Phasen des Menstruationszyklus: Psychologische Merkmale

04 Juli, 2020
Während der unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus durchläuft der Körper einer Frau viele Veränderungen. Die Phasen wirken sich auch auf das Gehirn sowie auf den emotionalen Zustand der Frau aus.
 

Jeden Monat durchlaufen Frauen die unterschiedlichen Phasen ihres Menstruationszyklus. Die Veränderungen, die eine Frau während dieser Phasen erlebt, sind Teil eines natürlichen Phänomens, das in vier verschiedene Stadien eingeteilt werden kann.

Die Menstruation ist aufgrund ihrer Eigenschaften und der Produkte, die man zu dieser Zeit benutzt (Tampons, Binden, Schmerzmittel etc.) die bekannteste Phase. Es gibt jedoch noch drei weitere Phasen: die Follikelphase, die Ovulationsphase und die Lutealphase. In diesem Artikel werden wir alle Phasen des Menstruationszyklus näher erläutern.

Dabei sollten wir uns daran erinnern, dass der Menstruationszyklus ein natürlicher Prozess ist. Wenn wir mehr über diesen Ablauf wissen, wissen wir auch mehr über unseren Körper und können seine Zeichen besser interpretieren.

Um die Phasen des Menstruationszyklus zu verfolgen, lohnt es sich einen Kalender zu führen.
 

Phasen des Menstruationszyklus

Es gibt vier Phasen des Menstruationszyklus. In jeder Phase werden bestimmte Hormone und Neurotransmitter produziert. Indem wir die Produktion der Hormone beziehungsweise Neurotransmitter messen, können wir ziemlich genau beschreiben, was in jeder einzelnen Phase der Menstruation passiert.

Der Menstruationszyklus beginnt am ersten Tag der Periode einer Frau und endet einen Tag vor ihrer nächsten Blutung. Der Zyklus dauert zwischen 21 und 35 Tagen.

Es ist unmöglich zu verhindern, dass hormonelle Veränderungen unsere Emotionen beeinflussen. Denn Hormone verändern das chemische Gleichgewicht des Gehirns und damit unsere Stimmung.

Menstruationsphase

Die unterschiedlichen Zyklusphasen der Menstruation beeinflussen die Emotionen und das Verhalten von Frauen während des Monatsverlaufs. Beispielsweise sinkt während der Menstruation das Östrogen, ein Hormon, das die Erregbarkeit des Nervensystems beeinträchtigt. Eine Erhöhung des Östrogenspiegels führt ebenfalls zu einer Steigerung der Produktion einiger Neurotransmitter wie Enkephaline, Endorphine und Serotonin.

 

Wenn aber der Östrogenspiegel sinkt, sinken auch die Spiegel dieser Neurotransmitter. Dies sind die gleichen Neurotransmitter, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns wohlfühlen. Darüber hinaus führt der Rückgang von Östrogen zu einem Abfall des Östradiolspiegels, eines Hormons, das den sexuellen Appetit beeinflusst. Ebenso sinkt auch der Progesteronspiegel, ein Hormon, das nervöse Anspannung und Reizbarkeit beeinflusst.

In diesem Sinne können wir diese Phase nutzen, um uns auf uns selbst zu konzentrieren. Denn dies ist eine Zeit, die die Selbstbeobachtung begünstigt. Aktivitäten wie das Schreiben sind daher tendenziell günstiger für uns. Es ist auch ein guter Zeitpunkt, um Entscheidungen zu treffen, die viel Analyse und Ruhe erfordern.

Phasen des Menstruationszyklus: Follikelphase

Die erste Phase des Menstruationszyklus ist die Follikelphase. Ihre Dauer variiert von Frau zu Frau. Zusätzlich hängt sie auch vom Wachstum der Eierstockfollikel ab. Wenn der erste Tag der Periode eintritt, wird die Schleimhautschicht der Gebärmutter mit der Blutung ausgeschieden. In diesem Stadium produziert der Körper luteinisierende und follikelstimulierende Hormone, die zur Produktion von Östrogen führen.

 

Die Menge an Östrogen nimmt in diesem Stadium schrittweise zu. Auf biologischer Ebene bedeutet dies einen Anstieg der Neurotransmitter wie Enkephaline, Endorphine und Serotonin. Ungefähr am elften Tag werden Bereiche im Körper aktiviert, die mit dem Belohnungssystem verbunden sind.

Was auf der biologischen Ebene geschieht, spiegelt sich auch auf psychologischer Ebene wider. In dieser Phase nehmen Glücksgefühle und das sexuelle Verlangen zu. Ebenso nehmen Kraft und Energie mit dem Anstieg von Östradiol zu.

