Lebe deine Träume mit offenen Augen

7. März 2016 en Psychologie 0 Geteilt

Unsere Träume spielen – so wie alle anderen Dinge, die uns ausmachen – eine wichtige Rolle in unserem Leben, wenn sie ausgeglichen und harmonisch sind. Es gibt sogar mehr Träume auf der Welt als es Menschen gibt und es passiert immer wieder,  egal ob aus Angst, Scham oder Mutlosigkeit, dass wir unsere Träume innerlich wegsperren, um nicht verletzt zu werden. Und dadurch geht zwangsläufig ein wundervoller Teil von uns verloren.

Was ist das Leben? Ein Rausch.
Was ist das Leben? Eine Illusion, ein Schatten, eine Geschichte.
Und das größte Gut ist klein genug:
Denn das ganze Leben ist ein Traum, und die Träume selbst sind ihrerseits einfach nur Träume.

Calderón de la Barca

Wir schließen unsere Träume immer wieder ein und werfen den Schlüssel weg. Und ohne es überhaupt zu merken werden wir älter und älter, leider jedoch ohne dabei auch weiser oder glücklicher zu werden.

Das ist ein leiser, schleichender Prozess, der sich gegen alles, was in uns ist, gegen unsere gesamte Natur richtet, und jedes Fünkchen Hoffnung aufzehrt. Träume sind keine naiven Hoffnungen. Sie sind weise Samen der Hoffnung, die tief aus unserem Herzen kommen. Sie sind das, was uns zu Menschen macht und uns befähigt, den kommenden Tag zu erleben und nicht nur ihn zu erleiden.

Wenn wir unsere Hoffnungen und Träume wegsperren, sperren wir im gleichen Zug auch unsere Fantasie weg, die wir brauchen, um Pläne für die Zukunft zu machen. Wir verbannen alles, was nicht zur Routine gehört und sind erleichtert, wenn ein Kalenderblatt aussieht wie das nächste.

Grundsätzlich können wir zwischen zwei Hauptarten von Träumen unterscheiden: Solche, die in relativ kurzer Zeit erreicht werden können (Kurzzeit-Träume) und solche, die Schritt für Schritt erreicht werden und zu einer besseren Zukunft führen (Langzeit-Träume).

Diese Unterscheidung von Träumen ist grundlegend, um ihre Folgen und Verwirklichungen zu verstehen. Für manche muss man viel Energie aufwenden, während andere wenig Anstrengung erfordern.

Drei Typen von Träumenden

Und so wie es mehr als eine Art von Träumen gibt, gibt es auch drei Typen von Träumenden.

Der erste Träumer-Typ setzt sich immer nur kleine Ziele, Ziele für die er seine „Normalität“ nicht aufgeben muss. Er hat Angst, weil er ein sehr geringes Selbstvertrauen hat und deshalb versucht er um jeden Preis, sein Ziel so schnell wie möglich zu erreichen und alle Gefahren, die ihn davon abhalten könnten, auszuschalten.

Dabei handelt es sich um Leute, die nur in ein Boot steigen würden, wenn sie bereits im Voraus wüssten, dass der Wind zu ihren Gunsten wehen wird, dass es keinen Sturm geben wird und dass der erfahrenste Kapitän der Marine das Schiff steuern wird. Sie würden aus Angst, nicht zu gewinnen, niemals Risiken eingehen. Und sie würden aus Angst, auf einen Stein zu treten, noch nicht einmal einen Spaziergang wagen.

Aber wie du vielleicht weißt, gibt es auch noch andere Arten von Träumenden: der zweite Träumer-Typ träumt von aufregenden Zielen, die ihn in jedem Fall herausfordern werden.

Traumtaenzer

Und schließlich gibt es da noch den dritten Typ, die Leute, die mit ihrem Kopf in den Wolken hängen. Mit anderen Worten, sie leben mehr in der Zukunft als in der Gegenwart. Sie verfolgen meist große Träume – aber ihre Träume sind nicht ausgefeilt und diese Menschen sind in der Regel nicht motiviert, ihre Träume auch wirklich zu verfolgen. Das bedeutet, dass sie zwar große Träume haben, diese aber nicht umsetzen.

Diese Leute sind es, die als „Träumer” bezeichnet werden. Ihre Seele erlebt eine andauernde Achterbahn der Gefühle, weit entfernt von ihrer tatsächlichen Lebensrealität. In einem gewissen Sinne sind sie große Kinder, die als naiv gelten und passiv ihre Gegenwart erleben.

Diese Menschen können Routine schwer aushalten und sie lieben es, neue Dinge auszuprobieren, eine Eigenschaft, die sie mit dem zweiten Träumer-Typ verbindet. Sie sind geradezu darauf versessen, neue Dinge anzufangen, bringen aber nichts zu Ende. Etwas zu Ende zu bringen bedeutet für sie, ein hohes Maß an Disziplin und Selbstkontrolle aufzubringen – Eigenschaften, die ihnen eher fremd sind.

Bis jetzt haben wir die drei verschiedenen Träumer-Typen beschrieben, als hätten sie nichts miteinander zu tun, aber in Wirklichkeit gehören die meisten Menschen nicht nur zu einem Typ. Man kann sich in der Regel jedoch mit einem Typ mehr identifizieren als mit den anderen.

Es gibt sogar die Möglichkeit, dass wir uns je nach Situation wie ein „dreigeteilter Träumer“ fühlen, der Facetten aller drei Typen miteinander verbindet und das Potential zu mehr Vielseitigkeit und Wachstum in sich trägt.

Ich für meinen Teil denke, dass die Menschen am glücklichsten sind, die sich mit dem zweiten Träumer-Typ identifizieren können, denn sie wollen sich bis zum Ende durchkämpfen und etwas erreichen, egal wie bedeutsam es ist.

Und obwohl die Fähigkeit und Neigung zu träumen von Geburt an in uns angelegt ist, wird deutlich, dass es in unserer Hand liegt, ob wir unsere Träume in die Realität umsetzen oder sie irgendwo weggesperrt verrotten lassen. Und wenn schließlich doch alles eine Illusion war, dann lasst uns wenigstens das Beste daraus machen und unsere Flügel ausspannen. Denn nur so kann in uns die Freiheit wachsen und unser Geist genährt werden, damit wir am Ende zu besseren Menschen werden.

Nur wenn wir zu fliegen beginnen, können wir auch begreifen, wie wichtig es ist, unsere Träume zu verfolgen und zu verwirklichen…wir alle sind helle Sterne an einem Firmament voller Träume. Und unsere Sehnsüchte können uns entweder herunterziehen oder aber uns inspirieren, etwas zu erreichen. Warum sollten wir nicht Letzteres wählen?

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