Weihnachtsblues: Melancholie, Nostalgie und depressive Stimmung

Die Erwartungen und der gesellschaftliche Druck sind an Weihnachten groß, doch du kannst das Glück nicht erzwingen.
Weihnachtsblues: Melancholie, Nostalgie und depressive Stimmung
Andrea Pérez

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Andrea Pérez.

Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2022

Endlich Weihnachten! Bunte Lichter, Weihnachtsbeleuchtung, Fensterdekoration, Christbäume und Lichterketten… Die Vorfreude auf das Zusammenkommen der Familie, ein leckeres Festmahl und die feierliche Stimmung ist überall präsent. Endlich ist es so weit: Du triffst geliebte Menschen, die du das ganze Jahr über selten siehst, es gibt keine Beschränkungen mehr und du kannst das traditionelle Fest rundum genießen. Dieses nostalgische Weihnachtsbild bleibt für viele nur ein Wunschtraum, denn sie erleben die Einsamkeit und Nostalgie zu dieser Zeit besonders intensiv. Der Weihnachtsblues ist eine häufige Realität.

Stress, Angst und depressive Symptome sind in der Weihnachtszeit weitverbreitet. Der Weihnachtsblues ist keine psychische Störung, sondern eine vorübergehende Niedergeschlagenheit und Nostalgie, die oft durch Erinnerungen an schmerzhafte Erlebnisse ausgelöst wird. Weihnachtsmuffel, die wenig von harmonischen Feiertagen halten, verstecken hinter ihrer harten Schale oft Melancholie und Angst, die durch schlechte Laune zum Ausdruck kommen.

Mann mit Weihnachtsblues

Weihnachtsblues: Wie kommt es dazu?

Weihnachten ist nicht für alle eine glückliche Zeit. Manche Menschen erinnern sich in den Feiertagen an eine geliebte Person, die nicht mehr da ist, andere bedrückt tiefe Einsamkeit, da niemand auf sie wartet. Der Weihnachtsblues klingt traurig und nostalgisch und erinnert uns an das Syndrom des leeren Stuhls: Die Abwesenheit einer nahestehenden Person kann in dieser Zeit besonders belastend sein.

Auch familiäre Konflikte verändern eine Person: Manche werden dadurch mürrisch und jähzornig, andere ziehen sich zurück oder halten sich nur deshalb an die weihnachtliche Tradition, um ein Debakel zu vermeiden. Doch in Wahrheit fühlen sie sich unwohl und haben keine Lust zum Feiern. Vielmehr experimentieren sie Frust und Ärger.

Viele Menschen berichten, dass sie sich in der Weihnachtszeit gestresster und ängstlicher fühlen. Das sind Zeiten, in denen Organisation gefragt ist. Die Vorbereitungen, die Dekoration des Hauses, das weihnachtliche Menü und die Geschenke erfordern zusätzlich zum normalen Alltagsstress Zeit und Nerven. Viele sind deshalb bereits vor den Feierlichkeiten erschöpft und wünschen sich nur eines: Ruhe.

Die Einsamkeit ist zu Weihnachten besonders ausgeprägt. Der gesellschaftliche Druck ist groß – Glück und harmonische Familienzusammenkünfte ein Muss. Menschen, die nicht freiwillig allein sind, erleben diese Zeit mit großer Traurigkeit, insbesondere ältere Menschen.

Weihnachtsblues durch weihnachtlich geschmückten Tisch

Wie du Stress in der Weihnachtszeit vermeiden kannst

Es gibt viele Wege, mit diesen Gefühlen umzugehen, aber alle gesunden Strategien beinhalten, ihre Existenz zu akzeptieren. Es ist wichtig, nicht gegen deine Gefühle zu kämpfen und Traurigkeit zu normalisieren. Wenn du deine Gefühlswelt mit Menschen teilst, denen du vertraust, wirst du dich unterstützt und getröstet fühlen .

Wir können Nostalgie auch in etwas Positives verwandeln. Erinnere dich z. B. an gute Zeiten mit der abwesenden Person. Es ist nicht nötig, den leeren Stuhl zu verstecken, damit er dich nicht stört. Du kannst ihn trotzdem zu einem Teil deiner Feier machen und ihn symbolisch einbeziehen.

Es ist ratsam, ein Gleichgewicht zwischen deinen eigenen Bedürfnissen und denen anderer zu finden. Du fühlst dich vielleicht wegen der Erwartungen, Konfrontationen oder Anforderungen unwohl, deshalb ist es wichtig, auf Distanz zu gehen, um das Unbehagen überschaubarer zu machen. Manche Beziehungen ertrinken, wenn du sie zu viel gießt – so wie eine Pflanze -, andere verdursten, da ihnen Wasser fehlt. Du musst erkennen, welche Bedürfnisse andere haben und was du selbst brauchst.

Vergiss nicht, dass nicht alles perfekt sein muss und dass du nicht für alles die Verantwortung übernehmen musst. Wenn du deine Erwartungen niedriger ansetzt und Aufgaben mit anderen teilst, schützt du dich vor Stress. Auch Räume zur Selbstfürsorge sind hilfreich. Nimm dir zwischendurch Zeit für dich und verlangsame dein Tempo.

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  • García, L. M. Recuerdos, neurociencia y Navidad, parte II.
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