Wenn Besorgnis dich davon abhält, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen

24. Januar 2019

Eine gewisse Besorgnis ist ganz natürlich und kommt bei allen Menschen vor. Wir stagnieren jedoch, wenn wir zu viele Bedenken in uns tragen. Dabei vergessen wir, dass wir vielleicht nur die richtigen Maßnahmen ergreifen müssen, um voranzukommen.

Die Besorgnis ist ein gedanklicher Versuch, eine Lösung für eine Situation zu finden, die uns noch Angst macht. Dieses Problem könnte sich bereits ergeben haben oder erst in einer Zukunft eintreten, die wir uns momentan nur vorstellen. Dem liegt eine kognitive Aktivität zugrunde, die uns auf das vorbereitet, von dem wir glauben, dass es kommen werde. Daher entstehen Sorgen als Mechanismus, um uns auf Ereignisse einzustellen, die mit unterschiedlichen Schwierigkeiten einhergehen könnten.

Oft machen wir uns jedoch zu viele Sorgen und grübeln, ohne tatsächlich eine Lösung zu finden. Wir denken nach und denken weiter nach über Ideen, die uns betreffen, und erzeugen dabei Gedankenkreise, in denen wir die Probleme miteinander verknüpfen. Dabei vergessen wir schließlich, dass das Ziel eine Lösung sein sollte und kein weiteres Problem.

Warum investieren wir mehr Zeit in unsere Bedenken als in geeignete Maßnahmen?

Bedenken sind der erste Schritt zur Bewältigung eines Problems. Das Gefühl, dass wir begonnen haben, „Maßnahmen zu ergreifen“, ist zunächst einmal sehr beruhigend, da wir uns näher an einer Lösung befinden.

Eine Frau überlegt, was ihre nächsten Schritte sein könnten.

Diese kurzzeitige Ruhe lässt uns allerdings so sehr entspannen, dass wir möglicherweise zu einer Art Vermeidungsstrategie übergehen. Wir vermeiden es, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, weil wir uns wohler fühlen, wenn wir besorgt sind, obwohl das auf den ersten Blick seltsam erscheinen mag, da eigentlich niemand sich gern Sorgen macht.

Auf diese Weise vergeht die Zeit. Wir glauben zwar, dass wir uns dem Problem stellen würden, aber wir fühlen uns auch irgendwie festgefahren. Möglicherweise hast auch du das Gefühl, dass du schon zu viel über alternative Lösungen nachgedacht habest und dabei irgendwann ängstlich geworden seist? An diesem Punkt verliert die Besorgnis ihre Funktion und wird zu einem großen Hindernis, das uns unserer Zeit und Energie beraubt, ohne dass wir es überhaupt merken.

Wie gehst du mit deinen Bedenken um?

Die folgenden Überlegungen können dir dabei helfen, die Bedenken, die du in dir hast, zu lindern, damit du endlich handeln kannst.

Mache einen Schritt zurück: Versuche, objektiv zu sein

Analysiere zunächst objektiv, was dich stört, und schreibe auf, was deiner Meinung nach passieren werde. Oft sind wir in unseren Vorhersagen nicht sonderlich realistisch, weil unsere Emotionen eine zu große Rolle dabei spielen. Würden wir die Situation genauso sehen, wenn ein Freund oder ein Familienmitglied dieses Problem hätte? Denke darüber nach, wie wahrscheinlich es ist, dass die Dinge, die dich bekümmern, wirklich passieren!

Mache einen Schritt nach vorn: Versetze dich in den ungünstigsten Fall

Was ist, wenn das, was dir so viele Sorgen bereitet, wirklich eintrifft? Versetze dich in den schlimmsten Fall. Selbst wenn es passiert, neigen wir häufig dazu, den Dingen entspannter zu begegnen, wenn sie keine Gedankenspiele mehr sind, sondern Realität werden. Wir werden auf jeden Fall stärker sein, wenn wir handeln, anstatt uns nur Sorgen zu machen.

