Meditation für Kinder: Wieso das sinnvoll ist und wie wir sie Kindern beibringen

1. Juli 2016 en Psychologie 152 Geteilt

Meditations- und Mindfulness-Übungen wurden lange Zeit als Aktivitäten für Erwachsene angesehen. Doch diese allgemeine Auffassung beginnt sich langsam zu ändern. Heutzutage gibt es immer mehr Menschen, die an der Meditation für Kinder interessiert sind, um ihnen dabei zu helfen, sich zu entspannen, Stress abzubauen und zu lernen, wie sie ihre eigene innere Quelle der Ruhe finden.

Doch wer kann Kindern beibringen, zu meditieren? Die Meditation für Kinder und Mindfulness-Praktiken können sogar von Anfängern gezeigt und gelehrt werden. Hierfür braucht man nur das nötige Interesse, man muss einfache Techniken beherrschen, zuvor schon Meditationsübungen gemacht haben, und vor allen Dingen muss das Verständnis da sein, warum das Meditieren und Mindfulness-Übungen für uns so gewinnbringend sind.

Wieso es sinnvoll ist, Kindern das Meditieren beizubringen

Stress, Technologien, mehrere Aufgaben zur selben Zeit zu erledigen, Reizüberflutung und die Hetze, der wir Tag ein Tag aus ausgesetzt sind, sind nur ein paar der Merkmale unseres schnelllebigen Alltags, und das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Daher sind die Gründe, Kindern die Meditation näher zu bringen, die gleichen, aus denen wir Erwachsene Meditationsübungen machen sollten: um zu uns selbst zu finden und wieder neue Energie zu schöpfen.

Der Stress, dem wir ausgesetzt sind, führt zu einem Gefühl von Druck und Ermüdung und macht es uns unmöglich, uns zu konzentrieren. Wir Erwachsene übertragen das auf unsere Kinder. Die Meditation ist ein Werkzeug, das uns dabei unterstützt, bewusster mit uns selbst umzugehen, an neue Energie zu gelangen und diese auch weiterzugeben.

Durch Meditationsübungen lernen wir, „geerdet zu sein“, den Moment der Gegenwart zu leben und die Ruhe für einen Moment lang zu genießen. Das erlaubt es uns, Stress abzubauen, in Kontakt mit dem eigenen Ich zu bleiben und einen Sinn für die Eigenliebe und das Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Familie meditiert zusammen

Wer von Kindesbeinen an die Meditation lernt und auch praktiziert, verfügt über Werkzeuge und Mittel, um mit Angst umzugehen und stets einen Fokus auf das Wichtige zu legen, was einem lebenslang von Nutzen ist und ein ausgewogeneres und bewussteres Leben ermöglicht.

Die Meditation für Kinder hat noch einen zusätzlichen hübschen Nebeneffekt, weil es ihnen dabei hilft, sich besser konzentrieren und besser lernen zu können. In diesem Sinn ist das Meditieren ein Training für den Verstand, das neben einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit ebenfalls den Lernprozess des kindlichen Gehirns fördert, was dem Kind das Lernen erleichtert.

5 Strategien, um die Meditation für Kinder zu lehren

Wenn wir Kindern das Meditieren beibringen wollen, müssen wir uns für altersgerechte Techniken für unsere kleinen Schüler entscheiden. Die folgenden Ratschläge und Strategien werden dir dabei helfen, die Lehre der Meditation in die richtige Richtung zu lenken.

Mache Übungen vor

Falls du einem Kind die Meditation beibringen möchtest, ist es wichtig, dass es dich bei einer solchen Übung zuerst beobachtet oder weißt, was du machst. Zu wissen, wie man meditiert, ist notwendig, um zu erfahren, bis zu welchem Punkt die Meditation für uns gewinnbringend ist. Nur so erwacht bei einem Kind das Interesse dafür. Ältere Kinder können sogar den Effekt bemerken, den eine Meditation bei dir bewirkt.

Sobald das Kind dann ein wirkliches und natürliches Interesse für die Meditation hat, kannst du ihm mehr über das Meditieren beibringen und es bei seinen eigenen Meditationsübungen unterstützen.

Die richtige Atmung ist das A und O

Jeder, der selbst meditiert oder die Meditation lehrt, weiß, dass die Atmung der Beginn und das Ende jeder Meditationsart ist. Wir sind uns in jedem Moment unserer Atmung bewusst. Daher ist die Atmung der wichtigste Bestandteil und hilft uns dabei, uns auf den Moment und den derzeitigen Ort zu konzentrieren.

Kinder können das auch ganz einfach dadurch lernen, dass sie deine Atmung, deine Brust und deinen Bauch dabei beobachten, wie sie sich beim Einatmen erheben und beim Ausatmen wieder senken. Somit verstehen sie, sich auf den Moment zu fokussieren, auf ihre Atmung und auf nichts anderes. Wenn ihr zusammen atmet, erlebt ihr diesen Moment zusammen, was gleichzeitig eure Bindung stärkt.

Lerne, dich anzupassen

Die Lehre der Meditation für Kinder ist eine persönliche Reise, sowohl für sie als auch für dich. Kinder reagieren nicht immer auf die Weise, die wir Erwachsene uns wünschen. Mit der Meditation verhält es sich genauso. Wir können ihnen zeigen, wie man sich hinsetzt, die Augen schließt und allen Schritten folgt, die auch sie beherzigen sollen, aber wenn sie es nicht möchten, dürfen wir sie auch nicht dazu zwingen.

Wir sollten Strategien suchen, die mit ihrem Interesse übereinstimmen, ihnen Werkzeuge bieten, die es ihnen ermöglichen, in sich zu gehen und sich zu entspannen. Viele Kinder haben Schwierigkeiten dabei, ruhig sitzen zu bleiben oder still zu sein, was keinesfalls schlimm, aber definitiv eine Herausforderung ist.

Meditation fuer Kinder

Benutze deine Vorstellungskraft

Wir Erwachsene verbringen viel Zeit damit, auf eine rationale und analytische Art und Weise zu denken, doch während der Meditation gilt es, kreativ zu sein und die Gedanken fliegen zu lassen, um einen wunderschönen Ort zu erschaffen, was sicherlich auch unseren Kleinen sehr gefallen wird.

Dazu kannst du dir auf jeden Fall etwas in den vielen Meditationsbüchern, die es für Kinder gibt, abschauen, um ein meditatives Ambiente zu kreieren. Du kannst dir in diesen Büchern Inspirationen holen und dann deine eigenen Ideen oder die des Kindes mit einfließen lassen, um die Meditation zu gestalten.

Bereite dich darauf vor, mehr Geduld als sonst aufbringen zu müssen

Die Vorstellung, Kindern die Meditation beizubringen, mag zwar wundervoll erscheinen, es ist aber nicht einfach. Es kann sogar sehr frustrierend sein, wenn du dieses Thema nicht flexibel und geduldig angehst. Lasse das Kind sein eigenes Interesse dafür entwickeln, gib ihm das Gefühl, dass es frei ist, wenn du ihm zeigst, wie man meditiert, und dass es beobachten und die Situation kontrollieren kann.

Für besonders unruhige Kindern ist die Meditation ein interessantes Instrument, damit sie Herr über ihre eigene Energie werden und sie angemessen kanalisieren können. Das kann für Kinder in liegendem Zustand leichter sein als im sitzenden.

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