Diese Phase ist eine einmalige Gelegenheit, Projekte durchzuführen. Dank der Aktivierung des Belohnungssystems ist dies eine ermutigende Zeit, in der wir Ziele ins Auge fassen und erreichen können. In dieser Zeit ist es wahrscheinlicher, dass sich unsere harte Arbeit auszahlt.

Ovulationsphase

Die Ovulationsphase ist die nächste Phase des Menstruationszyklus. Wenn das Ei seinen Reifungsprozess beendet, produziert die Hypophyse vermehrt luteinisierende Hormone, die für den Eisprung verantwortlich sind. Die Eizelle kann über einen Zeitraum von 12 bis 36 Stunden mit Sperma befruchtet werden. Wenn es eine Befruchtung gibt, führt dies zu einer Schwangerschaft, sollte dies nicht der Fall sein, kommt es im nächsten Monat wieder zur Menstruation.

 

Wie läuft diese Phase ab? In diesem Stadium nimmt der Östrogenspiegel zu und es werden Enzyme produziert, um den Abbau des Follikelgewebes zu ermöglichen. Dies bewirkt, dass die Reifung des Eies endet und es dann freigesetzt wird.

In dieser Phase steigen das sexuelle Verlangen und die sexuelle Energie dank des Anstiegs des Östrogens sowie aufgrund des Einflusses von Oxytocin und Serotonin. Darüber hinaus ist es eine günstige Zeit für die Zeugung, da es der Moment ist, in dem Frauen eine größere Chance haben, schwanger zu werden.

Um diese Phase zu nutzen, kann die Frau ihre ganze Energie in kreative Arbeiten stecken. Dies hilft ihr bei Projekten, um spezifische Dinge zu erreichen. Darüber hinaus kann sie auch diejenigen, die sie brauchen, versorgen und ihnen Liebe schenken. So kann die Frau Fortschritte in ihren Zielen erreichen und sich in ihre Mitmenschen einfühlen.

Phasen des Menstruationszyklus: Lutealphase

Die letzte Phase des Menstruationszyklus ist die Lutealphase. Nach dem Eisprung löst sich das Corpus luteum, der Gelbkörper. Dies ist eine Struktur in den Eierstöcken, die das sich reifende Ei enthält. Wenn das Ei nicht befruchtet wurde, produziert das Corpus luteum kein Progesteron mehr. Aus diesem Grund wird sich die Gebärmutterschleimhaut in der nächsten Zeit ablösen.

 

Eine Woche vor der Menstruation sinken die Östrogen- und Progesteronwerte. Das prämenstruelle Syndrom manifestiert sich normalerweise in dieser Zeit und führt zu Symptomen wie:

  • Traurigkeit
  • Reizbarkeit
  • Geringere Konzentration
  • Angst
  • Schlechte Laune
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Weniger Schlaf
  • Bauchschmerzen
  • Heißhunger
  • Durchfall oder Verstopfung
    Bauchschmerzen sind ein Symptom während der Phasen des Menstruationszyklus.

Dies kann problematisch sein, wenn die Symptome schwerwiegend sind. Es kann sich auch eine prämenstruelle Dysphorie manifestieren. Studien zu dieser Erkrankung zeigen, dass 3 bis 8 % der Frauen darunter leiden.

Eine Studie von Uriel Halbreich et al., veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychoneuroendocrinology, ergab, dass diese Störung die Lebensqualität der Patientinnen stark beeinträchtigt.

 

Trotz der Gefühlslawine

Trotz der Flut von Emotionen können wir auch diese Phase nutzen. Wie? Es ist an der Zeit, all die Lasten loszulassen, die wir mit uns tragen. Eine gute Idee ist es, unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken. Dadurch fühlen wir uns weniger angespannt. Es ist also eine großartige Gelegenheit, alles loszulassen, was uns nicht guttut.

Sehen wir die Phasen des Menstruationszyklus als Gelegenheit, uns mit uns selbst zu verbinden und mit unserem Körper und Geist in Kontakt zu treten. Zum Beispiel könnten wir die Follikelphase in eine Phase der Reflexion und Entscheidungen verwandeln. Die Ovulationsphase könnte ein Moment des Ausdrucks sein. Die Lutealphase sollte einen befreienden Moment haben. Schließlich könnte die Menstruationsphase einePhase emotionalen Wachstums sein.

Jede Phase des Menstruationszyklus manifestiert sich in unserem Körper und unserem Geist. Je mehr wir über diese Stadien wissen, desto mehr können wir über uns selbst erfahren.

 

 

  • Halbreich, U., Borenstein, J., Pearlstein, T., & Kahn, L. S. (2003). The prevalence, impairment, impact, and burden of premenstrual dysphoric disorder (PMS/PMDD) Psychoneuroendrocrinology, 28, 1-23.
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  • Gray, Miranda., & Steinbrun, N. (2007). Luna Roja: los dones del ciclo menstrual. Gaia Ediciones.