Intelligente Menschen haben weniger Freunde

17. November 2016 en Psychologie 745 Geteilt

Es wird nicht gerade als intelligent angesehen, wenige Freunde zu haben, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn du nicht viele Freunde hast, gehörst du automatisch zu der Gruppe der „komischen Kauze“, zu diesen Menschen, die nicht gern Beziehungen zu anderen knüpfen. Aber stimmt das wirklich so? Entspricht es der Wahrheit, dass es seltsam ist, wenige Freunde zu haben?

Manche sagen genau das Gegenteil, nämlich dass man daran intelligente Menschen erkennen würde. Das ist eine revolutionäre Annahme, die dazu geführt hat, dass sich viele damit identifizieren konnten, während andere erstaunt dreinblickten. Eine Studie hat ergeben, dass intelligente Menschen viel weniger Freunde haben, und das vielleicht, weil sie auf eine ganz andere Art handeln als auf die, die wir gewohnt sind.

Die Psychologen Satoshi Kanazawa und Norman Lee kamen zu der Schlussfolgerung, dass Menschen, die an Orten mit einer hohen Bevölkerungsdichte leben, sich weniger glücklich fühlten. Diese Ansage kam vielen sehr bekannt vor – ein Mythos, den sie zuvor zwar gehört hatten, aber der bis dahin nie untersucht oder gar bestätigt wurde. Aber nun wurde gezeigt, dass dieses „Ammenmärchen“ tatsächlich wahr ist.

Die Korrelation zwischen Intelligenz und Freunden

Vielleicht sind für dich intelligente Menschen all diejenigen, die früher gute Noten erhielten, wenn sie fleißig lernten und die immer ein Buch in ihren Händen hielten. Diese Personen zogen es vor, sich die Zeit in der Bibliothek zu vertreiben und mit Fleiß Aufgaben zu erledigen, die der Lehrer aufgegeben hatte. Diese Menschen, die es nicht nötig hatten, ein Sozialleben zu führen und die glücklich mit ihrer Einsamkeit waren, die waren (und bleiben) intelligent.

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Die Studie, die von der London School of Economics (Vereinigtes Königreich) und der Singapore Management University (Singapur) durchgeführt wurde, zeigt, dass es für Menschen mit einem hohen Intelligenzquotienten nicht so wichtig war wie für andere, sich mit anderen Menschen zu umgeben, um sich gut zu fühlen. Personen mit einem weitaus niedrigeren Intelligenzquotienten zeigten hingegen die Vorliebe, mit anderen in Kontakt zu treten und mehr Zeit damit zu verbringen, neue Menschen kennenzulernen.

Das war ein Beweis dafür, dass intelligente Menschen dazu neigen, gegen den Strom schwimmen, „ihr eigenes Ding zu drehen“. Sie machen nicht das, was als „normal“ angesehen wird. Sie sind auch mit einem weniger aktiven Sozialleben glücklich. Die Mehrheit der Menschen aber braucht es, sich regelmäßig mit Freunden oder anderen Personen zu verbinden, die ihre Art zu denken teilen, um glücklich zu sein.

An der Studie nahmen 15.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren teil. Das ist eine recht junge Altersgruppe, für die es in der Regel bedeutender ist, sich mit anderen auszutauschen und neue Menschen kennenzulernen. Trotz dieser Tatsache fühlten sich intelligente Menschen nicht so glücklich, wenn sie in Verbindung mit anderen traten. Dieses angenehme Gefühl, sich mit anderen zu umgeben und neue Leute kennenzulernen, empfanden sie nicht auf die gleiche Art und Weise wie das Gros der Studienteilnehmer.

Einsamkeit und Unabhängigkeit

Es gibt unzählige Menschen, die ernsthafte Probleme mit der Einsamkeit und der emotionalen Abhängigkeit haben. Wir wurden nicht dazu erzogen, am Rande der Existenz zu leben, sondern uns wurde das Gegenteil beigebracht. Wir sind soziale Wesen, die die Fähigkeit besitzen, sich an der Gegenwart anderer zu erfreuen und manchmal scheint es sogar so, als würden wir diese Gesellschaft benötigen. Aber was passiert, wenn du in der Einsamkeit dein Glück gefunden hast?

Die Forschungsarbeit belegte, dass sich intelligente Menschen wesentlich zufriedener fühlten, wenn sie Zeit mit sich selbst verbrachten. Das soll nicht heißen, dass sie sich von der Welt abschotten, da sie natürlich auch Beziehungen zu anderen haben, aber primär zu wenigen engen Freunden und Familienangehörigen.

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Intelligente Menschen können ihre Freunde an einer Hand abzählen und wenn sie Freunde verlieren, haben sie kein Problem damit, ihren Weg weiterzugehen. Sie sind darauf vorbereitet, dem Leben die Stirn zu bieten, ohne unbedingt jemanden dafür zu brauchen. Anders als viele andere legen sie ihr Glück nicht in die Hände ihrer Mitmenschen.

Intelligente Menschen sind mit sich selbst im Reinen und es hat in ihrem Leben keine Priorität, ein reges Sozialleben zu führen.

Die intelligentesten Personen, die der Welt Großes hinterlassen haben, haben sich nicht unbedingt durch ihre Geselligkeit ausgezeichnet. Ihre Pläne und Ziele haben sie viel glücklicher gemacht, als sich mit ihren Mitmenschen zu umgeben. Satoshi Kanazawa von der London School of Economics stellte auch folgende These auf, die wie eine Bombe einschlägt: Die intelligentesten Frauen hatten keine Kinder oder bekamen sie erst sehr spät.

Wenn wir uns unsere Welt einmal näher anschauen, dann sehen wir den Beweis dafür. Menschen mit vielen Abschlüssen, die ein Studium oder irgendeine andere Art von Ausbildung gemacht haben, bekommen ihre Kinder im Alter von über 30 Jahren. Viele andere hingegen, die sich dazu entschlossen haben, sich nach dem mittleren Bildungsabschluss oder dem Abitur nicht weiterzubilden, gründeten früher eine Familie.

Als der Homo sapiens  seine ersten Schritte auf dieser Welt machte, trennte er sich nicht von anderen Lebewesen, sondern entschied sich dafür, mit ihnen zusammenzuleben. Es gab nicht viele Menschen und um sich zu beschützen und zu überleben, formten sie eine soziale Gruppe. Und es ist erwiesen, dass die Leistung einer Gruppe im Regelfall über der Einzelleistung liegt.

Intelligente Menschen sind allerdings darauf vorbereitet, die Hürden des Lebens allein zu nehmen, ohne Hilfe, ohne die Unterstützung anderer. Sie sind selbstsicher und vielleicht können sie ihre Ziele erst zu einem späteren Zeitpunkt erreichen, weil sie auf sich selbst vertrauen und auf nur wenige Bekannte, aber sie werden ankommen.

Sicher sprechen wir hier über verschiedene Arten der Intelligenz, denn wichtig ist doch, dass wir unsere Ziele umsetzen können. Wer das lieber in der Gruppe tut, möge das tun. Wer es vorzieht, als Einzelkämpfer seine Träume zu verfolgen, kann auch das tun. Jeder Mensch muss sich seinen Weg suchen.

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