Manchmal treten die tollsten Menschen in dein Leben, ohne dass du nach ihnen suchst

9. Oktober 2017 en Psychologie 1025 Geteilt

Manchmal treten die tollsten Menschen in unser Leben, ohne dass wir nach ihnen gesucht hätten. Sie kommen, um im Garten unserer traurigen Tage Blumen zu pflanzen, sie sind da, um das Echo unseres Lachens zu sein, um mit uns Pferde zu stehlen, um mit uns unsere Vorlieben und Leidenschaften zu teilen. Sie sind das Licht dieses Leuchtturms, das niemals erlischt. Widersprüche kennen sie nicht, es gibt weder Spannungen noch Hinterlistigkeit.

Neuropsychologen sagen uns häufig, dass unser Gehirn darauf programmiert ist, pro-soziale Handlungen zu initiieren. Selbstlosigkeit, Nächstenliebe und Unterstützung sind Realitäten, die evolutiv bedeutend und wichtig sind, weil sie letztendlich das Überleben der Menschheit garantieren.

„Ein großes Herz verschließt sich nicht aufgrund von Undankbarkeit, ermüdet nicht bei Geringschätzung.“

Leo Tolstoi

Jedoch, und hier liegt zweifellos die größte Unstimmigkeit, ja die bissigste Ironie der Menschheit verborgen, handeln wir hin und wieder so, als müssten wir unsere Mitmenschen regelrecht ausplündern. Wir beziehen uns dabei nicht ausschließlich auf jene extremen Verhaltensweisen, die die Schlagzeilen der alltäglichen Nachrichten sind, sondern auch auf so weitverbreitete Taten, die wir alle schon einmal ausgeübt und erfahren haben und die den folgenden gemeinsamen Tenor haben: „Ich will das du glücklich bist, aber nicht glücklicher als ich.“

Wir alle wissen sehr gut, dass die Selbstlosigkeit ab und an heimliche Interessen verwahrt. Genauso gut wissen wir auch, dass wir Menschen versagen, vielleicht weil uns die Zeit verändert oder die Masken nach und nach fallen und wir herausfinden, dass sich hinter dieser Maskerade, die uns anfangs so faszinierte, nichts weiter als ein Wesen versteckt, das eine Leere in sich trägt, das oft an seine Grenzen stößt und einem unergründlichen Egoismus folgt.

Trotz allem gibt es in unserer reichen und komplexen sozialen Fauna Menschen, die es nicht nur wert sind, sondern die uns wahre Freude bereiten. Sie zu finden, ist eine Kunst, die auf den Zufall angewiesen ist, hinter der sich aber auch etwas verbirgt, das wir gern näher betrachten würden.

Wir sind umgeben von den tollsten Menschen, wir müssen sie nur erkennen

Welche Eigenschaften haben diese Frauen und Männer, die dazu in der Lage sind, unser Leben zu bereichern? Welches Wesen haben tolle Menschen? Wir wissen, dass wir in unserem Alltag oft Dinge sagen wie „mein Arbeitskollege ist ein schlechter Mensch“  oder „meine Schwester ist ein guter Mensch“.  Diese Art von Definitionen ist aber selten immer angebracht, weil die Natur des Menschen viel komplexer ist als diese so vollkommenen Begriffe. Wir handeln alle mal mehr, mal weniger angemessen und man könnte uns daher schnell in die Kategorien der „guten Menschen“ und „schlechten Menschen“ einordnen, auch wenn man uns damit natürlich nicht immer gerecht wird.

Dennoch gibt es eine Reihe von Schlüsselfaktoren oder Eigenschaften, die diese so angenehmen Menschen ausmachen und die letztendlich diese Güte verkörpern, die wir alle vor unserem geistigen Augen haben. Ein guter Mensch zu sein, bedeutet vor allem, nicht egozentrisch zu agieren. Es bedeutet, sich mit seinen Mitmenschen zu identifizieren, Mitgefühl zu zeigen, selbstlos handeln zu können und diese mitreißende Empathie zu verspüren, die Unterstützung und Nähe vermittelt. Ein guter Mensch ist darüber hinaus dazu imstande, unter die Oberfläche, hinter die Fassade zu schauen.

