Künstliche Intelligenz und Psychologie

20 Juni, 2020
Künstliche Intelligenz und Psychologie beginnen, eine sehr produktive Symbiose zu bilden. Allerdings verursacht diese Entwicklung auch neue Fragestellungen und Probleme. Welche Regeln gelten beispielsweise für ihre gesellschaftliche Nutzung?

Es gibt eine Verbindung zwischen künstlicher Intelligenz und Psychologie. In diesem Artikel werden wir die Definition dieser Verbindung und auch deren Konsequenzen vertiefen. Lies einfach weiter und erfahre mehr zum Thema künstliche Intelligenz und Psychologie.

Zuerst wollen wir mit der Definition dieser beiden Disziplinen beginnen. Das Wort “Psychologie” ist nach Merriam-Webster “die Wissenschaft des Geistes und des Verhaltens und der psychischen oder verhaltensbezogenen Merkmale eines Individuums oder einer Gruppe”. Darüber hinaus definieren sie den Begriff “künstliche Intelligenz” als “ein Teilgebiet der Computerwissenschaft, das sich mit der Simulation intelligenten Verhaltens von Computern und der Fähigkeit einer Maschine, Menschen nachzuahmen, beschäftigt”.

“Der traurigste Aspekt des momentanen Lebens ist der, dass die Wissenschaft schneller Wissen ansammelt, als die Gesellschaft Weisheit.”

-Isaac Asimov-

Bereiche der Psychologie, die mit künstlicher Intelligenz zusammenhängen

Künstliche Intelligenz und Psychologie - Frau im Profil

Künstliche Intelligenz und Psychologie sind miteinander verbunden. Beide befassen sich mit mentalen Prozessen, Verhalten und Emotionen. Aber die Tatsache, dass es sich um zwei unterschiedliche Disziplinen handelt, bedeutet nicht, dass sie sich gegenseitig ausschließen.

Betrachten wir die Fachbereiche der Psychologie, die sich auf die künstliche Intelligenz beziehen:

  • Pädagogische Psychologie. Pädagogische Innovation befasst sich mit dem Lernen auf andere, aber sehr effektive Weise. Dabei werden auch Elemente der künstlichen Intelligenz verwendet. Beispielsweise intelligente Tutorensysteme, pädagogische Robotik und Neuroedukation.
  • Neurowissenschaften. Künstliche Intelligenz fördert die Forschung auf diesem Gebiet.
  • Klinische Psychologie. Werden Roboter künftig Psychologen ersetzen?
  • Kognitive Psychologie. Sie entstand aus kybernetischen Paradigmen. Darüber hinaus beeinflusste sie das Verständnis der menschlichen Fähigkeiten. Tatsächlich liefern Forschungen nach wie vor neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet. Beispielsweise zeigt Hugo D’Alarcao in seinem Artikel “Künstliche Intelligenz: Mythen und Realitäten” die Prozesse auf, die die Psychologie als Wissenschaft durchlaufen hat. Außerdem legt er die Verbindung dar, die diese beiden Wissenschaften hinsichtlich ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit haben. Nach Meinung dieses Autors beeinflussen sich künstliche Intelligenz und Psychologie also ständig gegenseitig.
  • Organisationspsychologie. Eine der Herausforderungen dieses Fachbereiches der Psychologie besteht darin, den Auswahlprozesses mit Systemen der künstlichen Intelligenz zu verbessern.
  • Forensische Psychologie. Auch bei der Verbrechenssimulation kommt künstliche Intelligenz zur Anwendung.

Wie du sehen kannst, gibt es einige Bereiche der Psychologie, die viel von der künstlichen Intelligenz profitieren können. Darüber hinaus leisten beide Wissenschaften auch wichtige Beiträge für andere Forschungsbereiche.

Der Psychologe Carlos González Tardón hat einen Artikel zu diesem Thema geschrieben. Darin spricht er darüber, wie simulierte Wesen in der Psychologie und Psychotherapie Interventionen durchführen können. Außerdem liefert er Informationen über neue Instrumente in der experimentellen Psychologie.

