Höre auf, selbstgefällig zu sein, und verwirkliche deine Pläne

16. Juli 2017 en Psychologie 247 Geteilt

Wenn anderen Menschen deine Pläne nicht gefallen, wenn deine Träume nicht in ihre Backform passen, dann realisiere sie allein. Jemand wird dich finden. Manchmal musst du eine schreckliche Geschichte beenden, um einen neuen Anfang zu finden. Denke daran, wie wichtig es ist, dass du dich als Hauptdarsteller in deiner eigenen Geschichte vorwärtsbewegst.

Carl Jung sagte, dass unsere Vision viel klarer würde, wenn wir auf unser Herz achteten, statt unsere Aufmerksamkeit nach außen zu richten. Wer nach außen blickt, träumt, aber wer nach innen blickt, erwacht. Aber es kann schmerzhaft sein, aufzuwachen. Es beinhaltet oft, vieles von dem, was man kennt, aufzugeben.

„Wir müssen im Namen der Freiheit planen, nicht nur für die Sicherheit, und wenn es nur deshalb ist, dass nur Freiheit die Sicherheit auch sicher macht.“

Karl Popper

Wir vergessen oft, dass das Leben eine Reise ist, in der es keine Beständigkeit gibt, und dass die Gegenwart vergänglich ist. Das sorgt für Verunsicherung und deshalb suchen wir oft um jeden Preis nach Sicherheit. Manchmal klammern wir uns an die bewirtschafteten Felder, auf denen das Getreide bereits ausgedörrt ist und wo nur noch Unkraut wächst. Wir klammern uns daran, damit wir uns sicher fühlen können, damit wir uns in etwas oder jemandem verwurzelt fühlen, das Liebe, Respekt oder Glück ersetzen kann.

Es macht uns Angst, allein vorwärtszugehen, vor allem dann, wenn es am nötigsten ist. Wir befürchten, dass uns die Traurigkeit überkommen könnte, dass wir versagen, dass die Realität, die uns erwartet, nicht unseren Erwartungen entspricht. Aber wir sollten daran denken, dass wir Dinge, die uns verletzt haben, hinter uns lassen, wenn wir nach vorn schauen und den Weg der Trennung gehen, wenn wir unsere Taschen mit neuen Plänen füllen, neuen Wind unsere Segel blähen lassen, die uns früher oder später Richtung Horizont tragen werden.

Alle guten Pläne bringen Angst mit sich

Es gibt ein altes englisches Sprichwort, das lautet: „Wer niemals einen Fehler gemacht hat, der hat sich nie getraut, zu leben.“ Das kann man oft beobachten. Menschen entscheiden sich dafür, nach einer strikten Routine zu leben, damit sie keine Risiken eingehen müssen, denn ein bekanntes Übel erscheint ihnen besser als ein unbekanntes Wohl.

Oft denken wir, es sei besser, die Erwartungen anderer zu erfüllen, statt das schwarze Schaf zu sein, das aus der Reihe tanzt. Indem man den Erwartungen seiner Umgebung gerecht wird und im Automatismus lebt, garantiert man sich eine gewisse Sicherheit. Es ist wie ein Platz in der ersten Reihe im Kino, von dem aus man zwar in unbequemer Haltung den Film anschauen muss, wo sich aber sicher niemand vor dich setzt.

Seine Komfortzone zu verlassen, bedeutet, über den Stacheldrahtzaun namens Angst zu klettern. Und dazu sind wir nicht alle bereit. Aber wieso nicht? Fiona Lee, Professorin für Sozialpsychologie an der University of Michigan (Michigan, USA) kam in einer interessanten Studie zu dem Schluss, dass Menschen es mehr als alles andere fürchten, zu versagen.

Wir haben alle großartige und interessante Pläne, die wir niemals verwirklichen. Wir fühlen uns unwohl damit, beurteilt zu werden und fürchten uns vor Misserfolg. Wir sagen uns, dass der Zug schon abgefahren sei, während wir unseren leeren Gesichtsausdruck in der Spiegelung des Fensters betrachten. Und wir fragen uns, was passiert wäre, wenn wir diesen Schritt getan hätten, wenn wir den Plan ausgeführt hätten.

