Musik und Emotionen

14. Mai 2017 en Emotionen 0 Geteilt

Die Definition von Musik ist: „Kunst, Töne in bestimmter (geschichtlich bedingter) Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus, Melodie, Harmonie zu einer Gruppe von Klängen und zu einer stilistisch eigenständigen Komposition zu ordnen.“ Deshalb ist Gesang, die Töne einer Gitarre oder einer Geige, die vom klassischen Orchester oder einer Rockband gespielten Stücke alles Musik.

Schon in der Antike wurde Musik als Kunst geehrt. Sie ist ein Art Code, eine universelle Sprache, die man in allen Kulturen und in der Geschichte der Menschheit zu jederzeit gesprochen hat. Interessanterweise sind die Hieroglyphen, die man mit „Musik“ übersetzt, die gleichen wie die, die „Freude“ und „Wohlbefinden“ bedeuten. Und in China bedeuten die zwei Zeichen für Musik soviel wie „genieße das Geräusch“. Musik hat bis jetzt überlebt, weil sie uns uns gut fühlen lasst.

Musiktherapie

Möglicherweise reichen die Ursprünge der therapeutischen Nutzung von Geräuschen ebenfalls bis zum Anbeginn der Menschheit zurück. Platon hat schon gesagt, dass „Musik das für die Seele ist, was der Sport für den Körper ist“.  Er erkannte, dass Musik bestimmte Qualitäten oder Eigenschaften besitzt, die einen Einfluss auf unsere emotionalen und/ oder spirituellen Dimensionen haben.

Die American Music Therapy Association (AMTA) definiert Musiktherapie als „eine Strategie im Gesundheitswesen, die Musik und musikalische Aktivitäten benutzt, um körperliche, psychologische und soziale Bedürfnisse von Menschen in jedem Alter zu behandeln. Musiktherapie ist gut auf die Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen und Krankheiten abgestimmt, verbessert aber auch die Lebensqualität von gesunden Menschen. Entsprechende Interventionen eignen sich, um das Wohlbefinden zu verbessern, Stress zu lindern, Schmerz zu verringern, Gefühle auszudrucken, das Gedächtnis zu optimieren, die Kommunikation zu verbessern und körperliche Rehabilitation zu unterstützen.“

Wenn wir den Terminus Krankheit als eine Unterbrechung oder als ein Ungleichgewicht verstehen, dann können wir nachvollziehen, dass Musik dabei helfen kann, jene Brücken zu bilden, die nötig sind, um die Kommunikation mit unserem Inneren wieder aufleben zu lassen. Sie trägt zur Verbesserung der Gesundheit bei.

Heute wird Musiktherapie für eine Reihe von Erkrankungen bei Patienten jeden Alters angewandt. Häufig finden Anwendungen im Bereich der Erziehung, Psychologie, Physiologie und der Geriatrie statt. Als Beispiele seien genannt: Autismus, Hyperaktivität, Down-Syndrom, weiterhin Depression, Angst, Stress, dazu Onkologie, Schmerz, Intensivtherapie, und schließlich Demenz.

Dank der Fähigkeit von Musik, auf allen Leveln zu wirken, kann Musiktherapie auch Ziele wie die folgenden erreichen:

  • Verbesserung von Emotionen und Verhalten
  • Entwicklung von Kommunikation und anderen Arten des Ausdrucks
  • Loswerden von überschüssiger Energie
  • Entwicklung von affektiv-emotionalem Bewusstsein
  • Menschen bereichernde musikalische Erfahrungen zu geben, sodass sie sich besser motivieren können
  • Stärkung von Selbstbewusstsein und Persönlichkeit
  • Resozialisierung, Sozialisierung und Erziehung

Beeinflusst Musik Menschen auf emotionalem Level?

Wer hat noch keine Emotionen gespürt, während er Musik gehört hat? Geräusche und Musik wühlen unsere Emotionen auf, welche unsere Physiologie und unsere Hormone in Bewegung bringen. Sie ändern unsere Herzrate und unseren Puls. Wir können uns dessen bewusst sein, sind es tatsächlich oft aber nicht.

Musik wurde in der Antike benutzt, um Kriegern und Jägern Mut zu machen. Sie wird auch in Filmen eingesetzt, um die Effekte bestimmter Szenen zu verstärken und wird so zu einem unabdingbaren Code für die emotionale Charakterisierung des Skripts und der Situationen (Cohen, 2011).

Unsere Stimmung drückt sich oft in der Art von Musik aus, die wir hören oder singen. Ein trauriges Lied kann uns in einem melancholischen Zustand versetzen, während ein fröhliches Lied zu ein paar glücklichen Minuten führen kann. Genauso, wie uns sanfte und harmonische Musik in unseren Entspannungsmomenten und beim Lernen begleitet, benutzen wir rhythmische Musik beim Sport.

Musik hat einen Einfluss auf viele unserer wichtigsten Erinnerungen. Wer hat noch nie eine bestimmte Situation mit einem Lied in Verbindung gebracht?

Die Hirnregionen, die von Emotionen und Musik angeregt werden sind tatsächlich genau die gleichen. Wenn das Gehirn Schallwellen wahrnimmt, dann produziert es bestimmte psycho-physiologische Reaktionen. Diese rufen Emotionen und körperliche Veränderungen wie die Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen hervor, die das zentrale Nervensystem beeinflussen.

Musik kann unseren Körperrhythmus beeinflussen, unseren emotionalen Zustand ändern und ist dazu fähig, unseren geistigen Zustand abzuwandeln, indem sie Frieden und Harmonie in unseren Geist bringt. Musik hat einen mächtigen Einfluss auf Menschen auf jedem Level.

„Die Kunst der Musik ist diejenige, die den Tränen und Erinnerungen am nächsten ist.“

Oscar Wilde

Glaubst du, wir könnten ohne Musik leben?

Bibliographie:

Jauset Berrocal, Jordi A: Music and Neuroscience: Music Therapy. Its Foundations, Effects and Therapeutic Applications. Barcelona: Editorial UOC; 2008.

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