Kein Kind sollte glauben, dass die Liebe Bedingungen hat

· 17. Februar 2016

Eine der tragenden Säulen einer emotional gesunden Erziehung besteht darin, dem Kind zu vermitteln, dass es bedingungslos geliebt wird und dass es diese Liebe auch verdient.

Dies ist wichtig, da unsere ersten Erfahrungen mit der Welt für immer unsere emotionale Entwicklung prägen, indem ein riesiges Netz gewebt wird, bestehend aus unseren Fähigkeiten, mit unserem Körper zu fühlen und uns zu lieben.

Das Gefühl, geliebt zu sein, sollte niemals von unserem Verhalten, unseren Worten, Erfolgen oder Misserfolgen abhängig sein. In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir einige Gewohnheiten loswerden, wenn wir wollen, dass die Kinder heutzutage verstehen, dass die Liebe keine Bedingungen kennt.

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Liebe knüpft man nicht an Bedingungen, Liebe gibt man

Die Fähigkeiten und das emotionale Wachstum einer Person hängen zu einem großen Teil von ihren ersten Kontakten mit er Außenwelt ab. Das Aussäen von Samen der Liebe wird somit ihre Fähigkeit bestimmen, Zuneigung zeigen zu können und sich auf eine gesunde Weise entwickeln zu können.

 Wenn wir einem Kind die Idee übertragen, dass wir es mehr mögen, wenn es die Dinge gut macht (oder was man auch immer darunter versteht), dann wird es zum Schluss meinen, dass sein Wert als Person von seinen Erfolgen abhängig ist.

Wenn also unter diesen Bedingungen ein Kind einen Fehler macht, dann sollte es uns nicht verwundern, dass für es die Welt zusammenbricht. Denn wenn man es nur wegen seiner Erfolge als schlau und besonders bezeichnet, dann kann es nur den Rückschluss ziehen, dass es Dinge nicht erreicht, die es erreichen wollte, weil es „dumm und mittelmäßig“  ist.

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So gesagt klingt das hart, doch im Kopf eines Kindes ist es sogar noch mehr. Wie können wir ein Haus mit Säulen aus Stroh aufrechterhalten? Ein jeglicher Schlag würde es zerstören. Unter diesen Bedingungen ist es unmöglich, eine starke und emotional stabile Identität und Persönlichkeit zu entwickeln.

Wir dürfen Kindern nicht sagen, dass wir sie nicht mehr mögen, wenn sie etwas Bestimmtes tun, wir dürfen nicht versuchen, sie mit Liebe zu erpressen, Zuneigung ist kein Geldstück, das man austauscht. Es muss uns klar sein, dass das Kind, nachdem es aus dem Kindesalter herauskommt, zu einem Erwachsenen werden wird und sich als solcher entweder als vollwertig oder als gebrochen fühlen wird. Was ist uns lieber?

Alle Menschen haben Liebe dafür verdient, was sie sind, und weder für das, was sie machen, noch für ihre Erfolge. Deshalb sollte „gutes Verhalten und das Einhalten von Normen“  nicht der Grund für Zuneigung sein, genauso wenig wie deren Nichteinhaltung eine Drohung darstellen sollte.

Es ist wichtig, die Kindheit zu schützen, ihre Unschuld zu bewahren und sie durch die Liebe zu respektieren. Erinnern wir uns während der Erziehung daran, dass geliebte Kinder zu Erwachsenen werden, die wissen, wie man liebt, respektiert und sich um andere kümmert.
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Die Folgen einer Erziehung, in der nicht bedingungslos geliebt wird

Wahrscheinlich sind viele von uns in einer Umgebung aufgewachsen, in der die Liebe Bedingungen hatte. Andere von uns haben vielleicht unter den Folgen gelitten, dass Menschen in ihrer Nähe unter diesen Vorzeichen groß geworden sind.

Was auch immer bei uns der Fall sei, erzeugt es Schwierigkeiten in jeglicher Etappe unseres Lebens. Wenn sie nicht geheilt werden, dann haben die emotionalen Wunden, die aus einer Liebe unter Bedingungen entstehen, einen großen Einfluss auf unser Leben als Erwachsene.

Warum? Weil man bei einem Erwachsenen davon ausgeht, dass er ein ausgeglichenes emotionales Leben hat. Auch wenn wir alle wissen, dass dem nicht so ist, sind wir nicht dazu in der Lage, bedingungslose Liebe zu erwarten, wenn wir das nicht beigebracht bekommen oder wir nicht neu erlernen, dass Liebe genau das und nicht mehr ist.

Letztendlich hoffen wir darauf, dass wir der Person vertrauen können, die sagt, dass sie uns liebt und an unser Seite bleiben will, egal was kommt. Doch ist dies gar nicht so einfach und vielleicht hat man uns beigebracht, davor wegzulaufen oder unsere Affektion und Zuneigung an Bedingungen zu knüpfen.

So finden wir Muster flüchtiger Liebe, die egoistisch erscheinen mögen. Doch am Ende besteht die Frage darin, ob diese Menschen glauben, dass Liebe bedeutet, das zu erhalten, was gut ist, und das wegzuwerfen, was einen nicht interessiert.

So gesehen können wir viel besser verstehen, wie emotionale Erziehung unsere zukünftigen Beziehungen beeinflusst. Der Schlüssel besteht darin, dass wir uns mit Liebe ernähren müssen, denn nur durch sie werden wir uns selbst kennenlernen können, glücklich sein und die Magie des Lebens genießen.