Was tun, wenn unsere Ängstlichkeit zunimmt, die Anzahl unserer Aufgaben aber auch?

30. Dezember 2017

Meine Ängstlichkeit paralysiert mich regelrecht. Ich habe viele Verpflichtungen, denen ich jetzt gleich nachgehen muss, aber ich kann einfach nicht und habe das Gefühl, dass ich nicht vorankomme. Je länger die Liste meiner noch zu erledigenden Aufgaben wird, desto schwerer fällt es mir, mich ihnen zu stellen. Zu wissen, dass diese Liste nur noch länger wird, stimmt mich noch ängstlicher. Und ich frage mich: Was tun bei zunehmender Ängstlichkeit? Wie kann ich diesem Kreislauf entkommen?

Diese Situation treffen wir häufig an. Manchmal ist unsere Ängstlichkeit so groß, weil wir uns damit stressen, eine große Arbeitsbelastung zu haben, so dass wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem wir nicht mehr wissen, wo wir anfangen sollen, Aufgaben abzuarbeiten. Das ist ein Teufelskreis: Je ängstlicher wir werden, desto größere Schwierigkeiten haben wir damit, etwas in Angriff zu nehmen.

Was tun bei zunehmender Ängstlichkeit?

Um den ersten Schritt zu gehen, wäre es gut, dem Teufelskreis ein Ende zu setzen, der uns in eine nicht enden wollende Spirale aus Stress und Sorgen hineinzieht. Entspanne dich, atme tief durch und organisiere dich. Zuallererst solltest du dir die Frage stellen: Was ist das Wichtigste, das du tun musst?  Du solltest eine Liste anlegen, auf der du deine Aufgaben nach ihrer Priorität sortierst, um sie dann der Reihe nach anzugehen, und dann legst du los.

Arten der Ängstlichkeit und wie wir gegen sie ankämpfen können

Hin und wieder müssen wir uns stressigen Situationen einfach stellen und können ihnen nicht ausweichen. Daher schlage ich dir vor, dass du jede Konfrontation auf eine intelligente Weise angehst. Du solltest daran denken, dass du, bevor du das Problem deiner enormen Ängstlichkeit aus dem Weg räumen kannst, zunächst erkennen musst, wie es sich dir zeigt. Dabei kann dir ein Experte helfen.

Die Anzeichen für Ängstlichkeit können sich seltener oder häufiger zeigen, auf verschiedene Weise und können durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Wenn sich die Symptome beispielsweise in wiederholten Krisen äußern, in denen auch deine Beschwerden sehr durchdringend und intensiv sind, könnte es sich um eine Angststörung handeln.

In gravierenden Fällen ist es möglich, dass ein Experte das Problem medikamentös behandeln muss, z.B. mit Benzodiazepinen. Aber es gibt auch andere Therapien, die dabei helfen können, mit stressigen Situationen, die Angst auslösen, besser umzugehen, wie z.B. die Psychoedukation. Auch Entspannungstechniken können helfen, das reale Risiko einer Bedrohung besser einzuschätzen.

Generalisierte Angststörung

Unter der generalisierten Angststörung versteht man einen länger als sechs Monate anhaltenden Angstzustand oder einen Zustand der chronischen Besorgnis. Der Betroffene kann diesen Zustand darüber hinaus nicht kontrollieren und nimmt ihn als extrem wahr. Dieser Zustand äußert sich durch diverse Symptome:

  • Ermüdung
  • Reizbarkeit
  • Muskelverspannungen
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Unruhe
Verwirrte Frau rauft sich das Haar

Hierbei ist die Fähigkeit vermindert, stressigen Situationen die Stirn zu bieten, und es wird eine übervorsichtige Haltung eingenommen, die dazu führt, kleine Geschehnisse aufzubauschen, weshalb sogar normale Ereignisse eine große Besorgnis zur Folge haben können. Die Verletzlichkeit bei dieser Angststörung wird mit unsicheren Beziehungen zu nahestehenden Personen während der Kindheit in Verbindung gebracht.

Betroffene verwenden die Besorgnis als eine Art Verteidigungsstrategie, um intensive negative Erlebnisse zu vermeiden. Wenn sie sich demnach um wenig realistische Bedrohungen Sorgen machen, verhindern sie, sich realeren Problemen zu stellen, denen sie sich nicht stellen wollen. Kognitive Verhaltenstherapien können hier nützlich sein, um unrealistische von realistischen Bedrohungen zu unterscheiden und Alltagsprobleme zu bewältigen.

Lasse nicht zu, dass dich deine Angst daran hindert, zu strahlen

Ängste können unser Potenzial schwächen sowie unsere persönliche und berufliche Entwicklung ausbremsen. Manchmal müssen wir uns einfach dazu entschließen, neue Situationen anzugehen, die eine Herausforderung darstellen, aber uns ermöglichen, wichtige Erfolge zu erzielen. Auch wenn es einfach ist, in unserer Komfortzone zu bleiben und so die Unsicherheit zu umgehen, die uns solche Sorgen bereitet.

Lasse nicht zu, dass dir deine Ängstlichkeit den Weg zu all dem verbaut, was du dir wünscht. Die Versagensangst ist einer der Faktoren, die dich an deinem Vorhaben hindern und zur Folge haben, dass du ein „komfortableres“ Leben ohne Risiken führst. Aber stellt dich das zufrieden?

Wahrscheinlich nicht. Daran zu arbeiten, mit Frust, uns Angst einflößenden Situationen und der sich aus unrealistischen Bedrohungen ergebenden Ängstlichkeit umzugehen, ist hierbei entscheidend.

Ängstlichkeit überwinden - Freiheit und Erfolg feiern

Der Weg hin zum Erfolg ist nie ein Weg ohne Stolpersteine. Auf diesem Weg können wir jedoch sehr viel lernen und Hürden überwinden. Eine Möglichkeit, den auf unserem Lebensweg auftauchenden Herausforderungen die Stirn zu bieten und unsere Ängstlichkeit zu mindern, besteht darin, uns realistische Ziele zu setzen. Deine Grenzen zu akzeptieren und deine Fähigkeiten zu steigern, kann dich so weit bringen, wie du es möchtest.