Tal Ben-Shahar: Der Glücksprofessor

16. Juni 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Lernen, glücklich zu sein - Tal Ben-Shahar erklärt, wie das geht

Du brauchst nicht viel, um glücklich zu sein. Ebenso musst du nicht darauf warten, dass du ein bestimmtes Ziel erreichst oder ein bestimmtes Gut erhältst. Glücklich zu sein bedeutet, das zu genießen, was du jetzt hast. Es geht darum, mit dem zufrieden und erfüllt zu sein, was da ist. So erklärt es der Glücksprofessor, Tal Ben-Shahar, der an der Harvard University (Massachusetts, USA) lehrt.

Er ist für seine Kurse über Glück und positive Psychologie bekannt. Er definiert Glück als „das allgemeine Gefühl der Freude und Bedeutung. Eine glückliche Person genießt positive Emotionen, während sie ihr Leben als sinnvoll wahrnimmt“. Im Internet finden sich zahlreiche Videos, die ihn in seinen Lehrveranstaltungen zeigen, wo er erklärt, wie man sein Leben mit Enthusiasmus und Freude lebt.

Tal Ben-Shahars Strategien, um glücklich zu sein

Tal Ben-Shahar kennt eine Reihe von Theorien über die positive Psychologie und darüber, wie wir uns ein glückliches Leben gestalten können. Hier sind einige von ihnen, die wissenschaftlich fundiert sind:

  • Persönliche Beziehungen pflegen: Zwischenmenschliche Beziehungen, die nicht durch einen Bildschirm gehen, geben uns Freude, die zum Glück führt. Wenn wir Zeit mit Menschen verbringen, die wir lieben, investieren wir auch Zeit in uns selbst und unser Wohlbefinden.
  • Das Leben vereinfachen: Manchmal konzentrieren wir uns zu sehr darauf, zu erledigen, was auch immer wir können, und eilen durch die Welt. Oder wir konzentrieren uns auf das, was schiefläuft, um zu versuchen, es zu berichtigen. Es ist leicht, sich inmitten all dessen zu verlieren. Das Leben zu vereinfachen, macht es buchstäblich lebenswerter. Du weißt, dass Probleme existieren, doch du hast die Mittel, um sie zu lösen. Du erinnerst dich daran, dass die Dinge nicht immer so verlaufen, wie wir uns das vorstellen. Doch es wird immer etwas geben, das gut läuft. Fokussiere dich auf das, was du tust. Fokussiere dich auf eine Sache und genieße sie.
  • Sport: Sport hilft dabei, Spannungen zu lösen, deinen Kreislauf in Schwung zu bringen und Endorphine zu produzieren. Wie du weißt, begünstigen Endorphine Gefühle des Wohlbefindens.
  • Dankbarkeit ausdrücken: Dankbar zu sein und das wertzuschätzen, was du hast, gibt dir das Gefühl, glücklich zu sein. Sei dir über all dessen bewusst, was du hast, und betrachte es nicht als selbstverständlich. Dies bringt dich auf den Weg zu Freunde und Wohlbefinden.
  • Die Erlaubnis, menschlich zu sein: Wir alle regen uns auf, wir alle haben Gefühle und reagieren auf das, was uns passiert. Du solltest dich frei fühlen, dich auszudrücken, ohne Angst davor zu haben, was andere sagen werden. Die emotionale Intelligenz ist der Schlüssel, um dich selbst kennenzulernen und bereichernde Beziehungen zu anderen aufzubauen.
  • Widme dich deinen Hobbys: Wir alle haben Verantwortungen in unserem Alltag. Uns jedoch Zeit für das zu nehmen, was wir wirklich genießen, ist, was uns erfüllt und glücklich macht. Deshalb sollte die Zeit, die du den Dingen widmest, die du liebst, eine absolute Bedingung in der Tagesgestaltung sein.

Kannst du lernen, glücklich zu sein?

Laut Professor Tal Ben-Shahar kannst du lernen, glücklich zu sein. Tatsächlich sollte man Glück seiner Meinung nach in Schulen unterrichten. Glücklich zu sein bedeutet nicht, dass es uns die ganze Zeit gut geht. Es bedeutet, zu wissen, wie man unangenehme Gefühle toleriert. Ebenso bedeutet es, Gefühle der Erfüllung und des Wohlbefindens nicht durch eine unangenehme Situation oder durch ungünstige Bedingungen zu überdecken.

Glückliche Frau auf einer Wiese

Tal Ben-Shahar erklärt, dass du lernen kannst, glücklich zu sein, wenn du weißt, wie du gute Entscheidungen triffst. Von den kleinsten Dingen, die dir unbedeutend erscheinen könnten, bis hin zu den wegweisenden Entscheidungen, die die Weichen für dein weiteres Leben stellen. Da sind Momente, in denen du zum Beispiel dein Handy weglegst, wenn du Zeit mit deinen Freunden verbringst. Oder in denen du dich dafür entscheidest, zu lernen oder zu arbeiten.

Wenn wir jungen Kindern die emotionale Intelligenz, die Pflege von Beziehungen, die Belastbarkeit und das Überstehen von Widrigkeiten beibringen können, können wir ihnen dabei helfen, ihr Gehirn so zu programmieren, dass sie glücklich werden. Denn dann werden sie sich dazu ermächtigt fühlen, sich Herausforderungen zu stellen und das Leben in all seinen Nuancen zu genießen.

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