und teilt diese Ambition mit einem Arbeitskollegen. Nach Feierabend weiß bereits die ganze Firma Bescheid. Hätte dieser jemand vorsichtiger sein sollen? Hätte er eventuell einen Filter anwenden sollen, um mögliche Folgen seiner Offenbarung zu verhindern?

Die Antwort ist nicht so einfach zu geben:

  • Nein, er hat keinen Fehler begangen, weil wir Menschen neurobiologisch dazu veranlagt sind, unseren Artgenossen zu vertrauen. Dies erläutert ein Artikel, der in der Fachzeitschrift The Journal of Neuroscience  veröffentlicht wurde und in dem Beweise dafür aufgeführt werden, dass Vertrauen die Grundlage für unser soziales Leben ist. Wenn es kein Vertrauen gäbe, müssten wir ständig fürchten, betrogen zu werden, was allgegenwärtigen, traumatisierenden Stress bedeuten würde.
  • Auf der anderen Seite fehlt es uns manchmal tatsächlich an der nötigen Vorsicht, oder besser gesagt, wir sind manchmal inkompetent, wenn es darum geht, die drei grundlegenden Regeln der Dynamik des Vertrauens oder des guten Vertrauens anzuwenden. Im Folgenden erklären wir dir, was es damit auf sich hat.

Vertrauen oder nicht vertrauen, das ist die Frage

Vor dem Zweifel kommt die Vorsicht. Was oft passiert, ist, dass wir aufgrund unserer Träume und den damit verbundenen Emotionen unsere Filter zu weit öffnen. So weit, dass wir mit den am wenigsten vertrauenswürdigen Menschen die vertraulichsten Informationen teilen.

Es ist deshalb ratsam, vorsichtig zu sein und die folgenden simplen Prinzipien anzuwenden:

  • Zuverlässigkeit ist zweifellos die erste Säule. Vertraue deine Wünsche und Träume nur denjenigen an, die unter anderen Umständen bewiesen haben, dass sie zuverlässig sind, dass sie dich nicht verurteilen, und dass sie dich immer so akzeptieren, wie du bist.
  • Authentische emotionale Bindung. Diese zweite Dimension verpflichtet uns, nur denjenigen Menschen zu vertrauen, mit denen wir eine lange, emotional stabile und authentische Beziehung führen. Das können langjährige Freunde sein, Familienmitglieder oder der Partner.
  • Das dritte Grundprinzip hat etwas mit emotionaler und kognitiver Empathie zu tun. Es reicht uns nicht, unsere Träume und unsere Begeisterung mit anderen zu teilen. Wir wollen auch, dass sie verstehen, was wir denken, und fähig sind unsere Perspektive einzunehmen. Daher sollten wir die Empathie desjenigen einschätzen, mit dem wir über unsere Zukunft sprechen wollen.

Manchmal kann es allerdings passieren, dass wir uns in jemandem täuschen, obwohl wir all diese Regeln befolgt haben. Es kann passieren, dass uns unser lebenslanger Freund verrät, oder dass unsere Familie ganz anders reagiert, als wir erwartet haben. Dann kann es hilfreich sein, zu wissen, wie man sich in solchen Fällen verhält.

Wenn wir uns in jemandem täuschen

Wir können uns in anderen täuschen, aber manchmal versagen wir auch selbst. Jedem kann es passieren, dass er sich selbst vormacht, gleichzeitig perfekt und fehlbar zu sein. Mit der Zeit entwickeln wir allerdings eine gewisse Vorsicht, ein gewisses Wohlergehen, das auf Diskretion beruht, und eine begrenzte aber zuverlässige Nähe zu besonderen Menschen. Zu denjenigen, die immer da gewesen sind: egal ob es gerade stürmte, oder ob die Sonne schien.

„Allen zu vertrauen ist dumm, aber niemandem zu vertrauen ist naiv.“

Juvenal

Die Weisheit, derer es bedarf, um herauszufinden, wem wir uns anvertrauen können und wem nicht, kommt mit Zeit und Erfahrung. Mit der Zeit verstehen wir, dass es Menschen gibt, die darauf spezialisiert sind, anderen die Flügel zu stutzen, Meister im Zerstören von Träumen, die verhindern wollen, dass niemand erfolgreicher ist als sie selbst. Denn wenn wir freier, fähiger und glücklicher sind als sie, ist das für diese Menschen die größte Niederlage.

Die Zeit wird uns ebenso lehren, dass es besser ist, diskret zu sein, auf seine Worte zu achten und mit Entschlossenheit, aber in aller Stille, für seine Träume zu kämpfen. Wir brauchen nicht die Zustimmung anderer, und sollten über ihre Kritik und Kommentare hinwegsehen, die anderenfalls nur Stolpersteine auf unserem Weg darstellen würden.

Wir sollten lernen, uns gut zu überlegen, wem wir was anvertrauen, und niemals vergessen, dass es das Vertrauen in uns selbst ist, das uns unseren höchsten Zielen am nächsten bringt.