Lerne, Grenzen zu setzen: Es sind nicht deine Probleme!

Manche Menschen sind wahre Alltagshelden: Sie haben für jeden ein offenes Ohr, ermutigen andere und sind immer bereit, einzuspringen, zu helfen und alles zu geben. Sie reichen ihre Hände und zeigen großes Einfühlungsvermögen, doch gleichzeitig belasten sie ihr eigenes Seelenleben mit den Problemen anderer Menschen.
Lerne, Grenzen zu setzen: Es sind nicht deine Probleme!

Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2021

Manche Menschen zeigen großes Mitgefühl und nehmen sich die Probleme und Schwierigkeiten anderer sehr zu Herzen. Es ist natürlich wichtig, anderen in schwierigen Situationen zu helfen und zur Seite zu stehen. Du solltest jedoch nicht zulassen, dich dadurch selbst zu sehr zu belasten. Es sind nicht deine Probleme! Bevor du selbst psychisch oder auch körperlich krank wirst, musst du Grenzen setzen.

Manche Menschen sind wahre Alltagshelden: Sie haben für jeden ein offenes Ohr, ermutigen andere und sind immer bereit, einzuspringen, zu helfen und alles zu geben. Sie reichen ihre Hände und zeigen großes Einfühlungsvermögen, doch gleichzeitig belasten sie ihr eigenes Seelenleben mit den Problemen anderer Menschen.

Wenn sie damit nicht richtig umgehen können, können sie an Stress und Überforderung leiden und schließlich selbst zu einem Problemfall werden. Damit ist niemandem gedient.

Geben und Nehmen

Jeder Mensch übt in der Gesellschaft verschiedene, sich ergänzende Funktionen aus. Manche geben alles, was sie haben, sind offen und stehen ihren Mitmenschen immer zur Verfügung. Andere hingegen neigen dazu, nicht einmal die Verantwortung für ihre eigenen Probleme zu übernehmen. Sie sind hilflos, finden keine Lösungen, sind nicht pragmatisch oder unfähig, drehen sich ständig im Kreis oder sind unentschlossen und haben keine Kontrolle über ihr Leben.

In diesem Fall sind sie von helfenden Menschen abhängig, die versuchen, ihre Probleme zu lösen. Sie selbst haben sich bereits von ihren Problemen gelöst, warten jedoch auf Hilfe oder Rat, um der schwierigen Lage zu entkommen. Die Alltagshelden stehen diesen Personen ungefragt zur Seite und übernehmen die Verantwortung für ihre Probleme.

Lerne, Grenzen zu setzen: Es sind nicht deine Probleme!

Vergiss nicht: Es sind nicht deine Probleme, lass nicht zu, dass sie dich krank machen!

Gute Seelen sind sich meist gar nicht bewusst, dass sie negative Emotionen anderer Menschen aufnehmen. Sie üben eine große Anziehungskraft aus, da sie sehr einfühlsam und sensibel sind. Meist stehen sie an erster Stelle, wenn es darum geht, anderen zu helfen und denken erst ganz zuletzt an sich selbst.

Helfertypen sind sehr verantwortungsbewusst und übernehmen die Pflichten anderer. Ganz unbewusst werden sie für ihre Handlungen mit Zuneigung und Anerkennung belohnt. Sie sind in der Regel kreativ und immer auf der Suche nach hilfreichen Lösungen. Weitere Stärken sind ihre Intuitivität und ihr besonders stark ausgeprägtes Einfühlungsvermögen. Sie sind immer an Ort und Stelle, wenn sie gebraucht werden. Sie saugen jedoch die Probleme und Schwierigkeiten anderer Menschen wie Schwämme auf und gefährden sich damit selbst.

Helfertypen gehen geschickt mit Konflikten um und sind immer bereit, anderen bei der Lösungsfindung zur Seite zu stehen. Sie sind freundliche Samariter, können sich damit jedoch selbst schaden, wenn sie mit der großen Belastung fremder Probleme nicht richtig umzugehen wissen.

Sehr einfühlsame und hochsensible Menschen

Hochsensible Personen (“Highly Sensitive Persons” oder kurz HSP) zeichnen sich durch ein sehr aufmerksames und scharfsinniges Nervensystem aus, das ständig wachsam ist. Dieses Konzept wurde vor 20 Jahren von der Therapeutin Elain Aron geprägt, um Menschen zu beschreiben, die besonders empfindlich und aufmerksam auf Umweltreize reagieren. Sie haben ein besonders feines Gespür für Details und Nuancen und reagieren entsprechend.

Alltagshelden sind an ihrer reflektierenden und nachdenklichen Lebenseinstellung zu erkennen und neigen dazu, sich für andere zu interessieren. Ihre stark entwickelte Intuition macht sie zu spontanen Psychologen. Sie erkennen Details, die andere nicht wahrnehmen, und sind immer bereit, anderen zu helfen.

Manche Menschen erleben durch Gespräche einen kathartischen Prozess. Helfertypen sind bereit, in jeder Situation zuzuhören und Probleme zu beleuchten, um eine Lösung zu finden. Es fällt den guten Seelen schwer, nein zu sagen, denn sie fühlen sich innerlich gezwungen, ihre Hilfe anzubieten.

Sie setzen keine Prioritäten und haben keine Vorurteile: Helfertypen stehen allen gerne zur Verfügung, denn sie unterscheiden nicht zwischen egoistischen und hilfsbedürftigen Menschen

Empathie ist wichtig, aber es sind nicht deine Probleme

Anderen in Not und Schwierigkeiten zu helfen ist natürlich wichtig und auch sehr befriedigend. Bei Helfertypen ist der Wunsch zu helfen Teil ihrer Persönlichkeit, doch gerade deshalb werden sie häufig manipuliert und ausgenutzt. 

Sie sehen sich oft in unangenehme Situationen oder sogar Intrigen verwickelt, da sie nicht in der Lage sind, Grenzen zu setzen. Alltagshelden sind sehr sympathisch und bieten ihre Hilfe offen an. Sie denken gar nicht daran, dass andere ungute Absichten haben könnten. Unbewusst geraten sie in Situationen, aus denen sie oft nur schwer wieder herauskommen.

Empathie ist zwar grundsätzlich eine positive Eigenschaft, da sie uns erlaubt, anderen näher zu sein, doch wenn sie nicht kontrolliert wird und alle Grenzen fehlen, kann sie auch negative Auswirkungen haben.

Empathie ist wichtig, aber es sind nicht deine Probleme

Die negativen Auswirkungen sind den guten Seelen anfangs meist gar nicht bewusst. Sie erhalten zwar Anerkennung, doch Stress, Verantwortung und die stetige Bereitschaft, Probleme anderer zu lösen, sind mit der Zeit sowohl psychisch als auch physisch sehr belastend. 

Ihr Selbstbewusstsein baut vorwiegend auf die Anerkennung anderer auf, deshalb finden sie keine Möglichkeit, innezuhalten und ihre eigene Situation zu betrachten. Sie geraten in einen Kreislauf und sind nicht in der Lage, Grenzen zu setzen, um ihre eigene Gesundheit zu wahren. Falls du dich in dieser Situation befindest, solltest du nicht vergessen, dass helfen zwar eine sehr großzügige Geste ist, doch es sind nicht deine Probleme. Deshalb solltest du auch nicht zulassen, dadurch krank zu werden!

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  • Aron, Elaine (2006) El don de la alta sensibilidad. Madrid: Obelisco