In welchem Zusammenhang stehen Persönlichkeit und Gefühle?

13. Februar 2019

Wir alle sind, wie wir sind, genauso wie keiner von uns noch dieselbe Person ist, die er einmal war – das steht fest. Aber hast du dich schon einmal gefragt, bis zu welchem Punkt deine Art, zu sein, deine Gefühle beeinflusst? Oder ob du durch deine Persönlichkeit mehr positive oder negative Emotionen in dein Leben bringst? Inwiefern beeinflusst unsere Persönlichkeit unser Gefühlsleben?

Wenn wir glücklich sind, erfreuen wir uns einer besseren mentalen Gesundheit, fühlen uns subjektiv gesehen wohler und sind mit unserem Leben zufriedener. Finde zusammen mit uns heraus, ob deine Persönlichkeitsmerkmale dazu führen, dass du glücklicher bist, oder im Gegenteil zur Folge haben, dass dein Leben von negativen Gefühlen beherrscht wird!

„Wer ich bin? Das versuche ich gerade herauszufinden.“

Jorge Luis Borges

Der Zusammenhang zwischen unserer Persönlichkeit und unseren Gefühlen

Warum sind positive Gemütsbewegungen von Vorteil für uns?

Positive Gemütsbewegungen bilden die Grundlage dafür, auf lange Sicht mehr positive als negative Gefühle zu empfinden. Angenehme Emotionen haben zur Folge, dass wir Menschen über ein größeres und reicheres Repertoire an Verhaltensweisen verfügen und damit besser angepasst sind, als es bei Menschen der Fall ist, die ein größeres emotionales Unbehagen verspüren. Darüber hinaus fördert Positivität gesunde Lebensgewohnheiten, weshalb sie ein hervorragendes Mittel zur Prävention von Erkrankungen ist.

Aus ihr resultiert auch, dass wir zufriedener mit unserem Leben sind. Diese Zufriedenheit beruht auf der Wahrnehmung eines jeden Einzelnen in Bezug auf Quantität und Qualität des von ihm erlebten Glücks. Doch wie wichtig ist das für unser Wohlbefinden? Sehr wichtig! Und nicht nur auf psychologischer, sondern auch auf physischer Ebene: Wer mit seinem Leben zufrieden ist, ist gesünder und lebt in der Tat länger.

Frau treibt mit einem Lächeln im Gesicht auf der Wasseroberfläche

Für unser hormonelles Gleichgewicht sowie für weitere Aspekte unseres Seins, wie unsere Physiologie und unser Immunsystem, ist Positivität ebenfalls von Vorteil. Und das wiederum steht in Verbindung mit einer größeren Zufriedenheit in Bezug auf unsere sozialen Beziehungen, sowohl was Freundschaften als auch unsere Partnerschaft anbelangt, und unsere Arbeit, unser Gehalt und weitere Lebensbereiche. Somit verfügen wir letztendlich über angemessene Bewältigungsstrategien, die auf die Lösung von Problemen ausgerichtet sind.

Persönlichkeit und Glück

Es wurden zahlreiche Studien dazu angestellt, wie Persönlichkeitsmerkmale die Emotionen beeinflussen, die in unserem Leben vorherrschen. So fand man heraus, dass Neurotizismus im Zusammenhang mit negativen Gemütsbewegungen steht, während hingegen die Extraversion mit positiven Gemütsbewegungen verbunden ist. Mit anderen Worten neigen introvertierte Menschen zu einer negativen Gemütslage und extrovertierte Menschen zu einer positiven Verfassung.

„Gedanken sind die Bausteine, aus denen wir das Gebäude unserer Persönlichkeit errichten. Gedanken bestimmen unser Schicksal. Die Welt um uns herum ist die Reflexion unserer eigenen Gedanken.“

Swami Sivananda

Nachfolgend möchten wir uns die unterschiedlichen Arten von affektiven Persönlichkeiten ansehen. Insgesamt gibt es vier:

  • Der erste Typ beschreibt sich selbst aufbauende Menschen, die viele positive und wenig negative Gedanken und Emotionen haben. Dieser erste Persönlichkeitstyp weist, logischerweise, ein höheres Glücksniveau oder subjektives Wohlbefinden auf.
  • Beim zweiten Persönlichkeitstyp lassen sich beiderseits starke Gemütsbewegungen erkennen. Dazu gehören Menschen, die intensive Stimmungslagen erleben, sowohl was positive als auch negative Gefühle anbelangt. Sie sind eher glücklich als ungklücklich.
  • Dem entgegengesetzt ist der dritte Persönlichkeitstyp, der nur sehr schwache Emotionen empfindet. Für wen ist das typisch? Für Menschen, die sowohl positive als auch negative Emotionen, Glück und Unglück nur in geringer Intensität verspüren.
  • Die am wenigsten glücklichen Menschen gehören zum selbstzerstörerischen Persönlichkeitsprofil in Bezug auf Gemütsbewegungen. Diese Menschen haben nur schwache positive Stimmungslagen, dafür aber ausgeprägte negative Gemütsbewegungen. Angesichts dieser Tatsache lässt sich leicht nachvollziehen, dass ihr subjektives Empfinden von Wohlbefinden nur gering ausgeprägt ist.
Frau streckt ihre Arme nach oben

Persönlichkeit und Resilienz

Bei den besagten Forschungen stellte man weiterhin fest, dass der sich selbst aufbauende Persönlichkeitstyp bei der Extraversion hohe Punktzahlen erzielt und sehr niedrige beim Neurotizismus. Auch stellte man bei diesen Menschen höhere Werte angesichts eines anderen Persönlichkeitsmerkmals fest, das wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwähnt haben: das Verantwortungsgefühl.

„Manchmal ist man angesichts der schlechten Verhaltensweisen anderer stolz darauf, derjenige zu sein, der man ist, und darauf, nicht der andere zu sein.“

André Maurois

Dieses Persönlichkeitsprofil steht also nicht nur im Zusammenhang mit größeren Glücksgefühlen, sondern darüber hinaus mit einer stärkeren Resilienz. Dabei ist Resilienz die Fähigkeit, Schwierigkeiten als Herausforderungen anzusehen, die es zu überwinden gilt und aus denen man gestärkt hervorgehen möchte, anstatt sie wie unüberwindbare Mauern oder Bedrohungen zu betrachten.

Personen, die sich nicht dazu in der Lage sehen, problematische Situationen überhaupt bewältigen zu können, gehören zum verletzlichen bzw. inaktiven Persönlichkeitsprofil. Oder, was dem gleichzusetzen ist, zum selbstzerstörerischen Persönlichkeitstyp. Angesichts dieser Tatsache ist davon auszugehen, dass unsere Persönlichkeit und unsere allgemeine Gesundheit eng miteinander verbunden sind. Dieser Nexus wiederum beeinflusst verschiedene Lebensbereiche sowie unseren emotionalen Zustand und alles, was dazu gehört.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Lesly B Juarez, Haley Phelps und Brooke Cagle