Sexsomnia: Menschen, die Sex haben, während sie schlafen

· 29. Juli 2018

Sexsomnia ist auch bekannt als Sex im Schlaf. Es ist eine Schlafstörung, bei der während des Schlafes unbewusst sexuelle Handlungen ausgeführt werden. Das Merkwürdige ist, dass sich eine Person mit Sexsomnia am nächsten Morgen normalerweise nicht mehr daran erinnert, was in der Nacht geschehen ist. Epidemiologische Daten zeigen, dass Männer am häufigsten betroffen sind.

Sexsomnia oder Sex im Schlaf

Sexsomnia scheint eine seltene Erkrankung zu sein. Viele Betroffene gehen aber nicht zu einem Arzt oder Psychologen, weil sie Angst haben, verurteilt zu werden, oder einfach aus Scham. Forscher kommen deshalb zu dem Schluss, dass die Erkrankung unterdiagnostiziert ist und viel mehr Menschen mit dieser Parasomnie leben, als bisher angenommen wurde. Es gibt auch nicht viel Literatur zu diesem Thema, und erste Berichte stammen aus den 90er Jahren, während der Begriff „Sexsomnia“ 2003 erstmalig zur Anwendung kam.

Pärchen küsst sich

Symptome treten hauptsächlich in der Non-REM-Phase des Schlafes auf, genauso wie Schlafwandeln. Aus diesem Grund wird Sexsomnia auch als sexuelles Schlafwandeln bezeichnet. Während der Non-REM-Phase träumen Menschen nicht.

Eine weitere interessante Tatsache ist, dass Sexsomnia zur gleichen Zeit auftreten kann wie andere Parasomnien, wie Schlafwandeln oder das Restless-Legs-Syndrom. Letzteres ist eine neurologische Erkrankung, die zu unangenehmen Empfindungen in den Beinen und einem unkontrollierbaren Bewegungsdrang im Schlaf führt.

Was erlebt ein Mensch mit Sexsomnia?

Eine betroffene Person führt unbewusst sexuelle Handlungen durch, während sie schläft. Zu diesen Verhaltensweisen gehören Streicheln, Reiben, Stöhnen, Masturbieren und vollständiger Geschlechtsverkehr. Außerdem erinnert sich die Person oft nicht daran, diese sexuellen Handlungen ausgeführt zu haben, wenn sie aufwacht.

Sexsomnia lässt diese Frau im Schlaf Sex haben

Es gibt dokumentierte Fälle von Menschen, die beim Schlafwandeln Geschlechtsverkehr mit Fremden haben. Andere berichten gar von sexuellen Übergriffen oder Vergewaltigungen. Wie wir sehen, können die Folgen sehr unangenehm sein. Nicht nur für diejenigen, die darunter leiden, sondern auch für diejenigen, die mit den Betroffenen schlafen.

Faktoren, die Sexsomnia auslösen können

Es gibt mehrere Faktoren, die diese Störung auslösen können. Die Hauptursachen für Sexsomnia sind:

  • Stress
  • Schlaflosigkeit
  • Schlafapnoe
  • Bestimmte Medikamente (Neuroleptika oder Schlaftabletten)
  • Alkoholismus
  • Drogenkonsum
  • Migräne
  • Epilepsie

Das Auftreten von Symptomen hat normalerweise einen Auslöser, etwas, das die Person veranlasst, aufzuwachen, während sie schläft, und sexuelles Verhalten auszuführen. Dieser Auslöser könnte ein Geräusch sein, die Berührung einer Person, die ihr Bett teilt, Schlafapnoe oder sogar Epilepsie, die sich im Schlaf manifestiert.

Folgen von Sexsomnia

Eine betroffene Person leidet, ebenso wie diejenigen, die ein Bett mit ihr teilt, und diejenigen, die dem sexuellen Verhalten unterworfen sind. Neben Beziehungs- und persönlichen Problemen kann diese Parasomnie auch rechtliche Folgen haben.

Ein Pärchen streitet sich

Sexsomnia kann mit Verwirrung, Verleugnung, Schuld und Scham einhergehen. Betroffene können auch Wut, Angst und Frustration empfinden. Die Erkrankung verursacht oft massive Beziehungsprobleme.

Einige Fälle von sexuellem Missbrauch wurden zugunsten der Aggressoren entschieden, weil sie behauptet haben, dass sie an dieser Störung litten. In anderen Fällen gab man den Opfern recht. Hier besteht nach wie vor eine Rechtslücke, als auch ein Problem beim Zusprechen der Verantwortlichkeit.

Die langfristigen Folgen wurden noch nicht erforscht. Die Erkrankung dauert in der Regel nicht so lange wie andere Parasomnien, sodass Hoffnung für Betroffene besteht.

Behandlung von Sexsomnia

Es gibt keine spezielle Behandlung für diese Parasomnie. Einige Ärzte haben versucht, Beruhigungsmittel und Antidepressiva einzusetzen, aber effektive Ergebnisse wurden nicht erzielt. Die beste Behandlung besteht wohl darin, die Risikofaktoren ins Visier zu nehmen und an ihnen zu arbeiten. Dies kann die Vermeidung von Alkohol- und Drogenkonsum, die Schaffung einer idealen Schlafumgebung und Untersuchungen auf Schlafapnoe, Migräne und Epilepsie beinhalten. Auch Stress sollte gemieden werden.

Wie du sehen kannst, ist Sexsomnia eine ernste Störung, die rechtliche Folgen haben und die Beziehungen einer Person wirklich erschweren kann.