Versteckte Ursachen der Faulheit, die du kennen solltest

· 6. Dezember 2018

Was steckt hinter der Faulheit? Obwohl es viele nicht glauben werden, können diesem Zustand der Schatten einer Depression, die Auswirkungen von Angstzuständen, die Belastungen durch Stress oder sogar der Druck einer Gesellschaft, die die Anstrengungen und das Erreichen von Zielen übermäßig wichtig nimmt, zu Grunde liegen … Wir können also ohne Zweifel sagen, dass wir hier einer Dimension mit einer psychologischen Konditionierung gegenüberstehen, die wir besser kennenlernen sollten.

Es genügt schon eine kurze Suche im Internet, um eine Vielzahl an Beiträgen zu finden, die sich mit dem Thema der Faulheit beschäftigen. Die meisten von ihnen haben jedoch den gleichen Fokus, kommen zum gleichen Schluss: die Verpflichtung, die Faulheit zu überwinden. Sie bieten uns Dutzende von Strategien an, um diese sehr häufig auftretende Realität zu beseitigen, so wie jemand, der sich von einem alten Kleid oder einer unangenehmen Kruste trennt. Wir werden jedoch selten dazu eingeladen, zu verstehen, dass hinter dieser Faulheit latente Prozesse und Fakten stehen, die oft vernachlässigt werden. 

Auf der anderen Seite erklären uns Experten auf diesem Gebiet, wie zum Beispiel Dr. Nando Pelusi, ein Evolutionspsychologe und rational-emotiver Therapeut, etwas sehr Interessantes zu diesem Thema. Unsere Spezies hat schon immer dazu geneigt, Energie zu sparen. Das bedeutet, dass wir die Faulheit, oder besser gesagt die Trägheit, die uns manchmal auszeichnet, von unseren Vorfahren geerbt haben. 

Wann immer unsere Ressourcen knapp und unsicher waren, neigten wir dazu, unsere Kräfte zu schonen, in dem Gedanken, dass wir sie jederzeit brauchen könnten. Vielleicht beruht dieses Festhalten an der Faulheit in diesem Sinne darauf, dass wir auch heute noch um uns herum eine gewisse Unsicherheit wahrnehmen und eine Zeit der Selbstbeobachtung und Stille brauchen, um Energie zu sparen und zu reflektieren.

Nun, wie Dr. Pelusi hervorhebt, liegt diese Fähigkeit, zu reagieren, zu kämpfen und nach Lösungen für Probleme in Bereichen zu suchen, die wir noch nicht erforscht haben, in unseren Genen. Die Faulheit hat daher (in den meisten Fällen) ihre Daseinsberechtigung und ihren Sinn. In diesem Sinne kann es das Leben hinsichtlich vieler Aspekte erleichtern, wenn wir sie verstehen und erkennen, was dahintersteckt.

„Wir wissen, was wir sind, nicht, was wir sein können.“

Hamlet

Mann, der sich an die Stirn greift

Faktoren, die hinter der Faulheit stecken

Was hinter der Faulheit steckt, ist nicht immer nur Schwäche. Noch ist es Untätigkeit, Aufschieben oder Prokrastination. Manchmal neigen wir dazu, Begriffe zu verwechseln, doch es ist unbedingt notwendig, eine Sache von der anderen zu trennen.

Wir wissen zum Beispiel, dass die Faulheit und eine Person, die Dinge immer aufschiebt, eine Sache gemeinsam haben: die geringe Motivation. Dennoch hat ein Mensch, der Aufgaben stets aufschiebt, durchaus die Absicht oder die Idee, diese zu erfüllen. Im Gegensatz dazu hat der von Faulheit geprägte Mensch nicht immer die Kraft, seine Ziele auch wirklich zu erreichen. Daher ist es in solchen Fällen notwendig, zu erkennen, was hinter diesem Zustand steckt.

Lasst uns die häufigsten Ursachen der Faulheit betrachten.

Die Faulheit als Maske der Angst

Die Faulheit simuliert dieses weiche und bequeme Bett, das uns aus der Realität fliehen lässt. Wir geben uns ihr hin, wenn wir im Alltag von übermäßigen Ängsten begleitet werden. Angst davor, nicht zu erreichen, was wir uns vorgenommen haben, Angst davor, zu scheitern, Angst davor, nicht das zu sein, was andere von uns erwarten, Angst vor all dem, was wir nicht kontrollieren können …

Oft enden wir jedoch damit, genau dies zu tun: Wir schieben auf. Auf morgen oder, besser gesagt, auf einen Moment, in dem wir uns motivierter fühlen. Doch dieser Morgen wird nie kommen, weil die Ängste bereits unsere ganze Welt erfasst haben.

