Ludwig XIV: Die Biografie des Sonnenkönigs

· 16. April 2019

Ludwig XIV war der Sohn des französischen Königs Ludwig XIII und seiner Frau, Königin Anna von Österreich. Ludwig XIII und Anna haben jahrelang versucht, einen Sohn zu bekommen, bis dieser schließlich am 14. Mai 1643 geboren und als Louis Dieudonné getauft wurde. Seine Geburt wurde als ein Segen betrachtet. Aus diesem Grund entschied man sich für seinen zweiten Namen, der auf Französisch „von Gott gegeben“ bedeutet.

Wie bei legendären Figuren aus Literatur und Film, deren Heldentum von vornherein hervorgesagt wird, war auch hier klar, dass Ludwig XIV von Anbeginn seiner Existenz ein göttliches Geschenk an die Welt war. Dieser Glaube wurde in der Folge besonders deutlich, als der junge Ludwig XIV zu der Überzeugung kam, dass derjenige, der dem König nicht gehorche, auch gleichzeitig Gott nicht gehorche. So kam es, dass seine Befehle als göttliche Befehle verstanden wurden.

Im Laufe der Jahre wurde Ludwig XIV unter dem Namen des Sonnenkönigs bekannt und er ging ohne Zweifel als einer der berühmtesten Könige in die Geschichte ein. Doch was waren die Schlüssel seiner Herrschaft? Hat sein Glaube an die Göttlichkeit seiner Herkunft seine Politik beeinflusst? Begleite uns auf dem Weg des französischen Königs, der die Werte des monarchischen Absolutismus in sich verkörperte.

Der Tod von Ludwig XIII

Eine turbulente Kindheit

Mit nur vier Jahren und acht Monaten kam Ludwig XIV auf den französischen Thron. Der König, der damals noch ein Kind war, war von diesem Zeitpunkt an, gemäß der damaligen französischen Gesetze, Eigentümer und Herr von 19 Millionen Menschen und ihres Vermögens.

Natürlich war Ludwig in diesem Alter noch zu jung, um tatsächlich Zugang zum Thron zu erhalten, weshalb seine Mutter als Regentin fungierte. Anna von Österreich, die Mutter des Königs, beauftragte Kardinal Jules Mazarin als Premierminister, um die Entscheidungen der Regierung zu überwachen, bis Ludwig XIV schließlich die Volljährigkeit erreichte.

Während er heranwuchs, konzentrierte sich die Ausbildung des jungen Monarchen auf Politik und Wirtschaft. In seiner Kindheit erlitt er einen Unfall, der ihn fast das Leben gekostet hätte; der kleine Ludwig XIV wäre beinahe ertrunken. Seiner Mutter wurde vorgeworfen, sie sei eine verantwortungslose Mutter oder zumindest nicht ausreichend aufmerksam gewesen. Tatsächlich war es jedoch so, dass Ludwig XIV schon in seiner Kindheit unzählige Gegner besaß. Es ist wohl keine Überraschung, dass es Personen gab, die nicht wollten, das Ludwig die Volljährigkeit erreichte.

Als Ludwig XIV neun Jahre alt war, lehnten sich die Adligen, die das französische Parlament bildeten, gegen die Krone und den Premierminister Mazarin auf. Dies war der Beginn eines langen Bürgerkriegs, der als Fronde bekannt wurde. In dieser Zeit litt Ludwig XIV zuweilen unter Demütigungen, Armut, Angst, Kälte und Hunger.

Dieser Krieg prägte den Charakter des Monarchen und veränderte sein Denken und Handeln. Natürlich konnte es nicht anders sein bei einem Kind, das in dem Glauben aufgewachsen war, der Vertreter Gottes auf der Erde zu sein. So verzieh Ludwig XIV Paris oder den Adligen niemals, ja nicht einmal dem Volk, das diese unterstützt hatte.

Letztendlich entschied Mazarin den Konflikt für sich und begann eine wirtschaftliche und administrative Reform duchzuführen, die Ludwig XIV zu seiner Amtszeit zu Ende führte. Ludwig bewunderte den Kardinal sehr und selbst als er volljährig wurde, verabschiedete er ihn nicht von seiner Position als Premierminister.

Ludwig wurde als Diplomat ausgebildet, doch gleichzeitig auch als Soldat. Er verstand die politischen Gegebenheiten des Augenblicks voll und ganz. Aus diesem Grund stimmte Ludwig XIV zu, die Tochter des Königs von Spanien, anstelle der Frau, die er eigentlich liebte, zu heiraten. Es war eine arrangierte Ehe, deren Zweck es war, den Frieden zwischen Frankreich und Spanien zu erhalten und die französische Macht in Europa zu stärken.

