Schilddrüse und Schwangerschaft: Wie hängen sie zusammen?

· 21. Februar 2019

Schilddrüse und Schwangerschaft stehen in einer direkten Beziehung zueinander. Aber viele Menschen wissen nur wenig über diese Wechselwirkung: Während der Schwangerschaft steigert die Schilddrüse die Produktion von Thyroxin um 30 bis 50 %. Die vermehrte Ausschüttung von Thyroxin begünstigt die gesunde Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems des ungeborenen Kindes, vor allem während des ersten Trimesters.

Tatsächlich ist es faszinierend, vielleicht auch ein wenig beängstigend, zu entdecken, wie unsere Schilddrüse und andere Drüsen so viel zu unserem Wohlbefinden beitragen. Oft reicht schon ein winziges Ungleichgewicht aus, um einen spürbar negativen Einfluss auf unseren Körper zu nehmen. So werden wir empfindlicher gegenüber Hitze oder Kälte, fühlen uns müde oder irritiert, und könnten sogar Schwierigkeiten haben, überhaupt schwanger zu werden.

Unregelmäßigkeiten im Zyklus, verminderte Fruchtbarkeit und die Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft hängen von dieser kleinen, schmetterlingsartigen Drüse ab, die sich direkt unter dem Adamsapfel befindet. Sie wiegt nur etwa 30 Gramm und ist in der Lage, Hormone wie Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zu produzieren, die einen immensen Einfluss auf unsere Gesundheit und zahlreiche Stoffwechselprozesse haben. Auf unsere und die des Babys

.Aufnahme eines menschlichen Fötus

Der Austausch zwischen Mutter und Kind

Die Schilddrüse des Fötus entwickelt sich zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche. Bis dahin ist er ausschließlich von der Schilddrüse seiner Mutter abhängig. Diese Tatsache ist für unser Thema wirklich relevant, denn wenn eine Frau an einer Schilddrüsenerkrankung wie Hypothyreose leidet, also einer Schilddrüsenunterfunktion, kann das in mehreren Punkten den Verlauf der Schwangerschaft beeinflussen.

Aufgrund einer Hypothyreose mag es zwar länger dauern, bis eine Frau schwanger wird, es bedeutet jedoch nicht, dass sie überhaupt nicht schwanger werden könnte. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko eines ungewollten Schwangerschaftsabbruchs bzw. einer Frühgeburt. Auch andere medizinische Probleme wie Präeklampsie treten häufiger auf, wenn eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegt.

Den Einfluss der Schilddrüse auf eine Schwangerschaft sollten alle Frauen im Auge behalten, die ein gesundes Kind zur Welt bringen möchten. Daher empfehlen Ärzte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren auch eine Funktionsprüfung der Schilddrüse, um eine Dysfunktion auszuschließen, die zu längerfristigen Problemen führen kann.

Hormonale Veränderungen während der Schwangerschaft

Eine normale Schwangerschaft beinhaltet Veränderungen der Schilddrüsenfunktion. Dies ist auf den Einfluss zweier sehr spezifischer Hormone zurückzuführen: humanes Choriongonadotropin (hCG) und Östrogen.

Das humane Choriongonadotropin (hCG) wirkt als Stimulans der Schilddrüse. Sein Niveau steigt 2 bis 3 Tage nach der Empfängnis und bleibt ungefähr drei Monate lang erhöht. Es gibt Schwangere, die diese Veränderung stärker wahrnehmen als andere. Es sind jene Frauen, die an Übelkeit und/oder auffälliger Gewichtszunahme leiden. Außerdem können betroffene Schwangere Palpationen erfahren.

Sobald Schwangere das zweite Trimester erreichen, treten andere Probleme in den Vordergrund, die ebenfalls die Funktion der Schilddrüse betreffen. In diesem Fall ist das Östrogen für die Veränderungen verantwortlich: Zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche verdoppelt sich unter Östrogeneinfluss der Spiegel an Thyroxin-bindendem Globulin.

Eine schwangere Frau präsentiert stolz ihren Babybauch.

Symptome von Hypothyreose und Hyperthyreose während der Schwangerschaft

Da Schilddrüse und Schwangerschaft in Wechselwirkung zueinanderstehen, wird die Schilddrüse der schwangeren Frau während der gesamten Schwangerschaft regelmäßig untersucht. Bei einer unzureichenden Thyroxinproduktion mag eine Hypothyreose diagnostiziert werden. Hier sind einige der Symptome, die auf diese Erkrankung hinweisen mögen:

  • Brüchige Nägel und Haare
  • Trockene Haut
  • Müdigkeit
  • Anhaltendes Gefühl der Kälte
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Ungewöhnliche Gewichtszunahme

Die Manifestation eines Schilddrüsenproblems während der Schwangerschaft erhöht das Risiko von Fehlgeburten und Frühgeburten.

Die Wahrscheinlichkeit, während der Schwangerschaft eine Schilddrüsenüberfunktion zu entwickeln, ist relativ gering. Trotzdem wollen wir einige der Symptome nennen, die eine betroffene Frau zeigen mag:

  • Schlaflosigkeit
  • Übererregung und schlechte Laune
  • Verminderte Hitzetoleranz
  • Muskelschwäche
  • Zittern
  • Bluthochdruck und Arrhythmien
  • Präeklampsie
  • Erhöhte Stuhlfrequenz
  • Gewichtsverlust

Wenn eine Frau während der Schwangerschaft an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet und diese nicht behandelt wird, besteht das Risiko einer Totgeburt oder Frühgeburt.

Eine Frau liegt auf einem Bett und zeigt ihren Babybauch.

Schilddrüse und Schwangerschaft: Die Bedeutung der Prävention

Die Wechselwirkung zwischen Schilddrüse und Schwangerschaft sollte kein besorgniserregender Faktor sein, solange wir die empfohlenen Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Erkrankungen der Schilddrüse sind behandelbar und haben sowohl für die Mutter als auch für das Baby eine gute Prognose. Aus diesem Grund empfehlen wir unbedingt, es dem behandelnden Gynäkologen mitzuteilen, wenn eine schwangere Frau vermutet, an einer Erkrankung der Schilddrüse zu leiden. Ähnliches gilt, wenn eine Frau schwanger werden möchte, aber Symptome einer Schilddrüsenfunktionsstörung an sich feststellt.

Eine umfassende Prävention, die auf regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, einer gesunden Ernährung und angemessenen Lebensgewohnheiten beruht, ermöglicht es nahezu jeder Frau, eine sichere Schwangerschaft zu erleben.