Klinische Psychologie und Neuropsychologie: Was ist der Unterschied?

14 Juni, 2020
Obwohl es viele Überschneidungen zwischen der klinischen Psychologie und der Neuropsychologie gibt, ist es wichtig, den Unterschied zwischen den beiden Zweigen zu verstehen. Tatsächlich ist dies der Schlüssel, um herauszufinden, warum und wie sie sich ergänzen.
 

Die Psychologie ist eine Wissenschaft, die aus dem Bedürfnis entstanden ist, Wissen und Verständnis über den Menschen zu haben. Im Laufe der Zeit haben sich viele Fachgebiete auf dem Gebiet der Psychologie entwickelt. Diese wachsen und verändern sich je nach ihrem Schwerpunkt. In diesem Zusammenhang werden wir daher heute auf die Unterschiede eingehen, die die klinische Psychologie von der Neuropsychologie differenzieren.

Mit dem Aufkommen neuer Ansätze nimmt die Spezialisierung, zusammen mit der Anzahl der Fragen, mit denen wir konfrontiert sind, zu. In diesem Artikel werden wir versuchen, den Unterschied zwischen der klinischen Psychologie und der Neuropsychologie zu erklären.

Schlussfolgerungen Es ist wichtig zu klären, dass die klinische Psychologie und die Neuropsychologie zwar ihre Unterschiede aufweisen, aber dass sie sich dennoch auf klinischer und Forschungsebene ergänzen. Eine ordnungsgemäße Diagnose und Behandlung einer psychischen oder neuropsychologischen Störung sollte daher die Perspektive beider Fachgebiete einschließen. Mit anderen Worten, die Kombination dieser beiden Ansätze kann dazu beitragen, das therapeutische Ziel der individuellen Autonomie und Lebensqualität zu erreichen. Davon abgesehen, und wie bereits zuvor erwähnt, bestehen Unterschiede zwischen der klinischen Psychologie und der Neuropsychologie. Jeder Zweig ist auf verschiedene klinische Bereiche spezialisiert. Mit anderen Worten, einer konzentriert sich auf emotionale und Verhaltensstörungen, während der andere sich auf kognitive Defizite und Hirnschäden konzentriert. Schließlich befindet sich jeder Zweig, in Bezug auf die Forschung, auf einem anderen Weg und konzentriert sich auf Aspekte, der für ihn spezifisch relevant sind. Abgesehen davon werden Fortschritte in beiden Ansätzen dazu beitragen, die Mittel und das Verständnis für viele Aspekte der psychischen Gesundheit zu verbessern. Die klinische Psychologie untersucht die Faktoren, die das Verhalten einer Person steuern und in es eingreifen

Klinische Psychologie

Viele führen die Anfänge dieses Ansatzes auf einen Mann namens Lightner Witmer zurück, der 1896 die erste Psychologieklinik gründete. Dieser neue Zweig festigte sich mit der Gründung der American Psychological Association (APA).

Zunächst war es das Ziel der klinischen Psychologie, Merkmale oder interne Faktoren zu finden, die Menschen dazu bringen, psychopathologische Zustände zu entwickeln. Anstatt den Zustand einer Person isoliert zu untersuchen, untersucht die klinische Psychologie die Faktoren, die ihr Verhalten steuern und in es eingreifen.

 

Dieser psychologische Ansatz begann als Studie über „das Abnormale“. Infolgedessen entwickelte sich sein Wirkungsbereich um die Behandlung und Erklärung des Zustandes.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Prävention von psychischen Erkrankungen, zusammen mit der Genesung, zum primären Ziel der klinischen Psychologie. Infolgedessen begannen Psychologen, an Techniken zu arbeiten, um die Entwicklung von Pathologien zu vermeiden, indem sie gesunde mentale Gewohnheiten lehrten.

Ebenso begannen Experten auf dem Gebiet der klinischen Psychologie mit der Umsetzung der sogenannten „Beratungstherapie“. Teil dieser Art von Therapie ist es, den Menschen beizubringen, ihre Probleme in täglichen Situationen, effektiv zu lösen. Infolgedessen wurde die emotionale Unterstützung Teil der Praxis.

Neuropsychologie

Es war der Russe Alexander Luria, der die Neuropsychologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts offiziell weiter ausbaute. Seine Forschung umfasste die Entwicklung von Techniken zur Untersuchung des Verhaltens von Menschen mit Schäden an ihrem Zentralnervensystem. Diese Studien gaben den Neurologen wiederum genügend Daten, um den Ort und die Ausdehnung der Verletzung zu bestimmen. Auf diese Weise konnten sie dann den besten Weg finden, um einzugreifen.

Die Neuropsychologie konzentriert sich also auf Personen mit Hirnschäden, die die kognitiven Funktionen der Betroffenen auf irgendeine Weise verändern. Folglich ist das Ziel dieses Ansatzes die Bewertung und Rehabilitation der kognitiven Funktion und des kognitiven Verhaltens. Heute arbeiten Neuropsychologen mit Kindern, die unter neurologischen Entwicklungsstörungen leiden, sowie mit Patienten mit Hirnschäden.

 

Klinische Psychologie und Neuropsychologie: Was ist der Unterschied im klinischen Umfeld?

Im Wesentlichen konzentriert sich die klinische Psychologie auf die Diagnose und Behandlung von:

  • Emotionalen Störungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Verhaltensproblemen

Dazu gehören unter anderem Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Darüber hinaus kann dieser Zweig der Psychologie auch Werkzeuge zur Behandlung von Verhaltensstörungen, wie zum Beispiel Hyperaktivität, bereitstellen.

