José de Espronceda: Biographie eines Dichters der Romantik

04 Juli, 2020
José de Espronceda ist einer der größten spanischen Dichter der Romantik. Hier könnt ihr mehr über sein Leben und Werk erfahren!

Viele Menschen kennen vielleicht die Gedichte von José de Espronceda, in denen der Poet gerne Stilmittel wie Kontraste, lebhafte Beschreibungen und eine Fülle von Adjektiven verwendet. Seine Poesie wurde von historischen Figuren und fantastischen Geschichten inspiriert.

Der Dichter war ein rebellischer und verzweifelter Romantiker, der auch am politischen Geschehen seiner Zeit teilnahm. Espronceda nutzte viele verschiedene Genres, um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel schrieb er einen Roman sowie Theaterstücke und verschiedene Zeitungsartikel. Aber am bekanntesten ist er wohl für seine Gedichte.

In diesem Artikel wollen wir euch José de Esproncedas Leben und Werk vorstellen. Leider sind bis dato sehr wenige der Werke des spanischen Lyrikers ins Deutsche übersetzt worden. Esproncedas Werk ist interessant, weil seine Gedichte oft Außenseiter als Protagonisten haben. So ist eines seiner bekanntesten Gedichte über einen Piraten. Jetzt können wir uns fragen, warum ist der Protagonist des Gedichts ein Pirat? Und kann ein Pirat ein romantischer Held sein?

de Espronceda schrieb Geichte über die Außenseiter der Gesellschaft - wie zum Beispiel einem Pirat.

José de Esproncedas Leben

José de Espronceda wurde 1808 in Almendralejo, Extremadura, Spanien, geboren. Politik und Literatur prägten sein Leben. In seiner Jugend versuchte der Dichter, den Tod von Rafael del Riego, einem spanischen Revolutionär, zu rächen. Außerdem gründete er eine geheime revolutionäre Vereinigung, die ihn dazu brachte, einem Kloster beizutreten. Zu dieser Zeit begann er mit der Komposition von „Pelayo“, einem epischen Gedicht über die muslimische Eroberung in Spanien.

Aufgrund seiner revolutionären Überzeugungen ging Espronceda ins Exil. Erst zog der Dichter nach Gibraltar, dann nach Lissabon und schließlich nach London. Wegen seiner radikalen Ideen wurde er viele Male verhaftet. Nach einem Besuch in Paris kehrte er nach Spanien zurück.

José de Espronceda war vor allen Dingen von Lord Byrons Werk beeinflusst. Beide Dichter beriefen sich auf Platon und Horaz als Inspirationsquelle für ihre Gedichte und ließen sich ebenfalls von Aristoteles inspirieren.

Wie bereits durchgeklungen ist, war José de Espronceda auch stark in der Politik engagiert. Deswegen wurde er in seinen letzten Lebensmonaten Abgeordneter einer politischen Partei. Espronceda verstarb jung, im Alter von 34 Jahren, an den Folgen einer Diphtherie. Zum Zeitpunkt seines Todes feierte er große literarische Erfolge und hatte sich als ein wichtiger Dichter in der literarischen Welt etabliert. Aufgrund seiner Popularität nahmen viele Menschen während seiner Beerdigung Abschied von dem Lyriker.

Esproncedas Gedichte

Esproncedas Gedichte können je nach der Thematik in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Politische, patriotische und libertäre Gedichte: In diesen Gedichten schreibt der Dichter über politische Themen. So kritisiert er zum Beispiel den damaligen spanischen Herrscher als einen Despoten.
  • Gedichte, die die Gesellschaft kritisieren und das Streben nach absoluter Freiheit in den Mittelpunkt stellen: In diese Kategorie fallen Gedichte, die oft aus der Perspektive von Außenseitern, wie einem Piraten, einem Henker oder einem Bettler, geschrieben sind.
  • Philosophische Gedichte: Diese Gedichte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen und bieten eine philosophische Perspektive auf ihren Gegenstand.

Außerdem gibt es auch Gedichte, die klar von Esproncedas literarischen Vorbildern inspiriert wurden. Diese markieren einen Übergang in dem Werk des Dichters.

Die Lieder des José de Espronceda

Abgesehen von Der Weltteufel sind Die Lieder die originellsten Arbeiten des Dichters. Dieser Gedicht-Zyklus besteht aus insgesamt sechs einzelnen Liedern. Jedes dieser sechs Lieder handelt von einem gesellschaftlichen Außenseiter. Das erste Lied dieses Zyklus ist Teil von José de Esproncedas Roman. Obwohl aus handwerklicher Sicht nicht sonderlich innovativ, befasst es sich mit Themen wie Rebellion und Unterwerfung.

