3 Unterschiede zwischen Emotionen und Gefühlen

· 17. Februar 2019

Sicherlich haben wir mehr als einmal eine Emotion mit einem Gefühl verwechselt, denn in der Praxis erleben wir beide Phänomene gleichzeitig und sie sind leicht zu vertauschen. Aber es ist sehr wichtig, zu wissen, was die Unterschiede zwischen Emotionen und Gefühlen sind, denn die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen, sollte ihrer Natur angepasst sein, und die Bedürfnisse, die sie erzeugen, sind auch nicht die gleichen.

In diesem Artikel wollen wir über die drei wesentliche Unterschiede zwischen Emotionen und Gefühlen sprechen. Unser Ziel ist es, unseren Lesern zu vermitteln, wie sie zwischen ihnen unterscheiden können, damit sie eine größere emotionale Intelligenz erreichen, reflektierter sind und weniger zu bereuen haben. Denn Emotionen und Gefühle können uns dazu bringen, aus der „Hitze des Gefechts“ heraus zu handeln. Aber wenn wir uns bemühen, sie zu identifizieren und zu unterscheiden, ist es einfacher, sie zu modifizieren.

Die drei Unterschiede zwischen Emotionen und Gefühlen

1. Automatischer vs. logischer Ursprung

Während Emotionen vor allem im limbischen System und im primitivsten Teil des Gehirns ihren Ursprung haben, entspringen Gefühle dem Frontallappen. Das heißt, Gefühle sind ein Ergebnis abstrakten Denkens, während Emotionen angeboren und als Frucht der Evolution genetisch vorbestimmt sind. Auch wenn es uns seltsam erscheint, gibt es eine begrenzte oder maximale Anzahl von Emotionen, die wir als Menschen haben können, während es keine Obergrenze für Gefühle gibt.

Tatsächlich werden Gefühle, wie wir weiter unten sehen werden, auf der verbalen Ebene, Emotionen dagegen auf der psychophysiologischen Ebene definiert. Gefühle haben ihren Ursprung in der zerebralen Interpretation von Ereignissen und Eindrücken, während Emotionen ihren Ursprung in der unmittelbaren Reaktion des Nervensystems auf eingehende Empfindungen haben.

Limbisches System

2. Die Geschwindigkeit, mit der sie erscheinen und sich ändern

Emotionen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie unmittelbar auftreten. Sie sind das Alarm- und Überlebenssystem des Organismus. Sobald wir verstanden haben, was passiert ist und warum wir die eine oder andere Emotion verspüren, reden wir von Gefühlen und nicht mehr von Emotionen. Um ein Gefühl zu haben, ist es notwendig, über das Geschehene nachzudenken, die entstandenen Emotionen zu bewerten, zu reflektieren, wie wir uns verhalten haben, und so zu beginnen, die Situation psychologisch aufzuarbeiten.

Da Emotionen schnell geboren werden und sterben, verfügt unser Organismus über einen weiteren Bewertungs- und Motivierungsmechanismus: Gefühle. Das Gefühl ist hierbei das, was von der Emotion übrig bleibt. In der Tat ist einer der Hauptunterschiede zwischen Emotionen und Gefühlen, dass das Gefühl sich nach und nach entwickelt. Es kann sich ändern und verändern und ist für Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre vorhanden.

3. Intensität: Emotionen sind sehr stark, während Gefühle weich sind

Wenn wir verstanden haben, dass Emotionen eine Art Feuermelder sind, mit dem wir geboren werden, wird uns auch klar, dass sie sehr intensiv und kraftvoll sein müssen. Die grundlegenden und universellen Emotionen sind: Freude, Wut, Angst, Ekel, Traurigkeit und Überraschung; sie sind sehr intensiv und bewegen uns dazu, Handlungen zu beginnen oder zu beenden. In diesem Sinne wäre bei genauerer Betrachtung die Überraschung eine neutrale Emotion, deren Funktion darin bestünde, „wachsam und sich dessen bewusst zu sein, was passiert.“

Wenn wir den Film Alles steht Kopf  ansehen, können wir beobachten, wie Emotionen den Menschen dazu veranlassen, „etwas zu tun“ oder „damit aufzuhören“. Zum Beispiel führt Traurigkeit dazu, dass wir uns von anderen distanzieren, uns isolieren und uns mit unserem Leiden verbinden. Gefühle jedoch sind vielfältiger, langsamer und führen dazu, dass wir darüber nachdenken, was wir am besten tun könnten, um uns wohler oder weniger unwohl zu fühlen.

Nachdenkende Frau

An dieser Stelle ist es notwendig, zu betonen, dass der Umgang mit unangenehmen Emotionen mittels Techniken der Deaktivierung und Umleitung der Aufmerksamkeit ermöglicht wird. Auf der anderen Seite wird eine angemessene Regulierung von Gefühlen durch sentimentale Korrekturerfahrungen, sokratischen Dialog und geführte Reflexion erreicht. Dabei uns und Entspannungstechniken helfen.

Schließlich können wir verstehen, dass es Unterschiede gibt in der Art und Weise, wie wir unmittelbar und verzögert mit unseren Erfahrungen umgehen. Während Emotionen einen Moment der Trennung erfordern (z. B. um die Wut nicht zu erhöhen und die Kontrolle nicht zu verlieren), müssen Gefühle gehört und weitergeleitet werden (Was ist los mit mir? Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern?). Auf jeden Fall ist sowohl die Regulierung von Emotionen als auch die Neuinterpretation von Gefühlen möglich und beide begünstigen die geistige Gesundheit.

  • Bigman Y. E., Sheppes, G. & Tamir, M. (2017). When less is more: Effects of the availability of strategic options on regulating negative emotions. Emotion, 17(6), 993-1006.
  • Goleman, D. (1996). Inteligencia emocional (4a ed. edición). Barcelona: Kairos.