Frau, die an Depressionen leidet, sitzt zusammengesunken auf einem Stuhl

Die Faulheit als Symptom einer Depression

Depressionen sind für die Betroffenen selbst nicht immer leicht zu erkennen. In vielen Fällen ist sie als Erschöpfung, Apathie und Demotivation getarnt. Weiterhin zeigen Studien, wie jene, die an der Harvard Medical School (Massachusetts, USA) durchgeführt und in der Fachzeitschrift Clinical Neuroscience  veröffentlicht wurden, dass die Faulheit bei den meisten Patienten, die an Depressionen leiden, ein wiederkehrendes Symptom ist. Darum dürfen wir niemals diese Realität vernachlässigen, insbesondere wenn sie von psychologischen Symptomen, wie der Hoffnungslosigkeit, der Negativität und fatalistischen Gedanken begleitet wird.

Biologische Ursachen

Hinter der Faulheit können ebenso medizinische Faktoren stecken, die abgeklärt werden müssen. Daher ist es angesichts anhaltender Müdigkeit, Erschöpfung und Demotivation immer günstig, eine Reihe diagnostischer Tests durchzuführen. Wir dürfen nicht ignorieren, dass auch Dysfunktionen der Schilddrüse, sowie Diabetes, Anämie, Schlafapnoe, Herzerkrankungen und Firbomyalgie zu solchen Zuständen führen können.

Ein Mangel an realen Zielen als Ursache der Faulheit

Ziele sind Teil unseres Lebens. Menschen, die keine Ziele haben, in ihren Erwartungen enttäuscht wurden oder von einer Realität betroffen sind, die sie für zu komplex oder negativ halten, fühlen sich oft entmutigt und unmotiviert. Darüber hinaus führt uns dieser Mangel an Zielen und Träumen oft zu jener Faulheit, in der die Stille ein sicherer Zufluchtsort ist, an dem wir Ruhe finden können.

Auf irgendeine Art und Weise haben wir alle schon solche Zeiten durchgemacht. Darüber hinaus erleben viele Teenager dieses Gefühl, welches sie in eine Isolation umwandeln, in der sie sich stundenlang in ihrem Zimmer einschließen und sich faul und träge fühlen. Dies ist ein bekannter Prozess, der in jenem Moment endet, in dem man seinen persönlichen Lebenssinn definiert.

Studien, wie jene, die in der Zeitschrift Lancet  veröffentlicht und vom Institut of Epidemiology am University College in London (England, Vereinigtes Königreich) durchgeführt wurde, weisen darauf hin, dass das Wohlbefinden und das Glück genau damit verbunden sind, seinen eigenen Zweck zu finden, seinem Leben einen Sinn zu geben. 

Wenn also hinter der Faulheit tatsächlich das Fehlen eigener Ziele, dem Vertrauen in die Zukunft und der Sinnhaftigkeit der Gegenwart stehen, ist es an der Zeit, nach etwas zu suchen, das uns motiviert, das uns Freude, Hoffnung und einen Sinn im Leben gibt.

Baum, der von Licht durchflutet wird

Um abzuschließen, wäre es vielleicht ein guter Zeitpunkt, um dieses mit der Faulheit verbundene Stigma zu beseitigen. Es ist klar, dass es immer Menschen geben wird, die sich durch diese freiwillige Apathie, diese manifestierte und manchmal sogar ärgerliche Inaktivität, kennzeichnen. Es gibt jedoch etwas, das unsere Reflexion erfordert: Wenn uns diese Faulheit überkommt, geht sie auch immer mit einem Unbehagen und dieser unangenehmen Apathie, die wir nicht erklären können, einher. 

Darum sollten wir lernen, zu verstehen, was hinter diesem Zustand steckt. Lasst es uns erforschen, danach suchen und es verstehen. Lasst uns diesen Ärger von heute nicht auf morgen verschieben, denn wenn wir etwas über die Faulheit wissen, dann ist es das: Je länger wir damit warten, uns ihr zu stellen, desto länger werden wir uns träge und unmotiviert fühlen.