Merkmale der Typ-C-Persönlichkeit

· 30. November 2018

Eine Typ-C-Persönlichkeit, auch „krebsanfällige Persönlichkeit“ genannt, wird durch zwei besonders häufig auftretende Merkmale definiert: ein unnormaler Ausdruck negativer Emotionen und ein starkes Bedürfnis nach Harmonie.

Das Interesse daran, den Einfluss psychologischer Aspekte auf die Entstehung und Entwicklung von Krebs nachzuweisen, hat dazu geführt, dass zahlreiche Studien durchgeführt wurden. Sie konzentrieren sich auf externe und interne Faktoren, wie Stress und Persönlichkeitsmerkmale. In Bezug auf letztere führten die Forschungsarbeiten von Morris und Greer zur Definition der Typ-C-Persönlichkeit.

Nach Ansicht dieser Autoren müssten „Typ-C-Subjekte“, was Stress und Wut anbelangt, grundsätzlich als emotional zurückhaltend definiert werden. Das heißt, es handele sich hierbei um Personen, die bei negativen Gefühlen ihren emotionalen Ausdruck, beispielsweise Aggressivität, Wut, Zorn, etc., unterdrücken oder nur gering zeigen würden. Zusätzlich zu diesen Merkmalen gibt es noch viele weitere, die im Laufe der Zeit entdeckt wurden und dieses Persönlichkeitsprofil vervollständigt haben.

Nachfolgend möchten wir uns das einmal genauer ansehen.

Typ-C-Persönlichkeit im Vergleich zur Typ-B- und Typ-A-Persönlichkeit

Das Profil des Typ-A-Verhaltens entspricht konkurrenzorientierten Personen, die auf sozialer Ebene wettbewerbsorientiert auftreten. Ihre adaptiven Strategien lassen sie als eher aggressive Individuen im Kampf um den Erfolg erscheinen. Darüber hinaus sind diese Individuen häufig in Führungspositionen zu finden. Sie können Passivität nicht tolerieren und füllen jede freie Minute ihrer Zeit mit unzähligen Aktivitäten. Friedman und Rosenman prägten den Begriff der Typ-A-Persönlichkeit, um einen Persönlichkeitstyp zu beschreiben, der zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt prädisponiert.

Im Gegensatz dazu sind Personen mit einem Typ-B-Verhaltensmuster im Allgemeinen recht ruhig, vertrauensvoll, entspannt und offen für Emotionen, einschließlich eher unangenehmer Gefühle. Im Normalfall geht mit diesem Verhaltensmuster ein größeres emotionales Gleichgewicht einher, sodass es von vielen als das gesündeste Persönlichkeitsmuster betrachtet wird.

Das Verhaltensmuster einer Typ-C-Persönlichkeit zeichnet sich durch eine kooperative, aufmerksame, konformistische, perfektionistische und fleißige Persönlichkeit aus, die Konflikte um jeden Preis vermeidet und nach Harmonie strebt. Das sind Menschen, die defensiv auftreten und keine negativen Emotionen zum Ausdruck bringen. Oft zeigen sie emotionale Hemmung, Verleugnung und Unterdrückung oder gar Selbstaggression als Bewältigungsstrategien.

Eine Typ-C-Persönlichkeit zeigt angesichts stressiger Situationen eine Reihe von Verhaltensweisen, die sich durch konformistisches Auftreten und eine extreme Kooperationsbereitschaft, einen passiven Interaktionsstil und eine übermäßige Kontrolle über den Ausdruck negativer Emotionen ausdrücken.

Trauriger Mann lehnt sich auf seine Hände

In welchem Zusammenhang stehen Typ-C-Persönlichkeit und eine Anfälligkeit für Krebs?

Das Interesse an der Typ-C-Persönlichkeit ist aufgrund einiger im Zusammenhang mit Krebs stehenden Daten, wie die unten genannten, noch größer geworden:

  • In 80 % der Krebsfälle ist die Entstehung oder Entwicklung der Krankheit stark von bestimmten Verhaltensmustern, wie Rauchen oder der Ernährung, abhängig. Daher könnten risikoreiche Gewohnheiten, die unter Kontrolle gebracht werden, sowie die Einführung eines gesunden Lebensstils viele Leben retten.
  • Studien auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie haben belegt, dass Stress und Gefühle Einfluss auf den Krankheitsverlauf und das Überleben von Patienten mit einer Krebsdiagnose nehmen.
  • Menschen, die dazu tendieren, ihre Gefühle zu unterdrücken, neigen zudem eher dazu, eine Neoplasie zu entwickeln.

Psychologische Faktoren, wie das Verhaltensmuster der Typ-C-Persönlichkeit, können daher einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung von Krebs haben. Aus diesem Grund ermöglicht uns die Identifizierung der Persönlichkeitsmerkmale von Menschen, die an Krebs leiden, deren Bewältigungsstrategien ausfindig zu machen und anzupassen. Dies ermöglicht es, Bedingungen zu schaffen, die diese Menschen dazu bewegen, einen autonomeren Verhaltensstil mit sowohl physisch als auch psychisch gesünderen Verhaltensmustern zu entwickeln.

Frau mit Kopfschmerzen

Darüber hinaus können uns solche Entdeckungen dabei helfen, effektivere Präventionsstrategien zu entwickeln. Das gilt sowohl für gesunde Menschen mit einer Typ-C-Persönlichkeit, da bei ihnen das Risiko, solch eine Krankheit zu entwickeln, verringert wird, als auch für Menschen, die bereits erkrankt sind und sich in Behandlung befinden.

Außerdem ist es wichtig, dass die Arbeit der Psychoonkologie anerkannt wird, da eine fortlaufende Beratung und eine emotionale Entlastung des Patienten gewährleistet, dass Verwirrung, eine fehlende Akzeptanz und andere psychologische Störungen vermieden werden, die für die Genesung von Nachteil wären.