Schlafwandeln – die Entlarvung von 5 Mythen

· 21. Januar 2019

Schlafwandeln ist eine Schlafstörung, die den Betroffenen dazu bringt, im Schlaf zu sprechen oder sogar aufzustehen. Tatsächlich kann sich eine betroffene Person dabei „normal“ verhalten, so als wäre sie wach. Oft haben Familienmitglieder aber Angst, dass Schlafwandlern in diesem Zustand etwas zustoßen könnte. Wenn diese Person beispielsweise nach draußen geht, könnte sie von einem Auto angefahren werden.

Heute werden wir einige Mythen über das Schlafwandeln entlarven, von denen sicher auch einige unserer Leser annehmen, dass sie real wären. Einige dieser Mythen sind weit in unserer Gesellschaft verbreitet, obwohl sie nicht wahr sind. Sie sind meist auf althergebrachte Überzeugungen zurückzuführen, die schlicht nicht infrage gestellt werden.

1. Es wäre gefährlich, Schlafwandler zu wecken

Ein populärer Mythos ist, dass das Aufwecken eines Schlafwandlers sehr gefährlich wäre. Manche Leute denken, wenn sie einen Schlafwandler wecken, könnte dieser einen Herzinfarkt bekommen und sterben. Andere sagen, dass der Schlafwandler verrückt werden könnte. Beides trifft jedoch nicht zu.

Was passiert, wenn wir einen Schlafwandler aufwecken? Manchmal haben wir selbst so detaillierte Träume, dass sie uns real erscheinen. Wenn wir dann aufwachen, fühlen wir uns desorientiert. So ähnlich ergeht es Schlafwandlern, wenn sie an einem anderen Ort aufwachen, als sie eingeschlafen sind.

Ein surreales Bild, auf dem ein Mann auf einem Wal im Meer balanciert

Tatsächlich kann ein Schlafwandler einen Herzinfarkt erleiden, wenn er ein Herzproblem hat. Aber glücklicherweise passiert dies nur sehr selten. Was viel häufiger passiert, ist, dass die Person verwirrt aufwacht und sich desorientiert fühlt. Deswegen kann ein Schlafwandler möglicherweise launisch reagieren. In diesem Moment sollten wir versuchen, ihn zu beruhigen, und ihm sagen, was passiert ist. Wahrscheinlich weiß der Schlafwandler, dass er schlafwandelt und wird zurück ins Bett gehen.

2. Schlafwandler könnten sich nicht verletzen

Ein anderer Mythos ist, dass der Schlafwandler keine Schmerzen fühlen oder sich nicht verletzen könnte, wenn er schlafwandelt. Deshalb machen sich diejenigen, die Schlafwandler zurück ins Bett leiten, kaum Sorgen, dass die Schlafwandler dabei stolpern könnten.

Schlafwandler verlieren weder ihre Schmerzempfindlichkeit noch sind sie plötzlich immun gegen jegliche Reize. Natürlich können sie sich immer noch verletzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, vorsichtig zu sein, wenn man einen Schlafwandler wieder ins Bett bringt. Tatsächlich, wenn Schlafwandler stolpern oder gegen ein Objekt stoßen, können sie vor Schmerzen aufwachen.

Episoden des Schlafwandelns treten in der Regel bei jungen Menschen auf, insbesondere bei Kindern zwischen 3 und 13 Jahren. Mit zunehmendem Alter werden die Episoden seltener.

3. Schlafwandler hätten ihre Augen immer geschlossen

Wir haben alle Horrorfilme gesehen, in denen Schlafwandler die Augen geschlossen haben, während sie umherlaufen. Das passiert aber nur im Film.  Im wirklichen Leben stellt sich die Situation ganz anders dar: Schlafwandler haben ihre Augen nur selten geschlossen. Wie könnten sie sonst sehen, ob eine Tür offen ist oder nicht? Wie könnten sie die Treppe hinauf- oder hinuntergehen, wenn sie die Stufen nicht ausmachen könnten?

Schlafwandler können all dies tun, weil sie die Augen offen haben und sehen können, wohin sie gehen. Sie sehen, was um sie herum geschieht, selbst wenn sich ihr Gehirn im Tiefschlaf befindet.

4. Es passierte jede Nacht

Eine weitere falsche Vorstellung vom Schlafwandeln bezieht sich darauf, dass Schlafwandler jede Nacht eine Episode erlebten und man deswegen jede Nacht auf sie aufpassen müsste.

Schlafwandler wandeln nicht jede Nacht umher. In der Regel geschieht dies, wenn sie in ihrem Leben eine stressige Phase durchmachen. Stress kann dazu führen, dass Schlafwandler Episoden haben, die eine Woche oder einen Monat anhalten. Manchmal sind es aber auch nur ausgewählte Tage, an dem ein Schlafwandler mit dem Schlafen Probleme hat. Deshalb ist es wichtig, den Stress zu reduzieren.

Ein Mann liegt mit weit geöffneten Augen im Bett.

5. Schlafwandler müssten eingeschlossen werden

Familienmitglieder neigen dazu, sich Sorgen um den Schlafwandler zu machen. Das kann dazu führen, dass sie den Schlafwandler einschließen oder anderweitig physisch einschränken. Das wird allerdings keinen positiven Effekt haben. Es ist wahrscheinlicher, dass sich ein Schlafwandler verletzt, wenn er eingesperrt ist und sich nicht frei bewegen kann.

Idealerweise schließt man Türen und Fenster. Jalousien können ebenfalls eine Hilfe sein. Wenn der Schlafwandler diese öffnet, könnten die dabei entstehenden Geräusche ihm helfen, wach zu werden.

Es ist auch wichtig, vorsichtig zu sein und keine scharfen Gegenstände in der Reichweite von Schlafwandlern zu belassen, denn daran können sie sich verletzen. Deswegen sollten Gegenstände wie Messer oder Feuerzeuge an schwer zugänglichen Stellen aufbewahrt werden.

Es können weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden, die aber von dem einzelnen Schlafwandler abhängen. Einige Betroffene neigen dazu, nach draußen zu gehen, während andere in die Küche gehen, um etwas zu essen oder sogar zu kochen. Dann empfehlen Experten, alle potenziell gefährlichen Objekte außer Reichweite zu deponieren, das Gas abzustellen etc.

Ein junges Mädchen schwebt, während es schläft.

Obwohl es immer noch keine spezielle Behandlung für Schlafwandeln gibt, wird empfohlen, gute Schlafgewohnheiten zu pflegen. Hier sind einige Aspekte, die dabei helfen können:

  • Keine schweren Mahlzeiten vor dem Zubettgehen
  • Jeden Abend zur selben Zeit ins Bett gehen
  • Genug Schlaf bekommen
  • Stress mindern