Der junge Ludwig XIV

Der Beginn seiner Regierungszeit: Frankreich nach Mazarin

Nach dem Tod von Mazarin machte es sich Ludwigs XIV zur Aufgabe, die staatlichen Geschicke zu leiten. Diese Entscheidung überraschte seine Berater und den gesamten Adel sehr, da die Tradition eigentlich vorsah, dass der König eher repräsentative Funktionen erfüllt. Aber Ludwig war sich seiner Natur sicher und so verteidigte er seine Rolle als absoluter Herrscher. Ohne auch nur ein Wort des Widerspruchs zu akzeptieren, begründete Ludwig XIV in seinem Land ein Regime, das in vielen Teilen Europas noch Jahrhunderte überdauern würde.

54 Jahre lang widmete Ludwig XIV sich 10 Stunden täglich der Organisation seines Königreichs. Kein Detail war ihm zu klein; er delegierte keinerlei Aufgabe. Ludwig hatte die Kontrolle über alles und Frankreich drehte sich einzig und allein um seinen König. So ist es nicht überraschend, dass Ludwig XIV schon sehr bald als der Sonnenkönig bezeichnet wurde.

Der König wusste, dass die größte Schwäche seiner Herrschaft der Adel war, der wie zu Zeiten der Fronde unvermittelt revoltieren konnte. Aus diesem Grund übersiedelte Ludwig XIV den gesamten Adel nach Versailles, in den großen Palast am Rande der Stadt. Sämtliche Adelige lebten von nun an dort, auf der Suche nach der Gunst des Königs. Weiterhin kontrollierte Ludwig XIV ein großes Netz von Spionen und Informanten, die ihn über die Pläne des Adels gegen die Krone auf dem Laufenden halten sollten. So konnte der König mögliche Vorfälle antizipieren und vermeiden.

Versailles war der Inbegriff einer zentralisierten Regierung und blieb über Jahrzehnte hinweg ein Zentrum für Kultur und Wissenschaft.

Ludwig XIV – Soldat und Mäzen

Ludwig XIV war ein großer Förderer der Künste und wurde zum Beschützer von großen Literaten wie Molière, dem einflussreichen Dramatiker. Er gründete verschiedene Akademien, darunter die Akademie der Malerei und Bildhauerei, Musik und Architektur, und war ebenso Hauptsponsor des Pariser Observatoriums.

Die französischen Künstler wiederum bauten, sangen, gestalteten und malten für den Palast von Versailles. Die Gärten von Versailles waren vielleicht das größte Kunstwerk unter freiem Himmel auf dem gesamten französischen Gebiet. Trotz der Größe des Königs und seines Palastes wurde die Monarchie jedoch zunehmend vom Volk isoliert und als Folge dessen blieb auch die Kunst den im Palast lebenden Personen vorbestimmt.

Frankreich war eine autarke Nation, doch der König blieb tief in seinem Herzen immer ein Soldat. So beschloss Ludwig XIV, in Holland einzufallen und in einer – für Frankreich wenig sehr profitablen – Mission Territorium zurückzufordern. Nur kurz danach zog Frankreich gegen die große Allianz in den Krieg, die von Spanien, England und dem Heiligen Römischen Reich gebildet wurde. Obwohl Frankreich nicht allzu viel an Land verlor, erschöpfte es seine wirtschaftlichen Ressourcen während des Krieges. Ludwig XIV war vom König einer reichen Nation zum König einer in Armut geratenen Nation geworden, die schwach war und sich miserabel fühlte.

Ludwig XIV starb nur wenige Tage nach seinem 77. Geburtstag. Damit hat er ein stattliches Alter erreicht und gilt als einer der langlebigsten Könige seiner Zeit. Nach seinem Tod wurde die Tradition weitergeführt und der dritte Sohn des Herzogs von Burgund, der zu diesem Moment gerade einmal fünf Jahre alt war, bestieg den Thron. Dabei handelte es sich um einen der Urenkel Ludwigs XIV.

Ludwig XIV war ein großer König, der für seine Beiträge zur Kultur bewundert wurde. Er verwandelte sich im Laufe seines Lebens jedoch zu einem Mann, der den Absolutismus verkörperte. Wenn wir seine Biografie lesen, lesen wir über einen Mann, der tief an die Werte des alten Regimes glaubte: daran, dass das Schicksal einer Person und die eigene Natur bereits vom Moment der Geburt an bestimmt seien. Er war ein König, dem es zweifellos gelang, seiner Nation Glanz zu verleihen, der diese aber auch in Armut stürzte. Der Sonnenkönig ist und bleibt eine ikonische Figur in der französischen Geschichte.

  • Lossky, A. (1994) Luis XIV y la monarquía Francesa. Nueva Jersey: Rutgers University.