Mediation bedeutet zuhören, nicht sprechen

· 30. September 2018

Mediatoren sind diejenigen, die sich dafür einsetzen, das Verständnis zwischen den Menschen zu fördern. Das können Geschwister sein, die um ihr Erbe kämpfen, Ehepartner vor Gericht, die sich um das Sorgerecht für ihre Kinder streiten, oder Nachbarn, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Gute Mediatoren schaffen es, Menschen, die nicht im selben Raum sein können, dazu zu bringen, sich die Hand zu schütteln.

Experten meinen dazu, der Schlüssel zur Mediationsarbeit sei zuhören, nicht reden. Sie sagen auch, dass die beste Vereinbarung jene sei, die bei beiden Parteien das Gefühl aufkommen lässt, einen Gewinn erzielt zu haben. Ein weiterer Schlüsselfaktor für eine wirksame Einigung sei die Langlebigkeit der vorgeschlagenen Lösung.

Mediatoren sind wie die Nebendarsteller eines Films. Die Interessenten sind die Protagonisten. Die Arbeit eines Mediators besteht also darin, die richtigen Fragen zu stellen. Eine gute Reihe von Fragen hilft beiden Parteien, einander zuzuhören, und ermutigt sie, ihre wahren Bedürfnisse ans Licht zu bringen.

Auch auf der politischen Bühne ist Mediation an der Tagesordnung. Politische Mediation nutzt wesentliche Merkmale der Mediation, wie wir sie in den vorherigen Absätzen beschrieben haben. Die Rolle des Mediators ist auch hier die eines Verhandlungsleiters. Er ist dazu da, die Kompromissfindung und Versöhnung zu erleichtern. Dementsprechend muss er sie sich bei Vorschlägen oder persönlichen Meinungen über den vorliegenden Konflikt der Intervention enthalten.

Niemand kann alles, aber wir alle können etwas tun.

Mediation - Schwarzes Männchen leitet Verhandlungen zwischen braunem und weißem Männchen

Mediation – Verständnis, das durch das Erkennen von Bedürfnissen erreicht wird

Mediation besteht darin, zu entdecken, dass das Gesamtbild viel größer ist, als beide Parteien zu Beginn der Verhandlungen glauben. Jede Partei bringt in der Regel ihr eigenes, perfekt konstruiertes Argument mit an den Tisch. Man hat mit eigenen Kreisen darüber gesprochen, alles scheint kristallklar und es gibt keine Zweifel. Dennoch basieren diese Ausgangsargumente meist auf Gefühlen und nicht auf dem, was tatsächlich geschieht.

Wenn das Ziel darin besteht, dass beide Parteien das Abkommen einhalten, müssen sie es akzeptieren. Der Mediator begleitet sie bis zur Einigung. Es gibt bestimmte Fragen, die sehr effektiv sein können. Zum Beispiel die Frage nach der Zukunft: „Wie soll eure Beziehung zueinander in fünf Jahren aussehen? Was muss passieren, damit sie sich positiv entwickelt?“

Wenn beide Seiten die Bedürfnisse des anderen verstehen, sehen wir die Magie des Verstehens greifen. Plötzlich verwandeln sie sich, öffnen die Augen und beginnen, sich zu entschuldigen. Das kann auch in den schwierigsten, scheinbar aussichtslosen Situationen funktionieren. Diese Strategie kann sogar in Fällen wirken, in denen es um unverzeihliche Taten geht. Bei der Mediation geht es deshalb nicht ums Reden. Es geht darum, auf die Bedürfnisse des anderen zu hören.

Die Leitprinzipien der Mediation sind: Vertrauen, freiwillige Beteiligung, offene Kommunikation zwischen beiden Parteien und die Unparteilichkeit des Mediators.

Partnerschaft

Widersprüchliche Positionen haben viel mit Gefühlen zu tun

Emotionen sind die Ursache von etwa 90 % aller Konflikte. Da ist die Angst, nachzugeben, die bedeutet, dass man stur auf seinem Standpunkt verharren muss. Oder die Angst vor Verwundbarkeit, wenn man seine wahren Bedürfnisse zum Ausdruck bringt. Mangelnde Kommunikation verursacht die anderen 10 % der Konflikte (und bewirkt zudem viele der Emotionen, die für die ersten 90 % verantwortlich waren).

Das gilt für Konfrontationen und Verhandlungen aller Art, ob es sich nun um eine Scheidung oder einen Geschäftsstreit handelt. Außerdem verlaufen die verhärtetsten Fronten meist zwischen Menschen, die sich lieben. Familie, Freunde und Menschen, denen wir vertrauen. Das liegt daran, dass die Emotionen hier stärker sind und der Konflikt meist schon sehr lange andauert.

Konflikt ist eine natürliche, menschliche Tendenz. Wir sind ständig in verschiedene Konflikte verwickelt. Nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit uns selbst. Wir sind soziale Geschöpfe und stehen in ständigem Kontakt mit anderen. Als Ergebnis dieser ständigen Interaktion stellen wir fest, dass wir gegensätzliche Interessen haben und Konflikte entstehen. Es geht nicht so sehr um die Interessen, sondern vielmehr darum, dass die Beteiligten diese Wahrnehmung haben. In der Tat ist die Einigung, die die Menschen mit der Mediation erzielen, oft kollaborativer Art.

Wie wir bereits gesagt haben, ist eine der häufigsten Konfliktursachen eine schlechte Kommunikation. Die Kommunikation zwischen zwei oder mehr Personen ist von grundlegender Bedeutung. Sie kann je nach Strategie der Beteiligten Konflikte auslösen oder lösen. In diesem Sinne besteht die Rolle des Mediators auch darin, die Kommunikationskanäle zu überprüfen. Er muss sicherstellen, dass sie offen bleiben und positive Ziele verfolgen. Das ultimative Ziel ist es, eine Einigung zu erzielen, die beide Seiten bis zu einem gewissen Grad zufriedenstellt.

Gegensätzliche Positionen entstehen, wenn wir alles auf der Grundlage dessen konstruieren, was wir fühlen, und nicht auf der Grundlage dessen, was tatsächlich geschieht. Reflexion hilft deshalb, Konflikten vorzubeugen.