Ursachen und Symptome von Dysarthrie  

2. Oktober 2019
Dysarthrie kann Patienten physisch, psychisch, emotional und verhaltensmäßig betreffen. Jeder Mensch wird es ein wenig anders erleben, weshalb für jeden Fall ein individueller Behandlungsplan wichtig ist.  

Sprache ist ein Teil deines Alltags. Sie ermöglicht es dir, deine Bedürfnisse anderen mitzuteilen. Kannst du dir vorstellen, Worte nicht aussprechen zu können? Dies ist die Realität für Menschen, die an Dysarthrie leiden. In diesem Artikel werden die häufigsten Symptome von Dysarthrie sowie deren Ursachen und Behandlungen erörtert.

Was ist Dysarthrie?

Diese Störung ist eine neurologische Veränderung, welche die Kommunikation und das Schlucken beeinträchtigt. Menschen mit dieser Erkrankung können Wörter nicht richtig strukturieren oder aussprechen und haben auch Probleme beim Schlucken von Lebensmitteln.

Die Muskeln, die diese Mechanismen regulieren, sind aufgrund eines Mangels an Muskeltonus und Kontroll- und Koordinationsproblemen beeinträchtigt. Hier sind die häufigsten Symptome von Dysarthrie:

  • Probleme beim Bewegen von Lippen, Kiefer und Zunge
  • Schwierigkeit, den Tonfall zu kontrollieren
  • Atemprobleme (z.B. Atemstillstand)
  • Probleme beim Aussprechen von Wörtern
  • Sehr lockere oder steife Muskeln
  • Überproduktion von Speichel
  • Gewundene Rede
  • Langsame Rede
  • Eine angespannte, nasale oder atemlose Stimme
  • Probleme beim Schlucken
Eine Frau, die ihre Augen mit ihren Händen bedeckt.

Die Auswirkungen dieser Symptome auf das soziale Leben der Patienten können zu psychischen Problemen führen. Menschen mit Dysarthrie können auch an einer klinischen Depression leiden.

Es gibt verschiedene Arten von Dysarthrie:

  • Schlaffe Dysarthrie. Gekennzeichnet durch Probleme mit Tonus und phonatorischer Muskelbewegung.
  • Kleinhirn-Dysarthrie. Auf dem Spektrum der ataktischen Störungen. Diese Art von Dysarthrie wird durch Hirnverletzungen verursacht. Die Bewegungskoordination der Patienten ist unterbrochen. Sie haben Rhythmusmusterprobleme und Probleme mit der freiwilligen Sprachmotilität.
  • Gemischte Variante. Dies ist die komplexeste Form der Dysarthrie. Die Sprachstörung ist das Ergebnis unterschiedlicher Eigenschaften in den beteiligten Motorsystemen.
  • Extrapyramidale Dysarthrie.

Es gibt auch die Variante der spastischen Dysarthrie, an der die oberen Motoneuronen beteiligt sind. Sie verursacht Schwäche und Muskelkrämpfe auf einer Körperseite.

Ursachen von Dysarthrie

Menschen mit Dysarthrie haben irgendeine Art von Hirnverletzung, was es für sie schwierig macht, Klänge und Worte zu artikulieren. Einige Ursachen für Dysarthrie sind:

  • Medikamente wie Beruhigungsmittel oder Betäubungsmittel
  • Unfälle. Kopfverletzungen können zu Dysarthrie führen.
  • Hirntumore
  • Neurodegenerative Krankheiten. Parkinson, Alzheimer, MS (Multiple Sklerose) und ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, auch als Lou-Gehrig-Krankheit bekannt) sind einige Beispiele.
  • Enzephalitis. Infektionen können Enzephalitis verursachen, eine Entzündung des Gehirns.
  • Infektionen des Zentralnervensystems, Manganvergiftung, Arteriosklerose und idiopathische Degeneration (d. H. Eine unbekannte Ursache) führen ebenfalls zu Dysarthrie.

Behandlung von Symptomen der Dysarthrie

Die Behandlung von Dysarthrie hängt von den Symptomen des Patienten ab. Hier sind einige der häufigsten:

  • Schlucktherapie. Diese Behandlung beinhaltet eine Stimulation der Lippen, Zunge und des Rachens, um die Beweglichkeit zu erhöhen und das Problem zu verbessern. Therapeuten wenden Techniken an, die sich auf die Zungenbewegung und die Mimikry des Gesichts auswirken.
  • Mundrehabilitation. Dies hängt von jedem Patienten, seiner Umgebung, der Art der therapeutischen Intervention und dem Therapeuten ab. Es handelt sich im Grunde genommen um eine Reihe von Techniken, mit denen die Sprachartikulation verbessert werden soll. Therapeuten verwenden verschiedene Übungen, an denen der Patient aktiv teilnimmt. Sie stimulieren auch die Gelenke, um die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.
  • Haltungsarbeit. Der Patient lernt, richtig zu stehen und sich zu bewegen, damit er die Geräusche korrekt wiedergeben kann. Eine gute Haltung hilft beim Artikulieren, Atmen und Schlucken.
  • Lebensmittelanpassung. Dies beinhaltet das Einführen von Lebensmitteln mit unterschiedlichen Konsistenzen, um das Erstickungsrisiko zu verringern. Obwohl Wissenschaftler vermuten, dass alle Lebensmittel Probleme verursachen können, ist es am wichtigsten, den Patienten zu beobachten und die Therapie an seine Bedürfnisse anzupassen.
  • Artikulationsintervention. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von Techniken zur Stärkung und Verbesserung der Koordination von Kiefer, Zunge und Lippen. Die Patienten arbeiten unter anderem an Streck-, Projektions-, Lateralisierungs- und Rotationsbewegungen.

Eine Logopädin, die mit einem kleinen Mädchen arbeitet.

Ein interdisziplinärer Ansatz

Die Behandlung dieser Erkrankung erfordert einen interdisziplinären Ansatz. Die Patienten brauchen Hilfe von Ärzten, Logopäden, Ergotherapeuten und Psychologen.

Von allen ist die Arbeit des Logopäden vielleicht die wichtigste. In einer Studie mit dem Titel „Die Rolle des Sprach- und Sprachtherapeuten bei der Behandlung von Dysarthrie und Dysphagie bei Morbus Parkinson“ stellten die Forscher fest, dass die Intervention von Sprachtherapeuten die Sprachverständlichkeit bei Parkinson-Patienten verbesserte. Sie entdeckten auch, dass die Sprachtherapie zur Stärkung der beim Schlucken beteiligten Organe und Muskeln beitrug.

Zusammenfassend wirkt sich dieser Zustand negativ auf die Lebensqualität der Patienten aus. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, die Symptome des Patienten zu kennen und einen geeigneten Behandlungsplan zu haben, der von einem Spezialisten geleitet wird.

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