Es ist nicht leicht. Dr. Lee fand auch heraus, dass sich Unternehmen, die mit der Innovation von Produkten befasst sind, durchaus bewusst sind, dass Menschen Veränderungen nicht mögen, vor allem nicht, wenn sie plötzlich kommen. Veränderung bricht mit dem Bestehenden und bringt deshalb Angst, Misstrauen und Versagen mit sich.

Das Gehirn mag ebenfalls keine Veränderungen. Sein Ziel ist es, unser Überleben zu garantieren, und deshalb lässt es uns glauben, es sei besser, unsere Komfortzone nicht zu verlassen. Aber manchmal muss man es eben doch tun. Man muss diesen Schritt gehen und die Grenze der Angst überqueren.

Träume, Pläne und hohe Wellen

Auch wenn niemandem deine Pläne gefallen, ändere sie nicht. Lass dich nicht von engstirnigen Geistern in den Teufelskreis des Unglücklichseins stoßen. Sonst verwandeln wir uns letztlich alle in Odysseus, verloren auf dem Ozean des Lebens, sehnsüchtig nach uns selbst suchend, und davon träumend, Ithaka zu erreichen, wo wir Ruhe und Glück finden und unsere Träume verwirklichen können.

„Mensch zu sein ist ein Projekt an sich und das Leben ist ein Schiff, von dem wir alle wissen sollten, wie wir es durch die Turbulenzen des Meeres in den Hafen navigieren.“

Robert Baden-Powell

Es ist an der Zeit, etwas zu verändern und deine Träume Form annehmen zu lassen. Im Folgenden erklären wir, wie du das tun kannst.

Tipps, um deine Pläne zu realisieren

Wir sind sicher, dass du zu diesem Zeitpunkt deines Lebens schon zahlreiche Pläne immer wieder aufgeschoben hast. So viele, dass es richtig wehtut, zu versuchen, sie zu zählen. Aber denke daran, Menschen, die ihre Ziele, Sehnsüchte und Träume aus Angst aufschieben, leben nicht wirklich. Menschen, die das Leben anderer einfach mitleben, haben kein eigenes Standbein mehr. Menschen, welche die Luft aus ihren Lungen lassen, damit andere atmen können, vergessen, dass auch sie selbst auf sie angewiesen sind.

Setze deine Prioritäten anders und höre auf, Angst vor Misserfolg zu haben.

  • Verstehe, dass das Leben eine Reise ist, und dass die einzige Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und sich selbst zu überwinden ist, neue Wege zu gehen.
  • Verstehe, dass wir alle Waisenkinder sind, die nach ihrem Platz in der Welt suchen. Wenn du an Plänen festhältst, die nicht deine eigenen sind, wirst du immer ein Schiffbrüchiger bleiben.
  • Auf diesem Weg werden dir Enttäuschungen, Misserfolge und Betrug begegnen. Aber wie jeder gute Schiffbrüchige musst du nach vorn auf den Horizont blicken. Nach jedem Leid raffst du dich auf und ziehst weiter. Nach jedem Verlust raffst du dich auf und ziehst weiter. Solange du einen Traum hast, wird dein Atem immer lang genug sein, um dein Ziel zu erreichen.
  • Denke daran, dass dein Verstand ein Experte der Selbsttäuschung und der falschen Hoffnung ist. Er wird dafür sorgen, dass du dich damit zufriedengibst, angepasst zu sein und er wird dich verleiten, ja zu sagen, wenn du eigentlich nein schreien willst.

Mache dein Selbstbewusstsein zu deiner besten Waffe. Höre auf deine Intuition, diese weise Stimme, die dir als Kompass im Leben dienen kann. Es ist nie zu spät, deine Träume und Pläne zu verfolgen, aber manchmal ist es am besten, das allein zu tun.

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