Angstzustände lassen sich allesamt besiegen

· 25. Juli 2017

Eines der größten Probleme der heutigen Zeit sind Angstzustände. Da dem so ist, werden sie immer detaillierter unterschieden und klassifiziert. Das sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da die Zeit, in der wir leben, manchmal sehr viel von uns abverlangt und sowohl unser eigenes als auch das Gleichgewicht in unseren Beziehungen leicht ins Wanken gerät.

Ein Angstzustand ist eines der Gesichter von Angst. Aber im Gegensatz zu der erwähnten Angst gibt es keinen bestimmten Reiz, den Angstzustand auslöst. Wenn wir uns mit einer konkreten Bedrohung auseinandersetzen und wir das Gefühl haben, dass unsere Integrität in Gefahr ist, so ist Angst etwas vollkommen Normales. Aber der Angstzustand ist eine Form der Angst, die keinen definierten Auslöser hat, sodass es nicht leicht ist, gegen den Ursprung dieses Zustandes oder die auslösenden Faktoren anzukämpfen.

„Furcht schärft die Sinne, Angst paralysiert sie.“

Kurt Goldstein

Einen Angstzustand können wir als solchen erkennen, wenn wir uns unruhig, unsicher oder wegen etwas Bestimmtem besorgt fühlen, oder wenn es etwas gibt, von dem wir nicht wissen, wie wir dagegen angehen können. Es ist so, als wären wir in einem Flugzeug, das sich im freien Fall befindet, obwohl wir in Wahrheit im Wohnzimmer unseres Hauses fernsehen. Wir verspüren eine innere Unruhe, die nicht aufhören will und dazu führt, dass wir aufgeregt, irritiert und verstört sind, aber nicht sagen können, wieso.

Es gibt verschiedene Arten von Angstzuständen, die weitverbreitet sind. Manche Menschen ziehen es vor, sie einfach „Stress“ oder „Sorge“ zu nennen, doch wenn sie sie genauer unter die Lupe nehmen, stellen sie fest, dass es sich hierbei um ernst zu nehmende Angstzustände handelt. Die gute Nachricht ist, dass man all diesen Arten von Angstzuständen ein Ende bereiten kann. Damit das gelingt, werden wir sie zunächst etwas näher kennenlernen.

Die generalisierte Angststörung und die soziale Phobie

Die generalisierte Angststörung wird als ein Zustand der ständigen Besorgnis definiert, ohne dass es einen bestimmten Grund für sie gäbe. Meist hält dieser Zustand länger als sechs Monate an und für gewöhnlich wird er von Schlafproblemen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und einer allgemeinen Erschöpfung begleitet.

 

Die soziale Phobie ist ihrerseits eine Angststörung, bei der ein Mensch in jeglichen Situationen, in denen er mit anderen Menschen sozial interagieren muss, Angst oder Furcht empfindet. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass Betroffene Angst vor dem Kontakt mit anderen Personen haben. Ein Großteil dieser Angststörung manifestiert sich verfrüht, d.h. sie macht sich bereits vor dem gefürchteten sozialen Kontakt zu anderen bemerkbar.

Beide Angstzustände mindern die Lebensqualität der Betroffenen sehr stark. Es handelt sich dabei um Zustände, die nicht im Laufe der Zeit und von allein wieder verschwinden, da sie in der Regel durch verschiedene Verhaltensweisen der Vermeidung erneut hervorgerufen werden. Es sind nicht einfach schlechte Momente, sondern Situationen, die eine professionelle Behandlung erfordern.

In den meisten Fällen reicht eine kurze Therapie aus, damit die mit einem Angstzustand einhergehenden Gefühle wieder unter Kontrolle gebracht werden. Es gibt aber auch Fälle, in denen man langfristig intervenieren muss, doch die Chance, diese Angstzustände zu überwinden, ist auf jeden Fall sehr groß.

Zwangsstörung und posttraumatischer Stress

Es gibt verschiedene Arten von Zwangsstörungen, aber alle haben eins gemein: eine anhaltende und dringliche Vorstellung, die Furcht oder Angst auslöst. So sehr ein Betroffener auch versucht, nicht länger an diese Vorstellung zu denken, gelingt es ihm leider nicht. Diese Zwangsstörungen können sogar die Persönlichkeit negativ beeinflussen und Betroffene in ihrem Handeln extrem einschränken.

Posttraumatischer Stress ist ein Angstzustand, der nach einer traumatischen Erfahrung auftreten kann. Unruhe, Schlaflosigkeit und vor allem die immer wiederkehrende Vorstellung, dass sich das traumatische Ereignis wiederholen könnte, sind  Symptome dieses Angstzustandes. Das führt dazu, dass der Betroffene immer in Alarmbereitschaft ist, was seine Unsicherheit und seine Isolierung noch verschlimmert.

In beiden Fällen, und abhängig davon, wie ernst die Symptome sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Unterschiedliche Entspannungsübungen können dabei helfen, den Angstzustand zu verringern und die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen. Falls diese Methoden nicht anschlagen, ist eine professionelle Therapie eine ausgezeichnete Alternative mit guten Erfolgschancen.

Platzangst und Hypochondrie

Die Platzangst ist einer der Angstzustände, die wir in unserer heutigen Zeit am häufigsten antreffen. Dabei handelt es sich um eine diffuse und ungewisse Angst vor jeglichen Situationen, in denen es so scheint, als gäbe es keinen Ausweg oder keine Möglichkeit, Hilfe zu erhalten, falls eine Panikattacke eintritt. Mit anderen Worten denkt der Betroffene, er könnte eine Panikattacke bekommen und unter diesen Umständen könnte er der Situation nicht entkommen oder Hilfe bekommen. In gewisser Weise ist das eine Art der Angst vor der Angst.

Jeden Tag steigt die Anzahl der Patienten, die sich aufgrund von Platzangst oder wegen des Gefühls, in ihrem normalen Leben sehr eingeschränkt zu sein, in Behandlung begeben. Etwas Ähnliches passiert auch mit den Hypochondern, die bei jeglichem Anzeichen ihres Körpers etwas Katastrophales vermuten. Sie befürchten, eine todbringende Krankheit zu haben und haben das Gefühl, ihr Zustand könnte sich jeden Moment verschlimmern, ohne etwas dagegen tun zu können.

In beiden Fällen sind Entspannungsübungen sehr zu empfehlen. Sie tragen dazu bei, die gefühlte Angst zu verringern oder zu überwinden und die Signale des Körpers besser deuten zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch solche Übungen die Kontrolle über sich selbst gestärkt wird. Auch Sport kann wertvolle Abhilfe schaffen. Wie in anderen Fällen auch gilt: Falls das nicht ausreicht, ist es immer eine gute Alternative, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Angstzustände und die Fragen, die sie aufwerfen

Angstzustände erwachsen aus dem Glauben, dass
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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Philipp Mackay