Koffeinvergiftung – Wie kommt es dazu?

· 4. Dezember 2018

Koffein ist eine Substanz, die in der Natur in Blättern und Samen vorkommt. Wir können Koffein auch künstlich herstellen und es bestimmten Nahrungsmitteln und Getränken hinzufügen. Es wird als stimulierende Substanz betrachtet, da es das zentrale Nervensystem aktiviert und unsere Wachsamkeit erhöht.

Koffein findet man in Kaffee, Tee, vielen Sportgetränken, Schmerzmitteln und anderen rezeptfreien Medikamenten. Hersteller verwenden Koffein auch zunehmend als Zusatz zu Nahrungsergänzungsmitteln. In seiner natürlichen Form hat Koffein einen sehr bitteren Geschmack. Die meisten koffeinhaltigen Getränke werden jedoch so weit verarbeitet, dass sie ihren bitteren Geschmack verlieren.

Die meisten Menschen verspüren nach dem Konsum von Koffein einen Energieschub, so etwas wie ein „Hoch“. Koffein kann die Stimmung vorübergehend heben, meinen andere. Wieder andere glauben fest daran, dass Koffein unsere Wachsamkeit erhöhe. Manche Menschen empfinden nach der Aufnahme von koffeinhaltigen Getränken nichts dergleichen und verzichten daher auf ihren Konsum.

Das Geheimnis des Koffeingenusses ist es, koffeinhaltige Getränke in Maßen zu genießen. Hohe Koffeindosen können nämlich Angstzustände, Schwindel, Kopfschmerzen und Nervosität verursachen. Koffein kann auch unser normales Schlafverhalten stören und dazu führen, dass wir unseren biologischen Schlafrhythmus missachten.

Koffein kann süchtig machen

Die meisten Experten sind sich einig, dass Koffein nicht gefährlich ist, wenn es in Maßen konsumiert wird. Als Richtwert geben Experten an, dass ein Erwachsener pro Tag zwischen 200 mg und 300 mg an Koffein zu sich nehmen kann, ohne dass es diesbezüglich Bedenken gäbe.

Eine Tasse Kaffee, die auf einem Tisch steht

Aber schon der Konsum von nur 100 mg Koffein pro Tag kann dazu führen, dass ein Mensch abhängig wird. Dies bedeutet, dass er Entzugserscheinungen entwickelt, z. B. Müdigkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen, wenn er plötzlich aufhörz, Koffein zu sich zu nehmen.

Wie oben bereits erwähnt, beziehen wir Koffein aus verschiedenen Quellen, nicht nur aus Kaffee. Über 85 % der Kinder und Erwachsenen konsumieren so regelmäßig Koffein. Dies erklärt, warum manche Koffeinkonsumenten Symptome zeigen, die dem Drogenkonsum ähnlich sind, einschließlich Toleranz und Abstinenzsyndrom.

Koffeinvergiftung

Eine Koffeinvergiftung wird auf Basis von fünf oder mehr Anzeichen und Symptomen im Zusammenhang mit kürzlich erfolgtem Koffeinkonsum attestiert. Diese treten also ausschließlich während oder kurz nach dem Konsum von Koffein auf. Sie können auch bei niedrigen Koffeindosen vorkommen, vor allem bei Personengruppen mit erhöhtem Risiko, z. B. bei Kindern, älteren Menschen oder Personen, die nicht regelmäßig Koffein zu sich nehmen und es daher weniger gut tolerieren. Umgekehrt tritt eine Koffeinvergiftung möglicherweise trotz des Konsums hoher Dosen nicht auf, wenn Menschen eine hohe Toleranz gegenüber der Substanz entwickelt haben.

Die Symptome einer Koffeinvergiftung sind: Unruhe, Nervosität, gesteigerte Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Gesichtsrötung, Diurese und Magen-Darm-Beschwerden. Symptome, die nach einem Konsum von mehr als 1 g Koffein auftreten, sind: Sprachstörungen, Muskelkrämpfe, Tachykardie und Herzrhythmusstörungen, Hyperaktivität und psychomotorische Defizite.

Anzeichen und Symptome sollten nicht auf andere Erkrankungen zurückführbar sein. Ebenso sollten die Symptome nicht durch eine andere psychische Störung oder Vergiftung mit einer anderen Substanz erklärt werden können. Die Kriterien, die wir hier zitiert haben, stammen aus dem Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen,  dem DSM-5.

Eine Frau ist nach dem Genuss von Kaffee hyperaktiv.

Genuss in Maßen ist der Schlüssel und lässt uns eine Koffeinsucht vermeiden

Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens ist Mäßigung der Schlüssel. Bei hohen Koffeindosen können auch sensorische Störungen, z.B. ein Klingeln in den Ohren und Augenflimmern, auftreten.  Und obwohl hohe Dosen von Koffein die Herzfrequenz erhöhen, können kleinere Dosen die Herzfrequenz tatsächlich senken – was meist als angenehm empfunden wird.

Koffein hat eine Halbwertszeit von ca. 4-6 Stunden. Daher klingen die Symptome einer Koffeinvergiftung in der Regel innerhalb des ersten Tages ab und haben keine langfristigen Folgen. Wissenschaftler haben allerdings noch nicht bestätigen können, ob übermäßiger Koffeinkonsum auch chronische Kopfschmerzen verursachen kann.

Werden aber extrem hohe Dosen von Koffein aufgenommen, also mehrere Gramm, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Solche hohen Dosen können mitunter tödliche Folgen haben. Mit zunehmendem Alter neigen Personen auch dazu, stärker auf Koffein zu reagieren.

Eine junge Frau hält sich den Magen, weil dieser schmerzt.

Kinder und Jugendliche haben aufgrund verschiedener Faktoren ein erhöhtes Vergiftungsrisiko. Ein zusätzliches Risiko besteht für diese Altersgruppe, da sie oftmals noch keine Toleranz gegenüber Koffein entwickelt haben. Auch wiegen Kinder und Jugendliche generell weniger als Erwachsene, weshalb die gleiche Menge an Wirkstoff einer höheren Dosis entspricht, und es fehlt ihnen an Wissen über die pharmakologischen Wirkungen von Koffein. Nachdem Jugendliche frei verkäufliche Produkte mit hohem Koffeingehalt konsumiert hatten, konnten Forscher bei ihnen Merkmale einer Koffeinvergiftung feststellen. Zu diesen Produkten zählen etwa Energydrinks.

Daher sollten wir die Wirkung von Koffein nicht unterschätzen. Eine Koffeinvergiftung kann zu erheblichen Beeinträchtigungen in unserem persönlichen und beruflichen Leben führen. Es kann unsere Arbeit oder Schulleistung einschränken und unsere Fähigkeit, Emotionen zu regulieren. Genießen wir Koffein daher in Maßen.