Nicht was du gemacht hast zählt, sondern mit wem

· 28. September 2017

Du hast schon vieles erlebt, gute und weniger gute Erfahrungen gemacht. Auch in Zukunft wirst du Dinge erleben, die dich prägen. Und wenn du zurückblickst, wirst du dich erinnern. Aber worauf wirst du dich konzentrieren, wenn du in deine Vergangenheit blickst? Es werden vielleicht nicht deine persönlichen Erfolge sein. Der Schwerpunkt wird nicht darauf liegen, was du erreicht hast, sondern mit wem du es erreicht hast.

Die besten und die schlechtesten Momente in unserem Leben werden immer von Menschen bestimmt.

In vielen dieser Situationen, sowohl den positiven als auch den negativen, an die du dich nun wie an Geschichten erinnerst, spielen Menschen die Hauptrolle. Menschen, die dich geprägt haben. Menschen, die dich inspiriert haben. Sogar Menschen, die dich verletzt haben.

Es ist seltsam, wenn man sich der Menge an Zeit bewusst wird, die wir unseren Erfolgen, Zielen, Vorhaben und unserer persönlichen Entwicklung schenken. Denn wenn wir zurückblicken, waren es viele unserer Bemühungen und Anstrengungen scheinbar nicht einmal wert, sie im Gedächtnis zu behalten. Aber ganz gleich, ob wir uns an Siege oder Niederlagen erinnern, es geht letztendlich doch um die Menschen, die uns in jenen Momenten begleitet haben.

Es geht nicht um das Was, sondern um die Menschen

Zu anderen Menschen Verbindungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten ist sehr wichtig für uns. Von Kindheit an prägen uns zwischenmenschliche Beziehungen. Denken wir nur mal einen Moment an unsere Eltern, wie sie uns eine grundlegende Stütze waren und uns, sowohl buchstäblich als auch metaphorisch, geholfen haben, unsere ersten Schritte in der großen Welt zu gehen.

Aber schon bald traten unsere engen Verwandten aufgrund neuer Freunde und Partner in den Hintergrund. Das war für uns eine neue Welt, in der wir mit Leuten umgehen mussten, die nicht Teil unserer Familie waren, auch wenn wir sie manchmal als solche betrachten. Viele von ihnen haben uns enttäuscht, andere positiv überrascht.

Trotzdem allem vertrauen wir anderen nach wie vor und leiden deshalb auch ab und zu. Und mit Menschen werden wir die Bedeutung des Wortes Glück erfahren. Durch all diese Menschen werden wir viel über zwischenmenschliche Beziehungen lernen.

Menschliche Bindungen, eine tägliche Aufgabe

Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, ein besseres Verhältnis zu unserem Chef herzustellen, die Diskussion zu lösen, die wir mit unserem Bruder hatten oder Umstände zu verbessern, die uns im Zusammenhang mit anderen Menschen Sorgen bereiten. Es ist, als ob das der Grundstein für alles andere wäre. Als sei unser hauptsächliches Ziel im Leben, unsere Beziehungen zu anderen Menschen zu verbessern.

„Wir stecken zwar eine Menge Zeit und Mühe in unsere persönlichen Erfolge wie etwa unsere Karriere. Aber die Erlebnisse, die schließlich in Erinnerung bleiben, weil sie uns am glücklichsten machen und auch das größte Potenzial für Schmerz enthalten, sind soziale Ereignisse, Momente, in denen wir uns anderen verbunden fühlen.“

Shira Gabriel

Du denkst dir vielleicht, was ist mit den Menschen, die ich nicht mag? Um diese Bindung möchte ich mich nicht bemühen. Ich möchte mich von ihnen befreien. Wenn man nur diese Realität betrachtet, wird dir klar, dass andere Menschen der Kern unseres Lebens sind? Das Gute und das Schlechte daran zeigt sich in den Menschen, denen wir einen bestimmten Wert in unserem Leben zuschreiben.

Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen. Wir haben das Bedürfnis, mit anderen zu kommunizieren, um das Gefühl zu haben, zu einer Gruppe zu gehören. Deshalb ist es für unser Wohlbefinden essenziell, eine Verbindung zu anderen aufzubauen. Wenn wir das nicht tun, fühlen wir uns traurig und negative Gefühle sprießen in uns. Daher ist es nur logisch, dass man beim Blick in die Vergangenheit den Fokus darauf setzt, mit wem man entscheidende Momente verbracht hat.

Glück entsteht, wenn man es teilen kann

Wenn uns Menschen so wichtig sind, dann ist es normal, dass wir nicht glücklich sein können, wenn wir unsere Erfolge und Ziele mit niemandem teilen können. Das erklärt, warum sich viele Menschen, die erfolgreich sind und wichtige Ziele erreicht haben, die sie triumphieren lassen, trotzdem nicht erfüllt fühlen.

Denke an jemanden, der sehr erfolgreich ist. Die Person musste sich mit anderen messen, die ebenfalls erfolgreich waren. Aber durch Anstrengung, Leidenschaft und harte Arbeit hat sie erreicht, was sie sich immer gewünscht hat. Aber was hat sie sich gedacht, als sie ganz oben angekommen war? Sie war wahrscheinlich stolz, besonders aber, wenn sie dieses Erlebnis auch mit ihren Lieben teilen konnte. Wenn das offensichtlich erscheint, ist es dann nicht an der Zeit, danach zu handeln?

Beginne, die Menschen um dich herum wertzuschätzen. Manchmal vergessen wir sie. Wir halten uns selbst davon ab, Zeit mit unserer Familie zu verbringen, weil wir zur Arbeit müssen. Wir verschieben das Abendessen mit unseren Freunden aufgrund von Projekten oder anderen Dinge, die denen jemand anderes eine höhere Priorität eingeräumt hat.

Deine Erfolge werden nicht den gleichen Effekt auf dich haben, wenn du sie mit niemandem teilen kannst.

Vergiss nicht, dass Momente einzigartig und unwiederbringlich sind. Wenn du sie nicht nutzt, wenn du kannst, werden sie vorbeigehen und nie wiederkommen. Eine Vision für die Zukunft zu haben ist gut. Aber wenn Menschen einen so wichtigen Teil unserer Erinnerungen darstellen, dann lass sie nicht beiseite. Sie haben es genauso verdient, dass du ihnen deine Zeit widmest.

Also konzentriere dich auf die Menschen, wenn du zurückblickst, auf jene Personen, die die wichtigen Momente in deinem Leben geprägt haben. Denn hier gibt es kein beinahe. Absolut jeder einzelne dieser besonderen Momente, die schmerzhaftesten und intensivsten Situationen, der Tag, an dem du dich völlig erfüllt gefühlt hast, und die Nacht, in der du dir gewünscht hast, zu sterben… In all diesen Momenten sind doch die Menschen die Hauptdarsteller, die Teil deines Lebens waren.