Millennials: mit Ängsten und Sorgen in die Zukunft

Angst- und Stressstörungen sind in der Generation der Millennials weitverbreitet und das ist kein Zufall. Lies weiter, um einige Gründe dafür zu erfahren.
Millennials: mit Ängsten und Sorgen in die Zukunft

Letzte Aktualisierung: 08. Oktober 2021

Millennials werden vielfach kritisiert, Internet-abhängig zu sein und mehr Probleme als die Generation ihrer Eltern zu haben. Aus Statistiken geht hervor, dass diese Generation, die zwischen 1981 und 1993 geboren wurde, mehr Angst als je zuvor hat. Ängste und sorgen prägen  Millennials tiefgreifend. Warum das so ist, werden wir uns anschließend genauer anschauen.

Der soziokulturelle Kontext der Millennials

Der technologische und soziale Wandel hat die Generation der Millennials stark geprägt. In ihrer Kindheit gehörte Internet in vielen Haushalten bereits zur Realität. Die Wirtschaft boomte, steuerte jedoch auf die Wirtschaftskrise von 2008 zu.

Die Erziehung zu Hause und in der Schule war offener und aufgeschlossener als die ihrer Eltern. Sexualerziehung an der Schule und der Einsatz für bisher stark stigmatisierte Bevölkerungsgruppen gehörten ebenfalls zum Alltag.

Eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung, die mit der erwähnten Finanzkrise für Millennials verheerende Folgen hatte. Denn sie erfolgte zu einer Zeit, in der viele ihre ersten Erfahrungen in der Berufswelt machten.

Millennials und ihre Ängste

Warum leiden Millennials an Angst?

Angst als Gemütszustand – nicht als Symptom – ist gekennzeichnet durch Sorgen oder Nervosität angesichts von Ereignissen, die noch nicht eingetreten sind. Wenn diese Sorgen ein sehr hohes Niveau erreichen und über einen längeren Zeitraum vorhanden sind, kann es sich um eine Angststörung handeln. Normalerweise sind die inneren und äußeren Faktoren, die diese Angst auslösen, gleichzeitig vorhanden und beeinflussen sich gegenseitig.

Sozialpsychologen wie Victoria Docu nennen verschiedene Gründe, warum Angst in der Generation der Millennials so verbreitet ist. Nachfolgend nennen wir die wichtigsten davon.

Hohe Erwartungen

Das Gefühl der Dynamik und des Fortschritts in der frühen Kindheit dieser Generation hatte sehr hohe Erwartungen zur Folge: die exponentielle Entwicklung auf praktisch allen Ebenen, Wohlstand, Bildung und einen guten Job. 

Die Finanzkrise trübte jedoch den Optimismus. Unternehmen wurden geschlossen und viele Chancen gingen verloren. “Du kannst alles erreichen, was du dir vornimmst” wurde zu “Begnüge dich mit dem, was es gibt”. Ein Nährboden für chronische Frustration und Ängste.

Überbehütete Kindheit und Anpassung an den Wandel der Zeit

Die vorherige Generation lebte in einer Welt, in der die Ressourcen knapp und die Möglichkeiten begrenzt waren. Dies führte zu einem überfürsorglichen Erziehungsstil. Alle Ressourcen wurden in die Kinder investiert, denn sie sollten ein besseres Leben haben.

Als sich die Gesellschaft und die Wirtschaft jedoch in rasantem Tempo zu verändern begannen, wurde die Ungewissheit über die neuen Herausforderungen zu einer Hauptursache für Ängste.

Psychosoziale Entwicklung zum Individualismus

Die Konsumgesellschaft und die sozialen Medien haben Millennials zu Individualisten gemacht, die öffentliche Anerkennung brauchen. Viele entwickelten Abhängigkeiten von den neuen Medien, die ihnen diese Anerkennung ermöglichten. 

Lebensumstände, die mit psychischem Wohlbefinden unvereinbar sind

Viele Millennials haben Schwierigkeiten, eine Wohnung oder einen gut bezahlten Job zu finden, wodurch sich die psychosoziale Reifung in bestimmten Bereichen verzögert – beispielsweise wenn es darum geht, sich ohne elterliche Unterstützung im Erwachsenenleben zurechtzufinden.

Das durchschnittliche Emanzipationsalter hat sich deutlich nach hinten verschoben, was bei manchen Menschen zu Frustration und einem Gefühl der Stagnation führt.

Millennials und schlechte Lebensgewohnheiten

Koffeinmissbrauch oder schlechte Schlafhygiene sowie zu viel Handykonsum sind typische Gewohnheiten dieser Generation, die zu einem psychischen Zustand führen, der mit Angstzuständen einhergehen kann. Studien, belegen den direkten Zusammenhang des Konsums von Koffein oder anderen Substanzen mit Angstzuständen.

Millennials und Handysucht

Millennials und veränderte Familienstrukturen

Das traditionelle Familienmodell mit zwei Elternteilen unterschiedlichen Geschlechts wurde durch die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen verändert.

Millennials mussten sich an Scheidungen, Alleinerzieher oder an den gesellschaftlichen Widerstand gegen nicht-heterosexuelle Elternpaare anpassen; bis dahin undenkbare Modelle.

Die Hoffnung ist nicht verloren

Doch nicht alles, was diese Generation umgibt, hat mit Ängsten und Problemen zu tun. Millennials gelten als eine der Generationen mit der größten Anpassungsfähigkeit an den Wandel und finden ihren eigenen Weg, ihre Aufgeschlossenheit und Toleranz an diejenigen weiterzugeben, die ihnen folgen und vorausgehen.

Tatsächlich zeichnen sich diese neuen Generationen dadurch aus, dass sie das Stigma psychischer Störungen überwinden und ein sicheres Umfeld für alle schaffen, die an psychischen Erkrankungen leiden. Obwohl die Angst in der Generation der Millennials ein Problem ist, das gelöst werden muss, haben die Ressourcen, die daraus entstanden sind, eine solide Grundlage für ein gutes psychisches Gesundheitsmanagement geschaffen.

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