Weißt du, hinter welchen Masken sich die Angst am liebsten versteckt?

26. September 2017 en Psychologie 184 Geteilt

Es fällt uns nicht leicht, anzuerkennen, dass wir Angst haben. Es kommt uns so vor, als wäre es ein Zeichen von Schwäche, zu fühlen, wie unser Körper zittert, wenn wir uns einer bestimmten Sache stellen müssen. Aber das ist keinesfalls zutreffend. Angst zu haben ist einer der natürlichsten Aspekte des Menschen und gleichzeitig auch eine jener Reaktionen, die uns am meisten zugutekommt, wenn es um das Überleben geht. Wenn wir dieses unangenehme, aber nützliche Gefühle nicht verspüren könnten, wären wir heute höchstwahrscheinlich nicht hier. Genau dieses Gefühl fordert uns dazu heraus, mutig zu sein, und hindert uns daran, waghalsig zu sein.

Auch wenn es eine Realität ist, die wir nur allzu gut kennen, fällt es uns trotzdem sehr schwer, das Gefühl der Angst zu normalisieren, da wir uns gleichzeitig davor fürchten, von anderen nicht akzeptiert zu werden.

Nur wenige Menschen sind mitfühlend mit Mitmenschen, die Angst haben, wobei wir uns im Grunde genommen alle vor etwas fürchten, das aber lieber verbergen, weil wir nicht von anderen verurteilt werden wollen. Wir wollen nicht schwächer oder mutloser als andere erscheinen und so passiert es, dass wir der Angst eine Maske aufsetzen und versuchen, ihr auszuweichen. Wir möchten Situationen schlicht vermeiden, in denen die Angst ihr Gesicht zeigen könnte.

Das Ende vom Lied ist, dass die Angst hinter der von uns aufgesetzten Maske nicht im Keim erstickt, sondern wir sie nur verstärken, wodurch es für uns nur noch schwieriger wird, mit den Umständen klarzukommen, die uns daran hindern, weiterzugehen. Wenn du erfahren möchtest, welche Masken wir der Angst aufsetzen, laden wir dich dazu ein, weiterzulesen.

Faulheit als Maske der Angst: „Ich habe keine Lust“

Wenn wir Angst davor haben, uns einer Situation zu stellen, entscheiden wir uns manchmal lieber für die Faulheit. Das ist eine Einstellung, die uns von der Anstrengung befreit, welche bedeuten würde, uns mit dem auseinandersetzen zu müssen, was bei uns ein solches Unbehagen auslöst.

Hin und wieder scheint es so, als wäre die Faulheit ein Hilfsmittel, um das aufzuschieben, was wir uns im Grunde wünschen. Ein „ich habe keine Lust“  oder „ich werde es einfach morgen machen“  ist nichts weiter als ein Teil der Maskerade, die die Angst benutzt, um nicht die möglichen, aber eher unwahrscheinlichen Konsequenzen erfahren zu müssen, die eintreffen könnten, wenn nicht alles perfekt läuft.

Die Einstellung, die die in Faulheit gekleidete Angst enthüllt, wird durch die Willenskraft, durch die Fähigkeit, dran zu bleiben, erzeugt, um an ein gesetztes Ziel zu kommen und dabei alle Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, die auftauchen könnten.

Langeweile als Maske der Angst: „Mir ist so langweilig“

Eine andere weitverbreitete Maske der Angst, um sich zu verstecken und um nicht gesehen zu werden, ist die Langeweile. Wenn wir uns einem Problem stellen müssen, das von uns als sehr gefährlich eingestuft wird, obwohl es das in Wahrheit nicht ist, ist es viel einfacher und bequemer, zu sagen, dass wir im Hinblick auf dieses Langeweile verspüren, als den Schritt zu wagen, etwas zu riskieren und eine Situation zu überwinden.

Wenn ich beispielsweise Angst davor habe, eine Rede über ein mir bekanntes Thema zu halten, weil ich mich eigentlich davor fürchte, vom Publikum kritisiert zu werden, ist es für mich leichter, anderen vorzugaukeln, dass es für mich eine absolut langweilige Arbeit ist, Reden zu halten – auch wenn ich weiß, dass es mir Spaß machen könnte. Somit muss ich nicht sagen, dass es mir Angst macht, vor  Publikum zu sprechen, und man würde mich nicht so schnell verurteilen oder unter Druck setzen.

Die Einstellung, die gegen die Langeweile ankämpfen kann, ist die, die sowohl Interesse als auch Gefallen an dem, was wir tun, zur Grundlage hat. Das bedeutet, uns auf das zu konzentrieren, was wir tun möchten, unseren ganzen Fokus nur darauf zu legen und das Schönste aus einer von uns erlebten Situation herauszuholen.

Lügen als Maske der Angst: „Es wird sowieso niemandem auffallen“

Die Lüge ist die raffinierteste Maske der Angst und zielt darauf ab, den Konsequenzen eines gemachten Fehlers zu entkommen oder ein Gesicht zu zeigen, das uns eine größere Akzeptanz seitens unserer Mitmenschen verspricht. Auch wenn eine Lüge nicht so akzeptiert wird wie die übrigen Masken der Angst, ist sie dennoch ein Weg, diese zu vermeiden, was sie allerdings nur noch verstärkt.

Wenn wir lügen, zeigen wir eine Seite von uns oder unserem Leben, die nicht authentisch ist, und lassen unsere Mitmenschen an eine erfundene Realität glauben, was oftmals verhindert, dass wir verurteilt werden.

Zu verbergen, dass uns etwas Angst macht und bezüglich dessen zu lügen oder Ausreden zu erfinden, hilft jedoch nur kurzfristig dabei, dass unsere Furcht nicht ans Licht kommt, unterdrückt wird und wir uns entspannter fühlen. Das Problem ist in allen genannten Fällen das gleiche: Auf lange Sicht können wir dadurch Situationen nicht angemessen überwinden.

Wenn du hin und wieder versuchst, deine Ängste hinter diesen drei Masken, zu verbergen, kannst du dir sicher sein, dass du dadurch nur erreichst, dich selbst zu blockieren und dich nicht dem zu stellen, wovor du dich fürchtest. Am besten ist es – auch wenn es schwerfällt -, es als normal anzusehen, manchmal Angst zu empfinden, uns das Recht einzuräumen, sie zu verspüren und vor allem sie nicht länger mit einer faulen, gelangweilten oder lügenbelasteten Einstellung zu überdecken. Traust du dich, deiner Angst die Maske abzusetzen?

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