Nur der Mensch, der Liebe gibt, kann Loyalität empfangen

1. August 2017 en Psychologie 580 Geteilt

Viele Menschen sprechen über Loyalität und jeder einzelne von ihnen sagt, dass er sie auch in die Tat umsetze. Wenn jedoch die Stunde der Wahrheit schlägt, sind alle diese Worte Schall und Rauch. Das Fundament der Loyalität ist Respekt. Und Respekt ist nicht anderes als eine Frucht der Liebe, der ehrlichsten Art der Zuneigung.

Dieser Begriff beinhaltet mehr als nur eine einfache persönliche Wertvorstellung. Er verkörpert eine Form innerer Erfüllung, die wir praktizieren können sollten. Denn die Loyalität ist der wahrhaftigste Weg, sich mit jemandem zu verbinden – auch mit uns selbst. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir unseren Instinkten und unserer Intuition loyal gegenüberstehen – unseren Werten und auch den Menschen, die unser Herz nähren und formen.

Nur der Mensch, der Liebe gibt, kann Loyalität empfangen. Deshalb kann die Loyalität Fehler akzeptieren und tolerieren – aber niemals den Betrug.

Der Terminus „Fidelitas“ hat lateinische Wurzeln, die uns eine wahrhaft spirituelle Bedeutung vermitteln: Mit Gott vereint und diesem Wesen gegenüber loyal zu sein. In der heutigen Zeit, in der sich unsere Gesellschaften mit einer solchen Eile vorwärtsbewegt und Bedürfnisse und eine große Leere im Übermaß vorhanden sind, ist es vor allem eine gute Idee, diese Treue zu üben, mit der wir uns mit uns selbst verbinden. Mit dieser besonderen Gottheit, mit diesem Ich, das wir manchmal übersehen und vernachlässigen.

Ein Herz, das in der Lage ist, sich selbst und andere mit Respekt und Zuneigung zu behandeln, hat die Möglichkeit, viel harmonischere Kontexte und Dynamiken zu fördern und kann – selbstverständlich – loyalere Bindungen aufbauen. Und glücklichere.

Setzen wir das tatsächlich in die Tat um!

Respekt, Loyalität und Tapferkeit

Wir wissen, dass „die magische Formel“ oftmals nicht funktioniert. Wer andere mit Respekt behandelt, wird im Gegenzug nicht immer Respekt ernten. Das Äquivalent zu „Liebe geben“ heißt nicht immer auch „Liebe empfangen“. Die Tatsache, dass das Leben nicht immer nach der genannten Formel verläuft, bedeutet allerdings nicht, dass wir aufhören sollten, Respekt und Liebe zu geben.

Zuallererst sollten wir uns jeden Tag darin üben, uns selbst gegenüber loyal zu sein. Wir möchten hier verschiedene Beispiele anführen, sodass du das Ganze ein bisschen besser verstehst.

  • Stell dir eine Person vor, die bei ihrem Partner bleibt – ungeachtet der Tatsache, dass der Partner ihr untreu war.
  • Stell dir eine Fachkraft vor, die gezwungen wird, so manche Aufgabe auszuführen, die mit ihrem Wertesystem kollidiert – nur weil die Vorgesetzten es angeordnet haben.
  • Denke auch an Kinder, die bestimmte Karrierepfade einschlagen, nur weil diese den Erwartungen ihrer Familie entsprechen.

Man sieht deutlich, dass in keinem dieser Fälle Loyalität gegenüber sich selbst praktiziert wird. Wer der Stimme seines Herzens nicht folgt und sich von äußeren Loyalitäten vom Weg abbringen lässt, wird Schmerz erleiden und diesen auch nach außen hin ausstrahlen.

Loyalität erfordert eine große Portion Tapferkeit. Um wir selbst zu sein, werden wir mehr als eine Schlacht auf unserem Lebensweg ausfechten müssen. Und das muss uns von Anfang an klar sein.

Dennoch wird nur derjenige in der Lage sein, anderen das Beste zu geben, der sich mit sich selbst verbinden kann, um die Authentizität von Kopf und Herz zu praktizieren. Diese ehrliche, authentische Liebe voller Respekt wird zudem auch das Vermögen fördern, mit Loyalität behandelt zu werden.

Die Mitmenschen liebevoll behandeln – ein Perspektivenwechsel

Wayne Dyer war ein bekannter Psychologen und Autor von Selbsthilfebüchern. In seinem transpersonalen Ansatz pries er vor allem die Notwendigkeit, einen Gedanken umzukehren, um eine neue Realität zu schaffen.

Probieren wir das einmal aus. Es ist durchaus möglich, dass einige von uns die Vorstellung verinnerlicht haben, dass es nutzlos und frustrierend sei, andere liebevoll zu behandeln. Weil derjenige, der auf die Liebe baue, nur Enttäuschungen erlebe und niemals Loyalität erhalte.

Wir laden dich ein, Dyers Vorschlag Folge zu leisten und deine Perspektive und bestimmte Gedanken zu verändern. Versuche es, um deine eigene Wirklichkeit ein bisschen zu verbessern.

Der erste Aspekt, den wir uns merken können, ist zweifellos der der persönlichen Integrität. Unsere Worte sagen aus, was wir gern sein möchten, aber unsere Handlungen zeigen, wer wir wirklich sind. Wenn du an den Wert Respekt glaubst, dann biete ihn an. Wenn du den Wert Loyalität verteidigst, dann widme ihn im Gegenzug jemandem, der ihn dir täglich erweist. Lasse die Zuneigung in deine Handlungen einfließen, glaube an die Demut und handle immer nach dem Gegenseitigkeitsprinzip. 

Die Sprache der Loyalität ist ruhig und unaufgeregt. Vergib Fehler, bringe dich voll ein und vertraue den Menschen – es sei denn, sie zeigen dir, dass sie dein Vertrauen nicht verdient haben. Zeige den anderen dein Herz voller Ruhe und Respekt, selbst wenn am Horizont ein Sturm aufzieht. So kannst du dir immer deinen inneren Frieden bewahren.

Erinnere dich vor allem daran, dass man Liebe mit Loyalität gleichsetzen kann. Das ist ein ungeschriebener Vertrag, den du mit deinem Partner, deiner Familie oder deinen Kindern eingehst. Darum also: Wenn du jemanden liebst, dann hintergehe diesen Menschen nicht. Und wenn du ihn nicht liebst, dann wecke keine falschen Illusionen und versuche nicht, von ihm Loyalität einzufordern.

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