Sportpsychologie: Aufgaben und Ziele

Sportpsychologen tragen mit ihrem Wissen und ihren Strategien dazu bei, die Leistung und das Wohlbefinden von Sportlerinnen und Sportlen zu verbessern.
Sportpsychologie: Aufgaben und Ziele
María Alejandra Castro Arbeláez

Geschrieben und geprüft von der Psychologin María Alejandra Castro Arbeláez.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Die Sportpsychologie ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich primär zwei Berufsfelder umfasst: Im Leistungssport befasst sich diese Disziplin mit der Verbesserung und Stabilisierung der Leistungen von Sportlerinnen und Sportlern und mit ihrem Trainings- und Wettkampfumfeld. Die Aufgabe im Gesundheitssport besteht darin, Sport im Rahmen psychologischer Interventionen einzusetzen.

Wir beschreiben nachfolgend die wichtigsten Aufgaben und Ziele eines Sportpsychologen.

Sportpsychologie: die sportpsychologische Diagnostik

Zu den Hauptaufgaben des Sportpsychologen gehören die Bewertung und Diagnose von Sportlern, wobei unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Analyse der Verhaltensweisen und der Umgebung, in der diese auftreten. Bewertung der Gefühle und Gedanken, die damit zusammenhängen.
  • Identifizierung der Bedingungen, die mit dem Verhalten der Sportlerin oder des Sportlers im Zusammenhang stehen.
  • Befragung über die Verhaltensweisen, Gedanken und Emotionen, welche die Leistung und das Wohlbefinden beeinflussen.

Die sportpsychologische Diagnostik umfasst Tests, Beobachtungsbögen und verschiedene Techniken, um die Sportlerin oder den Sportler in allen seinen Bereichen zu bewerten. Nach der Befragung und Durchführung der Tests stellt der Sportpsychologe die Diagnose und erstellt einen Interventionsplan.

Sportpsychologie: Test für die Diagnose

Psychoedukation

Sportpsychologen sind auch für die Psychoedukation zuständig. In dieser Rolle zeigen sie den Sportlern verschiedene Strategien, um ihre Leistung unterschiedliche Trainingsmethoden zu verbessern.

Psychoedukation kann an verschiedenen Punkten des therapeutischen Prozesses eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die Sportler die gerlernten Strategien verinnerlichen und anwenden.

Durch den psychoedukativen Prozess erhalten Sportler Informationen über verschiedene Bereiche, die ihre sportliche Leistung beeinflussen können, unter anderem über ihre soziale, berufliche, familiäre, gesundheitliche oder emotionale Welt.

Sportpsychologie: Planung der Intervention

Nachdem der Bewertung und Diagnose erstellt die Sportpsychologin oder der Sportpsychologe den Interventionsplan:

  • Die Fachkraft wählt psychotechnische Tests und andere Instrumente und Techniken, die während der Intervention zum Einsatz kommen.
  • Sie plant Strategien zum Informationsaustausch mit verschiedenen Interessengruppen (Familie, Gemeinschaft…).
  • Des Weiteren plant sie klare und realistische Ziele, die sie mit der Sportlerin oder dem Sportler vereinbart.
  • Sie legt auch Termine und Zeitvorgaben fest, um diese Ziele zu erreichen.

Sportpsychologen müssen gute Organisatoren sein. Sie planen sowohl die therapeutische Zeit als auch die verschiedenen Aktivitäten so, dass die Ziele der Intervention erreicht werden.

Außerdem übernehmen sie eine beratende Funktion, damit die Sportler nicht nur alle Details des Interventionsprozesses verstehen, sondern auch wissen, wie sie ihre Leistung verbessern und eine größere Adhärenz erzielen können.

Intervention

Die Intervention ist der entscheidende Punkt, um das geplante Ziel tatsächlich zu erreichen. Verschiedenste Strategien, Techniken und Instrumente kommen zum Einsatz, um die Leistung der Sportlerin oder des Sportlers sowie den Teamgeist und den Gruppenzusammenhalt zu verbessern.

Um das Ziel zu erreichen, müssen die Sportler alle Menschen, mit denen sie arbeiten, genau kennen. Die Sportpsychologen müssen sehr anpassungsfähig sein, um sich auf jeden einzelnen Sportler und das spezifische Umfeld einzustellen.

Sportpsychologie und Forschung

Ein weiterer Bereich der Sportpsychologie ist die wissenschaftliche Forschung. Die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse bilden die Grundlage für Trainingsverfahren und die sportpsychologische Betreuungsarbeit. Die Forschung ist nötig, um neue Ansätze und Methoden zu finden und sportpsychologische Maßnahmen zu optimieren. 

In diesem Zusammenhang ist die ganzheitliche Betrachtung wesentlich. Es geht unter anderem darum, den Zusammenhang zwischen psychischen Bedingungen und Sportverletzungen besser zu verstehen.

Sportpsychologie und Gesundheit

Ein weiterer Bereich der Sportpsychologie ist die Prävention, Erhaltung und Wiedererlangung der Gesundheit durch Sport. Es geht um Strategien und Techniken, die helfen, durch Sport Krankheiten vorzubeugen.

Sportpsychologie und Gesundheit 

Die Sportpsychologie hat viele Vorteile

Sportpsychologinnen oder Sportpsychologen sind nicht nur in der Lage, die sportliche Leistung eines Sportlers oder eines Teams zu verbessern, sie können auch viele andere Vorteile erzielen:

  • Mehr Motivation
  • Erarbeitung von Zielen und Strategien für bessere Leistungen
  • Gesteigertes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Richtiges Management von Emotionen
  • Entwicklung eines sportlichen Lebensprojektes
  • Erkennung von Risikosituationen
  • Hilfe bei der Bewältigung von Stress und Ängsten
  • Förderung der Vorbeugung und Genesung bei Verletzungen
  • Verbesserung der Fähigkeiten zur Teamarbeit

Das Studium der Sportpsychologie ist ein Schwerpunkt innerhalb der Psychologie, der an verschiedenen Universitäten angeboten wird. Sportpsychologinnen und Sportpsychologen arbeiten mit Sportlern, Hochleistungsteams, Trainern, Lehrern, Eltern oder Gemeinschaften zusammen, um ihre sportliche Leistung, Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern. 

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Sport und Depression – emotionale Heilung
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Sport und Depression – emotionale Heilung

Die Depression zeigt sich als die Krankheit des 21. Jahrhunderts. Die Frage ist: Was erscheint dir sinnvoller - Adidas oder Prozac?



  • Olmedilla, A., García, C., & Martínez, F. (2007). Factores psicológicos vulnerabilidad a las lesiones deportivas: un estudio futbolistas. Revista de psicología del Deporte, 15 (1), pp. 37-52.
  • Weinber, R.S. & Gould, D. (2010). Fundamentos de la psicología del deporte y el ejercicio físico. Cultura, Ciencia y Deporte, 5 (15), pp.207-208.

Die Inhalte von Gedankenwelt dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Sie sind kein Ersatz für eine professionelle Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken oder Fragen haben, konsultieren Sie am besten einen Fachmann Ihres Vertrauens.