Das Lied des Piraten ist wohl das bekannteste der Lieder. Darin wird der Pirat zu einem romantischen Helden verklärt. In diesem Gedicht ist das Ziel des Protagonisten, in Freiheit zu leben, ohne sich irgendjemandem zu unterwerfen. Mit dem Zustand der Welt unzufrieden, wirft sich der Protagonist ins Meer und findet die absolute Freiheit in seinem Suizid.

Aus diesem Grund sehen viele Literaturwissenschaftler dieses Gedicht als den Auftakt zur spanischen Epoche der Romantik. Um seine Werte zu vermitteln, nutzt Espronceda seinen Piraten als eine Projektionsfläche. Denn wie der Pirat liebt der Lyriker Gerechtigkeit und Freiheit. In Der Henker prangert der Dichter Ungerechtigkeit und übermäßig schwere Strafen im Justizsystem an. Espronceda plädierte für Strafen, die dem Verbrechen angemessen sind.

Die Helden dieses Liederzyklus stehen für Esproncedas eigene Werte. Denn die Protagonisten sind für den Dichter ein Symbol einer individuellen Rebellion gegen eine wohlhabende Bourgeoisie, der es an Sensibilität mangelt. Deshalb wählt der Dichter Ausgestoßene wie den Bettler oder den Piraten.

Die Helden dieser Lieder verurteilen Dinge, die sie an der Welt, in der sie leben, nicht mögen. Espronceda ergriff die Partei derjenigen, die gesellschaftlich geächtet waren, aber gerade deshalb auch einen gewissen Grad der Freiheit hatten.

Der spanische Dichter José de Espronceda.

Erzählende Gedichte

Der Student von Salamanca

Der Student von Salamanca (1840) ist ein narratives Gedicht, das die Besessenheit seines Protagonisten, Don Felix, thematisiert. Don Felix versucht in jeder Situation Frauen zu umwerben. Das Gedicht besteht aus vier Teilen:  Vorstellung des Helden, Porträt des Opfers, Frau Elvira, Rache und Tod des Rächers und schließlich Nachttour durch die Stadt Salamanca.

In diesem Gedicht findet der Leser viele Elemente, die typisch für die literarische Epoche der Romantik sind. Zum Beispiel beschäftigt sich das Gedicht mit der Erhöhung des Selbst, der Liebe zu Kontrasten, der absoluten Freiheit usw.

In dem Gedicht verliebt sich Don Felix, ein Frauenheld, in Doña Elvira. Doch schon am nächsten Tag hat er Elvira vergessen und lässt sie verletzt zurück. Tatsächlich ist der Ablehnungsschmerz so groß, dass er zu Elivras Tod führt. Don Diego, Elviras Bruder, versucht den Tod seiner Schwester zu rächen. Von diesem Abschnitt an nutzt der Dichter magische Elemente. Übernatürliche Ereignisse bestimmen nun die Handlung des Gedichts, die von Geheimnissen durchzogen ist.

Der Weltteufel

Der Weltteufel ist ein Epos, das José de Espronceda 1839 zu schreiben begann. Allerdings schaffte er es nicht, das Gedicht vor seinem Tod fertigzustellen. Dieses Gedicht ist eines seiner interessantesten und ehrgeizigsten Projekte. Es zeigt, wie pessimistisch der Dichter am Ende seines Lebens war.

In diesem Gedicht verurteilt der Lyriker Konservative und setzt sich mit Themen wie Freiheit und der Existenz Gottes auseinander. Für Espronceda gibt es das Böse überall in der Welt, es infiltriert sogar die Herzen der Menschen. Heuchelei und Unwissenheit über die Schmerzen anderer haben die Gesellschaft korrumpiert. In dieser Welt kann niemand frei sein. Deshalb gibt es auch keinen Platz für Unschuld in der Gesellschaft.

Aus diesem Grund ist Der Weltteufel ein Gedicht, das zur Rebellion gegen die etablierte Ordnung aufruft. Es kritisiert die Gesetze, die die Welt regieren. In einem seiner berühmtesten Werke brachte Espronceda den starken Wunsch nach individueller Freiheit zum Ausdruck.

  • Pujals, E., (1951): Espronceda y Lord Byron. Madrid, Consejo Superior de Investigaciones Científicas.