Künstliche Intelligenz und Psychologie in der heutigen und künftigen Psychotherapie

Heute gibt es bereits große Fortschritte bei therapeutischen Prozessen, die durch künstliche Intelligenz verbessert werden. Ist das nicht faszinierend? Denn so werden viele Dinge, die bisher nur in der menschlichen Vorstellung existiert haben, allmählich zu einer Realität.

Beispielsweise gibt es bereits Roboter, die dazu in der Lage sind, Emotionen wahrzunehmen und so das Leben einiger Menschen zu verbessern. Diese Assistenz-Roboter können als Begleiter für Menschen eingesetzt werden, die an der Alzheimer-Krankheit leiden. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Projekte, die das Leben von Menschen erleichtern können, die eine Mobilitätshilfe benötigen. Das sind wirklich erstaunliche Fortschritte!

Aber die künstliche Intelligenz ist weitaus mehr als die Schaffung von Robotern mit menschlichen Eigenschaften. Diese Systeme sind auch für therapeutische Prozesse geeignet. Beispielsweise können Therapeuten durch virtuelle Realität mit ihren Patienten arbeiten.

Künstliche Intelligenz und Psychologie - Frauengesicht aus einem Monitor

Künstliche Intelligenz und Psychologie: ethische Bedenken

Obwohl die Vorstellung wundervoll erscheinen mag, revolutionäre Methoden zur Verfügung zu haben, um das menschliche Wohlbefinden zu verbessern, gibt es hierbei auch einige ethische Bedenken und Probleme, die gelöst werden müssen. Dies ist unbedingt erforderlich, bevor diese Methoden im normalen Alltag integriert werden können.

Zweifelsohne kann eine technische Unterstützung die Lebensqualität vieler Menschen verbessern. In unserer heutigen Gesellschaft zerbrechen viele Familien und daraus ergeben sich fortlaufend neue Herausforderungen für die Menschen.

Wenn du beispielsweise ein Programm auf deinem Computer installierst oder eine App auf dein Handy herunterlädst, stimmst du den Nutzungsbedingungen zu, ohne diese in den allermeisten Fällen gelesen zu haben. Da du davon ausgehst, dass jeder Nutzer diese Bedingungen akzeptiert, stimmst auch du ihnen zu. Allerdings solltest du wissen, dass du damit vielen Dingen zustimmst und viele Berechtigungen erteilst, derer du dir überhaupt nicht bewusst bist.

In gewisser Weise delegierst du die Überprüfung, die du selber vornehmen solltest, an andere. Oder schaue dir an, wie soziale Netzwerke funktionieren.

Die Profile deiner Freunde sind voll von Werbung und anderen kommerziellen Interessen. Diese Treffpunkte werden von wirtschaftlichen Initiativen betrieben, die sehr großes Interesse an deinen Vorlieben und Interessen haben, weil sie für sich daraus einen Nutzen ziehen wollen.

Aber auch jeder Psychologe ist in seinem Beruf einem Ethikkodex verpflichtet. Und jeder kennt diese Regeln sehr genau. Wenn er diese verletzt, muss er sich vor den zuständigen Behörden dafür verantworten. Allerdings ist es momentan noch nicht möglich, dass auch eine Maschine über diesen Grad an Bewusstsein verfügt.

Abschließende Gedanken

Vielleicht sind die zwei großen Gefahren in Bezug auf die Zusammenarbeit von künstlicher Intelligenz und Psychologie die folgenden:

Franco, L.A.R. (2014). Psicología cognitiva e inteligencia artificial: mitos y verdades. Avances en psicología, 22 (1), 21-27.

González Tardón, C.G. (2006). Interacción con Seres Simuladas. Nuevas Herramientas en Psicología Experiemental. En Una perspectiva de la inteligencia artificial en su 50 aniversario: Campus Multidisciplinar en Percepción e Inteligencia, CMPI 2006, Albacete, España, 10-14 de Julio del 2006 actas. Universidad de Castilla y la Mancha, pp. 438-449.