Kennst du diesen Trick, um Angst zu verringern, bevor du etwas Wichtiges tun musst?

11. Oktober 2017 en Psychologie 225 Geteilt

Es gibt viele Situationen, die unsere Angst ins Unermessliche steigen lassen können, was unsere Fähigkeit, die Kontrolle zu bewahren, auf die Probe stellt. Dazu zählen beispielsweise Bewerbungsgespräche, ein Vortrag vor Publikum, eine Prüfung oder der erste Tag in einem neuen Projekt. In diesen Situationen brauchen wir fast alle eine Extradosis Vertrauen in uns selbst, und manchmal wissen wir nicht, wo wir die hernehmen sollen.

Für wenige Menschen handelt es sich dabei lediglich um weitere Aufgaben, mit denen sie recht gut umgehen können. Für andere hingegen sind dies Momente der Instabilität, die unüberwindbare Hürden darstellen. Auch gibt es Menschen, die diese Zeit der enormen Anspannung regelrecht als ein Trauma erleben. Doch eines steht fest: Fast niemandem gelingt es, die zuvor genannten Augenblicke vor einem wichtigen Ereignis hinter sich zu bringen, ohne nervös zu werden.

„Die meisten Menschen vergeuden mehr Zeit und Energie damit, über Probleme zu sprechen, als sie anzugehen.“

Henry Ford

Ein gewisser Grad an Angst ist unvermeidbar, wenn wir uns einer wichtigen Situation stellen müssen. Es gibt jedoch einen Trick, oder besser gesagt, eine Methode, die uns helfen kann, zu vermeiden, dass uns unsere Angst lähmt. Entwickelt wurde sie von Experten der Harvard University (Massachusetts, USA) und ihre Wirkung ist erwiesen. Nachfolgend erzählen wir dir, worum es dabei geht.

Ein Experiment, um die Kontrolle über die Angst zu erlangen

Diese Methode ist das zentrale Ergebnis einer Reihe von Studien über die zuvor erwähnten transienten Krisen. Laut den Wissenschaftlern sollte man in solchen Krisen einem Ritual folgen, das heißt, eine Reihe von Taten mit einem hohen symbolischen Wert ausführen.

Die Experten fanden heraus, dass sich Angst generell sehr gut mindern lässt, wenn ein Mensch sich ein Ritual ausdenkt und dieses in die Tat umsetzt. Um diese These mit Daten belegen zu können, führten sie ein interessantes Experiment durch: Sie erzeugten bei einer Gruppe von Probanden starke Nervosität. Dazu sagte man den Probanden, dass sie in wenigen Minuten vor einem großen Publikum ein schwieriges Lied singen müssten.

Sie stellten fest, dass viele der Teilnehmer bereits ihrem ganz eigenen Ritual folgten, um diese Herausforderung zu meistern. Viele wiederholten immer wieder laut: „Beruhige dich! Das ist nicht so schlimm. Du kannst das.“ Sie beabsichtigten damit, ihre Angst zu reduzieren. Dennoch schienen diese laut ausgesprochenen Sätze nicht sehr wirksam zu sein.

Die Forscher wählten eine Gruppe von Menschen aus, die eine andere Strategie anwenden sollte. Man bat sie, aufzuzeichnen, wie sie sich in diesem Moment fühlten. Danach sollten sie ihr Bild in Stücke zerreißen und in den Müll werfen. Diejenigen, die diese einfache Übung machten, konnten mit ihrer Angst besser umgehen.

In schwierigen Momenten die Kontrolle über die Angst gewinnen

Die Psychologen erklärten, dass es wenig effektiv sei, sich selbst daran zu erinnern, die Ruhe bewahren zu müssen. Sie bestätigten, dass wir mit dieser Strategie das Gleiche erreichen würden, was wir auch in anderen hervorrufen, wenn wir ihn bitten, sich zu beruhigen – nämlich nichts. Manchmal erreicht man mit solchen Äußerungen sogar genau das Gegenteil, nämlich eine noch größere Beunruhigung unserer selbst oder anderer. Wir sagen uns selbst: „Beruhige dich!“,  und wir werden noch nervöser, weil wir mit dem Frust darüber zu kämpfen haben, die Erwartungen, die wir an uns stellen, nicht erfüllen zu können.

Was in den Momenten kurz vor dem wichtigen Augenblick am meisten Angst auslöst, ist der Gedanke daran, nicht die Kontrolle über die Situation zu haben – weder zu wissen, was passieren wird, noch die Möglichkeit, negative Ereignisse abzuwenden. Aber ein einfaches Ritual, wie in der Studie vorgeschlagen, hilft uns, dieses Gefühl des Kontrollverlusts zu überwinden. Darüber hinaus ist dieses Ritual noch wirksamer, wenn seine Bestandteile eine besondere Bedeutung für uns haben.

Zusammengefasst verringert es unsere Angst, wenn wir ein Ritual entwickeln und darauf zurückgreifen, bevor wir uns stressigen Situationen stellen. Damit es zu einem Ritual wird, muss das, was wir tun, immer gleichermaßen getan werden. Manche Sänger zum Beispiel wärmen einfach ihren Hals, bevor sie die Bühne betreten. Fußballspieler berühren den Rasen des Spielfeldes, segnen sich oder gehen auf das Fußballfeld und tanzen. Andere trinken Tee oder schlafen 5 Minuten, bevor es losgeht.

Ein paar Beispiele für effiziente Rituale sind:

  • Atemübungen, während wir an Momente denken, in denen wir unsere Fähigkeit gezeigt haben
  • Fotos von Menschen bei uns tragen, die uns inspirieren können, und das kann sogar ein Foto von uns selbst in einer anderen Phase unseres Lebens sein
  • Auf Papier unsere größte Angst niederschreiben, dieses Stück Papier kauen und wieder ausspucken.

Nichts davon hat mit Magie oder Hexerei zu tun. Diese Art von Ritualen beeinflusst einfach nur bewusste und unterbewusste Kräfte. In jedem Fall ist es ratsam, dass du dir dein eigenes symbolisches Ritual ausdenkst. So absurd das auch erscheinen mag, es reduziert deine Angst und die negativen Gedanken, die diese noch verstärken, erheblich.

Ängstlichkeit und Stress, unsere schlimmsten Feinde

Daran denken, wie man die Hypothek bezahlen soll,
dass man wegen eines Staus… >>> Mehr

Auch interessant