Auf der Präventionsseite lehrt die klinische Psychologie den Patienten Folgendes:

  • Bewältigungsstrategien für komplexe Situationen
  • Soziale Fähigkeiten
  • Emotionales Verständnis und Kontrolle

Ziel der klinischen Psychologie ist es, dass der Patient sich selbst kennenlernt und auf sozialer und kognitiver Ebene funktionieren kann. Dadurch können die Betroffenen ihre Lebensqualität verbessern.

Der Unterschied zwischen der klinischen Psychologie und der Neuropsychologie liegt in ihrer Funktion im klinischen Bereich. Letzteres befasst sich mit der kognitiven und emotionalen Bewertung im Zusammenhang mit Gehirnveränderungen. Es werden auch Prozesse zur Rehabilitation von Funktionen höherer Ordnung entwickelt, damit der Betroffene eine Autonomie entwickeln und seine Lebensqualität erhalten kann.

Daher konzentriert sich die Neuropsychologie in der Regel auf Personen, die Probleme mit folgenden Dingen haben:

  • dem Gedächtnis
  • der Aufmerksamkeit
  • der Praxis (erlernte motorische Aktivität)
 
  • exekutiven Funktionen
  • der Gnosis (Fähigkeit des Gehirns, zuvor erlernte Informationen zu erkennen)
  • der Sprache

Neuropsychologen arbeiten auch mit den kognitiven Aspekten psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie oder Zwangsstörungen.

Die Ziele der Rehabilitation umfassen, unter anderem, die geschädigten Funktionen wiederherzustellen und die kognitiven Funktionen zu stimulieren, damit sie sich richtig entwickeln. Bei dauerhaft beschädigten Funktionen können Neuropsychologen den Betroffenen dabei helfen, Strategien zu finden, um die verlorenen Kapazitäten auszugleichen.

Psychologen möchten ihre therapeutischen Methoden in technologische Instrumente integrieren, um die Therapie effektiver zu gestalten

Klinische Psychologie und Neuropsychologie: Was ist der Unterschied aus Sicht der Forschung?

Ein Forschungsgebiet der klinischen Psychologie konzentriert sich heute auf ein tieferes Verständnis psychopathologischer Störungen. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Menschen zu identifizieren, die sich den gesellschaftlichen Normen entsprechend verhalten oder nicht.

Forscher der klinischen Psychologie versuchen ebenfalls, ein tieferes Verständnis der persönlichen Entwicklung eines Einzelnen zu erlangen. Folglich analysieren ihre Studien Faktoren, die eine Person dazu veranlassen könnten, eine emotionale Störung zu entwickeln.

 

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Verbesserung der Psychotherapiemethoden. Ziel ist es, Werkzeuge zu finden, die eine bessere Diagnose und Behandlung emotionaler Störungen ermöglichen. Die Forscher hoffen, präzisere Methoden zu entwickeln, die sich an die Besonderheiten jeder Störung anpassen können.

Die Neuropsychologie hat dagegen einen anderen Forschungsschwerpunkt. Vor kurzem haben Neuropsychologen damit begonnen, Hand in Hand mit kognitiven Neurowissenschaftlern zu arbeiten. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Rolle kognitiver Funktionen höherer Ordnung bei der Entwicklung psychiatrischer und psychologischer Pathologien zu verstehen. Forscher auf diesen Gebieten hoffen auch, Strategien für eine effektivere Heilung dieser Störungen zu entwickeln.

Die Studien der Neuropsychologie haben sich ebenfalls darauf konzentriert, die Konsequenzen von Neuroentwicklungsproblemen für den Einzelnen zu verstehen. Die Forscher interessieren sich für Pathologien, die mit Problemen der Gehirnentwicklung verbunden zu sein scheinen. Zu diesen zählen beispielsweise der Autismus und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Schließlich ist auch die neuropsychologische Rehabilitation von Interesse. Psychologen möchten ihre therapeutischen Methoden in technologische Instrumente integrieren, um die Therapie effektiver zu gestalten. Mit diesen Instrumenten sollen Therapeuten Aktivitäten entwickeln, die das tägliche Leben des Patienten genauer widerspiegeln und die therapeutischen Gesamtergebnisse verbessern.

 

Schlussfolgerungen

Es ist wichtig zu klären, dass die klinische Psychologie und die Neuropsychologie zwar ihre Unterschiede aufweisen, aber dass sie sich dennoch auf klinischer und Forschungsebene ergänzen.

Eine ordnungsgemäße Diagnose und Behandlung einer psychischen oder neuropsychologischen Störung sollte daher die Perspektive beider Fachgebiete einschließen. Mit anderen Worten, die Kombination beider Ansätze kann dazu beitragen, das therapeutische Ziel der individuellen Autonomie und Lebensqualität zu erreichen.

Davon abgesehen, und wie bereits zuvor erwähnt, bestehen Unterschiede zwischen der klinischen Psychologie und der Neuropsychologie. Jeder Zweig ist auf verschiedene klinische Bereiche spezialisiert. Mit anderen Worten, einer konzentriert sich auf emotionale und Verhaltensstörungen, während der andere sich auf kognitive Defizite und Hirnschäden konzentriert.

Schließlich befindet sich jeder Zweig, in Bezug auf die Forschung, auf einem anderen Weg und konzentriert sich auf Aspekte, der für ihn spezifisch relevant sind. Abgesehen davon werden Fortschritte in beiden Ansätzen dazu beitragen, die Mittel und das Verständnis für viele Aspekte der psychischen Gesundheit zu verbessern.

 
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