Akzeptiere, dass einige Dinge unvermeidlich sind

Wenn das, worüber du dir Gedanken machst, etwas ist, was unabhängig von dem, was du tust oder nicht tust, eintreten wird, überlege lieber, was du tun kannst, um besser mit der Situation umzugehen. Es gibt Probleme, die wir nicht kontrollieren können. Wir können uns jedoch dafür entscheiden, uns zu schützen, damit sie uns nicht so sehr beeinflussen. Denke daran, dass das Nachdenken über ein Problem, für das es keine perfekte Lösung gibt, dich zusätzlich leiden lässt.

Beim Zweifeln nimmt eine Frau ihre linke Hand an den Mund.

Schütze dich selbst

Schütze dich selbst und stärke das, was du für notwendig erachtest, um dich der Situation besser stellen zu können. Manchmal kann schon eine Ablenkung vom Problem ein guter Schutz sein. In anderen Fällen hängt die Lösung jedoch von dir ab, und es ist an der Zeit, die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen. Es kann zum Beispiel an der Zeit sein, diesen einen Schritt zu tun, die Beziehung zu beenden oder zu sagen, was du so lange zurückgehalten hast.

Wähle eine bestimmte Zeit, um dir Sorgen zu machen

Es kann sein, dass du über etwas nachdenken musst und du diese Notwendigkeit auch erkennst. Doch weil du nicht all deine Aufmerksamkeit darauf richtest, trägst du diese Bedenken ständig mit dir herum. Sie bleiben bei dir, als ob sie dein Schatten wären. Langsam dringen sie in den Rest deiner Emotionen und Gedanken ein und … STOP! Deine Besorgnis lenkt dich zu sehr ab und verursacht Angstzustände. Finde einen Moment, um dich diesem Problem zu widmen, damit es nicht den ganzen Tag in deinem Kopf herumschwirrt.

Das Beste ist der Feind des Guten

Das hat Voltaire einmal gesagt. Es passt zu unserem Thema, denn manchmal verlieren wir viel Zeit und Energie auf der Suche nach dem besten Weg, der perfekten Lösung. Doch das ist oft schädlich. Wähle daher besser einen bestimmten Zeitraum, um nach Alternativen und Lösungen zu suchen. Wenn diese Zeit abgelaufen ist, zwinge dich, eine Entscheidung zu treffen. Obwohl alle deine Optionen subotpimal erscheinen, ist es an der Zeit, die „beste aller schlechten Lösungen“ zu wählen.

Sei mutig

Es muss nicht unbedingt ein Problem oder eine Sorge hinter jeder Lösung stecken. Wir wachsen auf und verinnerlichen dabei die Vorstellung, dass vorheriges Bedenken notwendig sei, um sich einem Problem stellen zu können. Du kannst jedoch auch ohne Besorgnis die richtigen Maßnahmen ergreifen. Es geht darum, Dinge zu akzeptieren und zu wissen, dass du alles in deiner Macht Stehende tun wirst, um dich dem zu stellen, was da kommt.

Eine Person sitzt auf einem Bootssteg und macht sich Sorgen.

Über die Bedenken hinaus

Hinter der Mauer der Sorgen wartet ein wunderschöner Sonnenuntergang. Manchmal zerstören Erdbeben oder Gewitter alles … für eine Weile. An anderen Tagen geht die Sonne auf, es regnet und dann gibt es einen schönen Regenbogen. Manchmal passiert sogar alles an ein und demselben Tag.

Was wir dir damit sagen möchten, ist, dass, wenn wir aus Angst vor dem, was auf der anderen Seite ist, zu lange hinter der Wand versteckt bleiben, sich die Dinge auf der anderen Seite auch nicht ändern werden. Wir verlieren Zeit und die Wolken gehen nicht von allein weg. Schlimmer noch, sie werden am Ende über die Mauer zu uns herüberkommen. Wenn du also nicht nass werden möchtest, nimm deinen Regenschirm in die Hand und gehe los. Und wenn du keinen Regenschirm hast, genieße einfach den Regen.

Schau nicht auf die Uhr, sondern tu, was auch sie tut. Mach weiter.“

Sam Levenson