Kochen als Therapie und wie es dir helfen kann

· 3. September 2018

Es geht um mehr als nur darum, Energie zu tanken, um deine Batterien wieder aufzuladen. Kochen kann dir helfen, Stress und Angst zu reduzieren. Möchtest du erfahren, was Kochen genau für dich tun kann? Dank Kochshows im Fernsehen und Online-Ressourcen ist es leichter geworden, Zugang zu neuen Rezepten zu finden. Beim Kochen kannst du Neues lernen und an deiner Teamfähigkeit arbeiten, um eine Mahlzeit zuzubereiten. Aber wie kann Kochen therapeutisch wirken?

Kochen und Kreativität

Angenommen, du hast alle deine Mahlzeiten für die Woche geplant. Nun ist Montag und du hast beim Einkaufen am Wochenende die Hauptzutat für ein Gericht, das du zubereiten wolltest, vergessen. Uff! Hast du Zeit, die Zutat zu holen? Wird dein Nachbar dir sie borgen können? Hier ist die Lösung: Sei kreativ.

Vielleicht sieht das Gericht, das du machst, nicht genau so aus, wie du es dir vorgestellt hast. Oder vielleicht, wenn du das Gericht zum ersten Mal zubereitest, vertust du dich mit den Gewürzen. Aber zu lernen, wie man Lebensmittel kombiniert und mit Texturen und Aromen spielt, kann sehr positiv auf dein Gehirn wirken.

Was du gerade noch als Rückschlag interpretiert hast, ist jetzt zu einer Möglichkeit geworden. Wenn sich deine Pläne kurzfristig ändern, hast du die Chance, innovativ zu sein. Also lass deiner Fantasie freien Lauf und werde kreativ! Es macht dich entscheidungsfreudiger, organisierter und effizienter. Durch Kochen kannst du dir viele neue Fähigkeiten aneignen!

Verlasse deine Komfortzone und erlaube dir einfach, zu „sehen, was passiert“ und du wirst Selbstvertrauen finden.

Eine Frau holt einen Muffin aus einer Backform.

Kochen lässt dich wachsen

Kochen stellt auch deine Geduld auf die Probe. Es braucht Zeit und egal, wie schnell du beim Essen oder Servieren bist, du kannst an dieser Tatsache nichts ändern. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, musst du warten und dir die Zeit nehmen, die die Zubereitung des Essens braucht.

Es erfordert auch Koordination und sensorisches Bewusstsein. Das heißt, Kochen lässt dich deine Sinne nutzen. Denke doch einmal darüber nach, wie du mit deinem Geruchs-, Geschmacks- oder Sehsinn feststellen kannst, ob dein Essen schon gar ist oder ob es vielleicht noch länger braucht.

Wenn du einen Teig knetest, verwendest du auch deinen Tastsinn. Um zu sehen, ob dein Kuchen im Ofen schon fertig ist, benutzt du gleich mehrere Sinne: Du riechst und siehst und tastest vielleicht. Daher ist sensorische Integration ein notwendiger Bestandteil des Kochens. Und das bedeutet auch, dass es dich dazu veranlässt, dich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Kochen heißt kooperieren und kommunizieren

Kochen in einer Gruppe kann Spaß machen, hat aber auch noch andere Vorteile. Zum Beispiel, wenn jemand Schwierigkeiten hat, Arbeit zu delegieren, kann es wirklich therapeutisch sein, zusammen mit der Familie zu kochen. Auch für Menschen, die es gewohnt sind, unabhängig zu sein, kann Kochen gut sein. Sie lernen, verständnisvoller und großzügiger zu sein. 

Die Aufteilung der Arbeit ist in allen Lebensbereichen von grundlegender Bedeutung. Das gilt für Hausarbeiten, Projekte bei der Arbeit und sogar für eine Party mit Freunden. Verhandlungsgeschick ist wichtig. Kochen hilft uns, zu verstehen, wie wichtig die Rolle jedes einzelnen Kochs ist, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Nichts ist trivial und alles ist wichtig. Jeder Mensch spielt eine Rolle bei der Essenszubereitung.

Zwei Menschen bereiten Lebensmittel für ein Essen vor.

Kochen gegen Depressionen und Angst

Therapeuten empfehlen Kochen häufig für Patienten, die an Depressionen, Angst oder großem Stress leiden.  Diese Patienten lernen, wie man kocht, einige von ihnen sogar zum ersten Mal. Während Betroffene den Anweisungen des Chefkochs folgen, um keinen Schritt zu verpassen, oder wenn ihnen neue kulinarische Techniken vorgestellt werden, können sie sich von ihren Problemen lösen.

Sie konzentrieren sich dann auf das Kochen und nicht auf ihren Zustand. Es gibt ihnen eine andere Perspektive, was eine „psychologische Hilfe“ sein kann, da die meisten Menschen sicherlich nicht an „Küche“ denken, wenn sie das Wort „Therapie“ hören. Kochen kann durchaus ein wirksamer Teil eines kognitiven Verhaltenstherapieansatzes sein.

Kochen bedeutet Lernen

Egal wie alt du bist, du hörst nie auf zu lernen. Je mehr du dein neuronales Netzwerk aktivierst, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass du eine degenerative Krankheit wie Morbus Alzheimer entwickelst. Fang deshalb an zu kochen und bleib gesund!

Lerne neue Lebensmittel kennen und erfahre, wie man andere Kochtechniken anwendet, probiere Rezepte von Freunden oder Familie aus, kreiere neue Gerichte … All das hält dein Gehirn aktiv. Neben all diesen Vorteilen kann Kochen auch eine gute Möglichkeit sein, Menschen zusammenzubringen.