Was ist ein minimalistischer Lebensstil?

· 31. Januar 2019

Der Architekt, Designer und Schriftsteller John Pawson sagt, dass „Minimalismus mehr als ein Stil der Architektur, viel eher eine Lebensweise“ sei. Genau so verstehen immer mehr Menschen den Minimalismus. Daher haben sie eine Plattform geschaffen, um über minimalistische Lebensstile zu informieren.

Die Plattform, auf die wir uns beziehen, heißt The Minimalists.  Auf dieser Seite versuchen die Teilnehmer, das Leben zu reflektieren. Aber wie machen sie das? Nun, zum Beispiel diskutieren sie über Alternativen für unsere materiellen Bedürfnisse. Jene Bedürfnisse, die wir dank der Werbung überhaupt erst entwickeln.

Was ist ein minimalistischer Lebensstil?

Minimalisten zufolge leben wir heute in einer übermäßig stimulierenden Welt. Darüber hinaus stammen viele dieser Reize aus der Werbung, die uns mehr und mehr kaufen lässt. Das heißt, die Reklame lässt uns denken, wir bräuchten immer mehr Konsumgüter, um uns gut zu fühlen.

Dem minimalistischen Denkansatz zufolge werden wir aber mit jedem Neukauf schwerer. Das heißt, unsere emotionale Seite wird überlastet und wir verlieren unsere Freiheit als Menschen.

Werbung und Konsumgüter bestimmen heute unser Leben.

Deshalb definieren die Vorreiter des minimalistischen Lebensstils, Ryan Nicodemus und Fields Millburn, diese Lebensweise als Werkzeug, das als Katalysator für die Beseitigung von Exzessen diene. Warum sollten wir minimalistisch leben? Wir sollten dies machen, damit wir uns auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist, und auf die Dinge im Leben, die tatsächlich zu Glück, Freiheit und Erfüllung führen.

Wenn du dich für die minimalistische Lebensweise interessierst, solltest du eine Reihe von Merkmalen kennen, die selbige definieren. Sie basieren auf einer einzigen Idee: Beseitige alle materiellen und künstlichen Bedürfnisse in dir. Stelle sie in die hinterste Ecke deines Lebens und konzentriere dich auf dich selbst.

Entledige dich aller unnötigen Dinge

Minimalisten sagen, wir sollten alles aus unserem Leben beseitigen, was nicht unbedingt notwendig ist. Wenn du nutzlose Schmuckstücke und Erinnerungen aufbewahrt hast, solltest du dich derer entledigen, die du nicht mehr brauchst. Räume in Haus und Geist auf, damit du sie ausschließlich mit dem füllen kannst, was deine Lebensqualität verbessern.

Ein Plus an traditioneller Weisheit erinnert uns daran, dass das Festhalten an materiellen Dingen uns zu deren Sklaven macht. Wenn wir Dinge ansammeln, verschwenden wir unsere Zeit damit, diese Objekte zu kaufen und zu pflegen. Das ist so viel verschwendete Zeit, dass wir darin eigentlich sinnvollen Aktivitäten nachgehen könnten. Aus diesem Grund freuen sich Minimalisten über leere Schubladen und Schränke. Sie trennen sich von Dingen, für die sie keine Verwendung haben.

„Wenn du etwas Schönes schaffen willst, musst du nur das Notwendige tun, nicht mehr.“

Giorgio Armani

Halte nicht mehr an den Dingen fest

Manchmal hängen wir wirklich an unseren Sachen. Dies ist einer der Gründe, warum es uns so schwerfällt, etwas wegzuwerfen. Es stimmt, dass unsere Besitztümer voller Erinnerungen sind. Der Minimalist jedoch hat keine Angst, sich daran zu erinnern, dass unsere Erinnerungen in Wirklichkeit in unseren Gedanken und den Menschen leben, mit denen wir sie geteilt haben, und nicht in materiellen Dingen.

Minimalisten sind sich weiterhin einig, dass wir uns auf die Zukunft beziehen müssen, nicht auf die Vergangenheit. Deshalb sollten wir, anstatt an unserem Zeug zu hängen, an Menschen gebunden sein. Das fängt schon bei uns selbst an.

Ordnung und Minimalisimus zu Hause

Minimalisten betonen auch, wie wichtig es sei, ein organisiertes und gepflegtes Zuhause zu haben. Schlichtheit und Einfachheit sind hier das beherrschende Thema. Alles, was wir besitzen, sollte einen bestimmten Zweck haben und an einem bestimmten Ort aufbewahrt werden. Wenn du ein Objekt immer an derselben Stelle aufbewahrst, ist es einfacher, es zu finden, da du immer weißt, wo es ist.

„Es gibt Zeiten, in denen der Geschmack nach Schlichtheit zu einem fast verallgemeinerten Gefühl werden.“

John Pawson

Ein minimalistisch eingerichtetes Zimmer beinhaltet nur das Nötigste.

Kontrolliere deinen Konsum

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Minimalismus ist die Kontrolle darüber, wie und was wir einkaufen. Wir müssen mit unseren Einkäufen vorsichtig sein, da wir oft unnütze Dinge erwerben.

Minimalisten glauben, dass für alles, was wir in unser Zuhause bringen, eine andere Sache unser Zuhause verlassen sollte. Wenn etwas, das du besitzt, für dich nicht länger brauchbar ist, solltest du es verkaufen oder spenden. Lass es nicht herumliegen und Staub fangen.

Digitalisierung

Eine andere Idee, auf die Minimalisten setzen, ist die Digitalisierung. Sie befürworten den Einsatz von modernen Technologien zur Erstellung von Fotoalben, Rechnungen, Briefen und To-Do-Listen. Zum Beispiel könntest du Fotos auf deinem Computer oder auf einer externen Festplatte speichern, statt sie auszudrucken und auf Papier aufzubewahren.

Andere minimalistische Optionen

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, die Minimalisten für sich nutzen. Wie du dir vorstellen kannst, folgen alle der gleichen Grundidee: das Leben zu vereinfachen und den materiellen Besitz loszulassen.

  • Technologie vereinfachen. Das bedeutet, habe kein Handy, keinen Musik-Player, keinen Laptop oder keinen Desktop-Computer. Versuche, mit einer möglichst geringen Anzahl von Geräten auszukommen.
  • Kontrolliere die Menge an Informationen, die du verbrauchst. Da wir den ganzen Tag über vielen Reizen ausgesetzt sind, ist es leicht, den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge zu verlieren. Anstatt darüber informiert zu bleiben, was in der Welt tatsächlich vor sich geht, verlieren wir uns im Konsum.
  • Wähle Verpflichtungen aus. Verschwende deine Zeit nicht mit Terminen und Meetings, die dir nichts bringen werden. Wir müssen unsere Zeit sinnvoll einsetzen und produktiver sein. Um das zu tun, müssen wir manchmal mit dem Fuß aufstampfen und einfach nein sagen.
  • Das Sammeln von Erfahrungen anstelle von Objekten ist ein weiteres Hauptziel dieses Lebensstils.
  • Zum Schluss betonen Minimalisten, wie wichtig es ist, unsere Gedanken zu kontrollieren und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist, während wir nach emotionaler Balance suchen.

Dies ist der minimalistische Lebensstil. Er bedeutet, in der Gegenwart leben zu lernen, uns auf die Zukunft auszurichten. Kleine Erfahrungen zu machen und nur das Nötigste anzuhäufen. Klingt das nicht verlockend?