Auf der anderen Seite, und das ist nicht weniger wichtig, gibt es einen weiteren Faktor, den wir nicht vergessen dürfen: Diese magischen Menschen kommen nur dann in unser Leben, wenn wir sie hereinlassen. Sie treten in unser Leben, wenn wir dazu in der Lage sind, sie zu sehen, ihren Einfluss, ihre Kunst, ihre natürliche Kraft, sich zu verbinden, zu schätzen wissen.

„Je netter und gutmütiger ein Mensch ist, desto schwerer fällt es ihm, das Schlechte in anderen zu sehen.“

Cicero

Experten für soziales Verhalten sagen uns, dass wir Menschen an einen Punkt gekommen seien, an dem wir uns mehr auf das Schlechte als auf das Gute im Menschen konzentrierten. Diese negative Sichtweise wird manchmal durch das eigene Unbehagen, durch den eigenen Frust oder sogar durch die Erinnerung an gescheiterte Beziehungen oder Enttäuschungen verstärkt. Wir werden misstrauisch und sobald Misstrauen unsere Sicht trübt und sich in unserem Herzen einnistet, wird es sehr schwierig, das warme Licht dieser Menschen durchschimmern zu sehen, die es wahrlich verdienen, ein Teil unseres Lebens zu sein.

Techniken, um herauszufinden, welche Personen es wert sind

Wir alle bewerten die Menschen, die uns umgeben, innerhalb weniger Sekunden. Doktor Rick Hanson, ein bekannter Neuropsychologe und Forscher in der „Wissenschaft des Glücks“, erklärt: „Damit es uns gelingt, uns auf eine tiefgründige Weise mit unseren Mitmenschen zu verbinden und so ihre gute Seele wahrzunehmen, ist es notwendig, dass wir innehalten, den Rhythmus verlangsamen und positive Absichten sowie diese nützliche Empathie zu erkennen, die diese besonderen Menschen haben.“

Nachstehend möchten wir dir ein paar einfache Techniken vorstellen, die dir bei der fundierten Bewertung deiner Mitmenschen helfen können:

  • Die nonverbale Sprache: Empathie erkennen wir oftmals am Gesichtsausdruck, an den Augen, die uns nicht nur anschauen, sondern beobachten, die Anteil nehmen und über die eine Verbindung hergestellt wird, in der wir uns geborgen, sicher und geschätzt fühlen.
  • Der zweite Aspekt ist zweifellos die eigene Intuition. Unsere innere Stimme sollte uns immer auf diesem Weg der Entdeckungen begleiten. Sie ist es, die das Wesen unserer Persönlichkeit, die Weisheit unserer in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen und diesen sechsten Sinn beinhaltet, die uns dazu einlädt, uns mit bestimmten Menschen zu verbinden und andere zu meiden.
  • Die emotionale Energie: Dieser Aspekt es so interessant wie intensiv, aber dennoch ist es wichtig, sie in uns zu entdecken und zu analysieren. Es gibt Menschen, die in uns durch den Ton ihrer Stimme, ihren Blick, ihr Lächeln, die Art, wie sie sich uns mitteilen usw. eine bestimmte Art der emotionalen Energie freizusetzen vermögen.

Dieses Gefühl oder diese emotionale Energie, die wir in Gegenwart mancher Menschen verspüren, ist etwas, auf das wir achtgeben und das wir hinterfragen sollten: Fühle ich mich bei dieser Person geborgen? Schenkt sie mir Ruhe und Harmonie? Kann ich ihr wirklich vertrauen?

Hin und wieder entsteht diese Verbindung unvermittelt, andere Male folgt die Anziehung einem pausierten, langsameren Rhythmus. Sie gleicht einem interessanten Schatz, den wir nach und nach entdecken und den wir für gewöhnlich eher bei introvertierten Personen finden.

Diese tollen Menschen, die unser Leben schöner, interessanter und besonderer machen, sind auf die eine oder andere Weise Geschenke, die wir alle verdienen und auf die wir vor allen Dingen aufpassen müssen. So sollten wir das auch tun und diesen besonderen Menschen, die unseren Alltag erhellen, immer die beste Version unserer selbst zeigen.

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