Kämpfe weise gegen das Gefühl von Einsamkeit an

10. Juli 2017 en Psychologie 338 Geteilt

Die Einsamkeit kann zerstörerisch und grausam sein, wenn wir sie zu unserem Feind machen. Aber die Gesellschaft, in der wir leben, hilft uns nicht dabei, sie anders wahrzunehmen. Von Kindesbeinen an wird uns beigebracht, dass es etwas Negatives sei, allein zu sein, etwas, was die Versager von den Gewinnern unterscheidet. Doch falls du dich mit Einsamkeit konfrontiert siehst, was tust du dann? Hörst du auf, dein Leben zu leben, nur weil du niemanden an deiner Seite hast?

Die Lösung für dieses Problem liegt in uns selbst, aber wir erkennen sie nicht, weil wir noch etwas sehr Wichtiges tun müssen: etwas allein tun, was wir aus Gewohnheit nur mit anderen machen würden. Es ist unbedingt notwendig, uns von diesem Glauben zu befreien, das die Einsamkeit negativ sei, wenn sie tatsächlich doch eine der bereicherndsten Erfahrungen sein kann.

„Was ist die Einsamkeit? Die Einsamkeit ist ein Wiedersehen mit sich selbst und muss kein Grund zur Traurigkeit sein. Sie ist der Moment, in dem wir nachdenken können.”

Der kleine Prinz

Die Einsamkeit ist ein Geschenk

Oftmals tun wir wirklich unsinnige Dinge, um zu vermeiden, allein zu sein. Wir haken uns bei anderen ein, übernehmen Aufgaben für Mitmenschen, um „sie nicht zu verlieren”, obwohl wir ihre Verpflichtungen klar von den unseren unterscheiden können. Letztendlich handeln wir so, dass unser Umfeld sich möglichst nicht verändert, denn es ist für uns unmöglich, zu akzeptieren, allein zu sein.

Bist du schon einmal ins allein Kino gegangen? Hast du dich je getraut, in deinem Lieblingsrestaurant ohne Begleitung zu Abend zu essen? Wie oft hast du auf ein Vorhaben verzichtet, weil niemand dich begleiten wollte? Wenn du einmal genauer darüber nachdenkst, schränkst du dich oft selbst ein und machst nicht das, worauf du Lust hast, wenn du dazu auf niemanden zählen kannst. Das ist einer der größte Fehler, die du machen kannst.

Es stimmt, dass es Leute um dich herum geben wird, die dich seltsam ansehen werden; dass deine Familie dir vielleicht sagen wird, dass du verrückt seist, wenn du allein in eine Bar oder in eine Diskothek gehst. Das wird wahrscheinlich diesen Irrglauben verstärken, den du noch nicht vollständig aus deinen Gedanken verbannen konntest. Und du fällst wieder in die Routine zurück.

Aber wenn du dir selbst treu bleibst, wenn du dein Glück und deine Träume nicht aufgibst, nur weil du keine Begleiter hast, dann wirst du eine ganz neue Welt der Möglichkeiten entdecken.

„Die beste Art, mit jemandem glücklich zu sein, besteht darin, allein glücklich zu sein. So ist die Gesellschaft eine Frage der Wahl und nicht der Notwendigkeit.”

Mario Benedetti

Natürlich hast du Angst vor der Ablehnung, davor, dich außerhalb deiner Komfortzone zu begeben. Aber wer weiß, ob du hier nicht auf jemand anderen triffst, der eine wichtige Rolle in deinem Leben einnehmen wird? Das sollte allerdings nicht dein Ziel sein, du solltest einfach nur Spaß haben, tun, was du tun möchtest. Es gibt in der Tat Menschen, die allein unterwegs sind und die diese Einsamkeit genießen, ganz egal, was die anderen von ihnen denken könnten oder über sie sagen.

Wir brauchen von niemandem abzuhängen

Unsere Angst vor der Einsamkeit ist das Ergebnis der extremen Gewohnheit, von anderen abhängig zu sein. Abhängig von unserer Familie, unserem Partner, unseren Freunden, nicht nur, um aktiv zu werden, manchmal sogar auch, um leben zu können. Wenn wir einsam sind, sind wir frei. Aber dann kommt die Angst davor auf, loszulassen, nicht länger an dem festhalten zu können, was uns ein Gefühl von Sicherheit gibt. Es bereitet uns Kopfschmerzen, darüber nachzudenken, dass wir allein als Seiltänzer auf einem Draht entlanggehen, ohne das wir jemandes Hand ergreifen können.

Wenn du dich in der Einsamkeit einsam fühlst,
dann ist sie ein kein guter Weggefährte

In letzter Zeit fühle ich mich etwas einsam, obwohl
ich an meiner Seite Menschen habe… >>> Mehr

Doch in der Einsamkeit entdecken wir das wunderbare Gefühl, dass wir verantwortlich für unser Leben sind und dass die uns von der Gesellschaft auferlegten Regeln und all diese ungeschriebenen Gesetze darüber, wie wir leben müssen, nicht wichtig sind. Er ist dieser Moment, in dem wir allein sind, in dem unsere Hände zittern, weil wir die Zügel unseres Lebens selbst in die Hand nehmen. Das macht uns Angst. Wie oft haben wir wohl schon gedacht, dass wir frei waren, obwohl wir im Grunde genommen noch stark von anderen abhingen.

„Um zu lieben, müssen wir an unserem Inneren arbeiten, was nur in der Einsamkeit möglich ist.”

Alejandro Jodorowsky

Wir werden uns selbst nicht hinters Licht führen. Die Einsamkeit tut weh, weil wir uns durch sie unsere größte Furcht konfrontieren. Schmerz ist jedoch immer vergänglich und dauert nie länger als notwendig an. Einsamkeit zwingt uns dazu, wir selbst zu sein, uns von all diesen vorgefassten Meinungen und dummen Regeln zu lösen, die wir für absolut wahr erachtet hatten, obwohl sie uns in Wahrheit einsperrten.

Er ist nichts Schlimmes daran, allein zu sein, und noch weniger, sich allein zu amüsieren. Ignoriere all diejenigen, die sich über dich lustig machen, da sie dich in Versuchung bringen, wieder an den Anfang zurückzukehren, wo dich die Abhängigkeit von deinen Mitmenschen unterdrückte. Wenn sich die Einsamkeit in dein Leben schleicht, heiße sie willkommen. Versuche nicht, sie zu vermeiden und lieber mit Personen zusammen zu sein, die dir nichts geben. Umarme, akzeptiere und genieße die Einsamkeit. Denn dank ihr wirst du wachsen, wirst die Scheuklappen ablegen und deinen Weg gehen können.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Junne Leloo

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