Körpertemperatur: Schwankungen sind ganz normal

Manche Menschen leiden ständig an Kälte: Hoodie, warme Socken und Wärmflasche sind jedoch oft keine Lösung für dieses Problem. Doch woran liegt das?
Körpertemperatur: Schwankungen sind ganz normal

Letzte Aktualisierung: 01. Dezember 2021

Die Körpertemperatur ist nie konstant, da sie von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Die Normaltemperatur schwankt nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern ist unter anderem von der jeweiligen Aktivität, von der Tageszeit, von psychologischen Faktoren und bei Frauen beispielsweise auch von der Zyklusphase abhängig.

Manche Menschen leiden ständig an Kälte: Herren- oder Damen Hoodies, warme Socken und Wärmflasche sind jedoch oft keine Lösung für dieses Problem. Doch woran liegt das? Wir sehen uns anschließend verschiedene Faktoren an, welche die Körpertemperatur beeinflussen, wobei wir uns vorwiegend auf Stress und Depressionen konzentrieren.

Verschiedene Einflussfaktoren

Die Normaltemperatur von erwachsenen Menschen liegt zwischen 36,5 und 37,4 Grad, doch verschiedene Einflussfaktoren können zu Temperaturschwankungen führen.

Der Hypothalamus ist für die Wärmeregulation zuständig. Ist die Körpertemperatur zu gering, regt diese Gehirnstruktur den Körper an, Wärme zu produzieren. Die Fähigkeit, die Körpertemperatur trotz schwankender Umgebungstemperaturen konstant zu halten, nennt sich Homoiothermie. Bei einer Krankheit erzeugt der Körper selbst höhere Temperaturen, um Krankheitserreger abzuwehren. Dieser Mechanismus unterstützt das Immunsystem.

Weitere Ursachen für Temperaturschwankungen sind:

  • Körperliche Aktivität. Wir alle wissen, dass die Körpertemperatur bei Sport oder körperlicher Belastung steigt.
  • Tageszeit. Die unterschiedlichen Stoffwechselprozesse führen dazu, dass die Körpertemperatur nachmittags ihren Höchstwert erreicht. In der Nacht nimmt sie allerdings ab und ist dann am frühen Morgen am niedrigsten.
  • Körperbereich. Nicht jeder Körperteil weist dieselbe Temperatur auf, auch hier gibt es Schwankungen. Meist ist die Temperatur der Extremitäten geringer.
  • Menstruationszyklus. Die Körpertemperatur schwankt bei Frauen je nach der Zyklusphase. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt sie leicht.
  • Alter. Ältere Menschen haben häufig geringere Körpertemperaturen und frieren öfter. Frauen in den Wechseljahren hingegen leiden bekanntlich vielfach an Hitzewallungen.

Es gibt allerdings weitere Einflussfaktoren, die eine Veränderung der Körpertemperatur auslösen: die Ernährung (beispielsweise scharfe Speisen), Medikamente oder Krankheiten (wie Schilddrüsenüberfunktion) und andere. Auch emotionale Veränderungen beeinträchtigen die Körpertemperatur. Wir betrachten anschließend etwas genauer, welche Auswirkungen Stress und Depressionen in diesem Zusammenhang haben.

hohe Körpertemperatur

Stressbedingte Veränderungen der Körpertemperatur

Emotionale Belastungen haben in der Regel einen Anstieg der Körpertemperatur zur Folge. Ein spezifisches Gehirnareal ist bei Stress für die Wärmeproduktion zuständig. Der japanische Forscher Kazuhiro Nakamura spricht in seiner Studie von psychisch induzierter Hyperthermie.

Der ebenfalls japanische Forscher Takakazu Oka hat festgestellt, dass bei extremen emotionalen Belastungen sogar hohes Fieber entstehen kann. Er bestätigt jedoch, dass die Körpertemperatur in den meisten Fällen zwischen 37 und 38 Grad liegt. Er empfiehlt in diesem Fall beruhigende oder angstlösende Medikamente oder Psychotherapie.

hohe Körpertemperatur nach Sport

Körpertemperatur und Depression

Depressionen erhöhen die Körpertemperatur ebenfalls. Betroffene leiden in der Regel häufiger an höheren Temperaturen, da es ihnen schwerer fällt, die Temperatur durch Schwitzen zu regulieren. 

In einer Studie von J. Rymaszwesky wurde deshalb untersucht, ob Depressionen durch Kälte gelindert werden können. 23 Personen mit Stimmungsschwankungen erhielten im Rahmen dieser Forschung Kälteanwendungen. Die behandelten Patienten fühlten sich nach eigenen Aussagen danach deutlich besser. Insbesondere die Schlafqualität, Unruhe und motorische Hyperaktivität konnten damit verbessert werden.

Andererseits soll auch die Hyperthermie positive Wirkungen erzielt haben. Wärmebehandlungen aktivieren spezifische Gehirnbereiche, die die Stimmung positiv beeinflussen und deshalb bei Depressionen ebenfalls hilfreich sein könnten.

In diesem Bereich sind weitere Forschungen nötig, um Betroffenen wissenschaftlich bestätigte Therapien ohne Nebenwirkungen anbieten zu können. Die Konstanz der Körpertemperatur ist für den Menschen lebenswichtig und Wissenschaftler werden uns sicherlich noch mit vielen interessanten Erkenntnissen über dieses Thema überraschen.

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