Nachtschichten: Die Auswirkungen von Nachtarbeit auf unsere Gesundheit

· 1. September 2018

Es gibt viele Menschen, die nachts arbeiten. Menschen im Gesundheitswesen, Nachtwächter und diejenigen, die häufig geschäftlich reisen, müssen sich aufgrund ihres Berufs oft die Nachtstunden um die Ohren schlagen. Eine Vielzahl an Studien hat ergeben, dass Nachtarbeit unter anderem unsere Lebensqualität und Lebenserwartung beträchtlich verringert.

Es ist nicht so, dass wir diese Stellen einfach abschaffen könnten. Viele dieser Nachtschichten betreffen grundlegende öffentliche Dienste, die rund um die Uhr angeboten werden müssen. Trotzdem gibt es viele Stimmen, die dafür plädieren, dass wir die Zeit, die wir mit Nachtarbeit zubringen, zumindest einschränken.

Arbeit, die nachts stattfindet

Da immer mehr Dienstleistungen und Geschäfte 24 Stunden lang angeboten werden bzw. offen haben, wird auch die Anzahl an nächtlichen Jobs immer größer. Zusätzlich sind da noch diejenigen Berufe, die nachts Straßen bauen oder Gebäude reinigen, die tagsüber in Betrieb sind, wie Bahnhöfe oder Bushaltestellen. Diejenigen, die uns des nachts sicher nach Hause bringen. Krankenschwestern, Ärzte und Spezialisten anderer Sparten sorgen auch nachts für ihre Patienten und Klienten. Die meisten dieser Angestellten arbeiten nicht ausschließlich nachts, sondern in rotierenden Tages- und Nachtschichten. In Deutschland arbeiten mehr als drei Millionen Menschen entweder ausschließlich oder teilweise in der Nachtschicht.

Eine Frau arbeitet nachts am Computer.

Was passiert, wenn man nachts nicht schläft?

Wenn wir nachts nicht schlafen, ruhen wir uns nicht so aus, wie wir es normalerweise tun. Dafür gibt es biologische Gründe: Unser Gehirn ist darauf programmiert, nachts zu schlafen. Menschen, die nachts arbeiten, schlafen etwa ein bis zwei Stunden weniger als alle anderen. Nur Betroffene unter 35 Jahren schaffen es, ihr normales Schlafpensum zu erfüllen – fast so, als ob sie keine Nachtschichten arbeiten würden.

Es geht aber nicht nur um die Anzahl der Stunden, die wir schlafen, sondern auch um die Qualität des Schlafs. Unser Körper bildet nachts ein Hormon namens Melatonin. Dieses Hormon steuert unseren biologischen Rhythmus, indem es unserem Körper signalisiert, wann Nacht und wann Tag ist, wann wir schlafen und wach sein sollten. Deshalb bringt es unseren Hormonhaushalt durcheinander, wenn wir nachts nicht schlafen. Das ist ein Grund, warum nachts arbeitende Frauen Veränderungen im Hinblick auf ihr Menstruation feststellen oder gar anfälliger für Brustkrebs werden. Eine zusätzliche Auswirkung von Nachtarbeit ist der Verlust von durchschnittlich fünf Lebensjahren pro 15 Jahren Nachtschicht.

Abgesehen von den oben beschriebenen, langfristigen Konsequenzen sind Angestellte in der Nachtschicht oft leichter reizbar. Sie haben ein höheres Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, schlechtere Essgewohnheiten anzunehmen, unter Verdauungsproblemen und chronischer Müdigkeit zu leiden. Oft beginnen diese Menschen sogar, ihr Familien- und Sozialleben zu hassen.

Eine Sicherheitskraft betrachtet die Bildschirme von Überwachungskameras.

Die Auswirkungen von Nachtarbeit verringern

Wenn du nachts arbeiten musst, solltest du unbedingt die unterstehenden Ratschläge befolgen, um sicherzustellen, dass dein Körper so normal wie möglich weiterarbeiten kann. 

  • Niemand im Alter von >35 Jahren sollte Nachtschichten einlegen. Wenn möglich, solltest du die Nachtschicht vermeiden, wenn du älter als 35 bist. Das ist die Altersgrenze, bis zu der dein Körper sich noch leichter von dieser Art der Arbeit erholt.
  • Probiere, vor der Arbeit zu schlafen – am besten, wenn es dunkel wird. Eineinhalb Stunden Schlaf vor der Arbeit ist am besten, so gegen 20 oder 21 Uhr. Wenn du vor der Nachtschicht schläfst, nutzt du die Tatsache aus, dass unser Gehirn zu dieser Zeit bereits Melatonin produziert.
  • Trage eine dunkle Sonnenbrille, wenn du von der Arbeit gehst. Wenn du den Arbeitsplatz verlässt und dabei eine dunkle Sonnenbrille trägst, kannst du dein Gehirn täuschen. Es glaubt dann, es wäre noch dunkel. Zuhause kannst du die Jalousien herunterlassen, um zu vergessen, dass es Tag ist.
  • Nimm Melatonin. Wenn dein Körper es nicht schafft, Melatonin in ausreichender Menge herzustellen, solltest du unbedingt eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen Melatonin nehmen, um einen natürlichen Schlafzyklus zu simulieren.
  • Schotte dich vor Lärm ab. Du solltest alles Menschenmögliche tun, um in einer leisen Umgebung schlafen zu können. Wenn du während des Schlafs lauten Lärm hörstn, kann das die Qualität deines Schlafs beeinträchtigen.
  • Lasse dich zu deinem derzeitigen Gesundheitszustand untersuchen. Als Nachtschichtarbeiter solltest du dich untersuchen lassen, um festzustellen, ob dein Gesundheitszustand den Anforderungen der Nachtarbeit entspricht. Wer im Gesundheitswesen arbeitet, sollte die Nachtschichten besser beenden, wenn die eigene Gesundheit darunter leidet.

Schlafen ist genauso eine Notwendigkeit wie Essen und Trinken. Wir sollten eine gute Schlafhygiene für alle fördern, damit diejenigen, die unter diesen schwierigen Bedingungen arbeiten, auch wirklich hochwertige Dienste anbieten und leisten können.