Gleichberechtigung – es lohnt sich, den Frauen zuzuhören

18. August 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Gleichberechtigung durch Gleichgewicht - Mann und Frau stehen auf einer Waage

Existiert mittlerweile eine Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen? Diese Frage kann man nur beantworten, indem man den Frauen und ihren Geschichten zuhört. Sie haben ihren Platz in der Gesellschaft verteidigt und dank des Feminismus steht es heute besser um die Gleichberechtigung der Frau als je zuvor.

Kann man also von einer Welt sprechen, in der absolute Gleichberechtigung herrscht? Ist der Feminismus somit hinfällig? Wie viele Frauen machen heute Geschichte? Wie viele leiten Abteilungen oder Firmen? Es ist erstaunlich, wie geschichtsträchtig die Leistung vieler Frauen ist und war, dass man sie jedoch mit keinem Wort erwähnt. Der Grund dafür ist simpel: ihr Geschlecht. Und die Tatsache, dass es „heute besser um die Gleichberechtigung bestellte ist als je zuvor“, bedeutet definitiv nicht, dass nicht noch Luft nach oben wäre.

„Erst wenn Frauen sich in der Gesellschaft zu Hause fühlen, erscheint eine Rosa Luxemburg, eine Madame Curie. Sie zeigen auf beeindruckende Weise, dass es nicht die Minderwertigkeit von Frauen ist, die ihre Bedeutungslosigkeit bestimmt hat.“

Simone de Beauvoir

Profile von Frauen

Frauen und die Geschichte der Wissenschaft

Frauen haben wichtige wissenschaftliche Entdeckungen gemacht, die die Welt veränderten. Daran kann auch der Fakt nichts ändern, dass ihnen der Zugang zur Bildung in westlichen Ländern erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts möglich war und auch heute noch vielen verwehrt bleibt. Eine der bekanntesten Frauen im Bereich der Wissenschaft ist Marie Curie. Die Physikerin und Chemikerin wurde für ihre Arbeit mit zwei Nobelpreisen geehrt.

Doch sie war nicht die einzige Frau in ihrer Familie, die man mit einem Nobelpreis auszeichnete. Ihre Tochter Irène Joliot-Curie ehrte man 1935 ebenfalls, zusammen mit ihrem Ehemann, für ihre Entdeckungen zur Radioaktivität. Die beiden führten die Arbeiten ihrer Mutter fort.

Und diese beiden Frauen sind auch nicht die einzigen, die diesen prestigeträchtigen Preis in Physik oder Medizin gewonnen haben, aber kaum in einem Geschichtsbuch zu finden sind. Wer kennt schon Gerty Theresa Cori und Maria Goeppert-Mayer, um nur zwei Beispiele zu nennen? Frauen, besonders wenn sie in Bereichen arbeiten, die von Männern dominiert werden, erhalten systematisch weniger Anerkennung für ihre Tätigkeiten und Errungenschaften als das männliche Geschlecht.

Frauen müssen doppelt so viel arbeiten, damit ihnen die Hälfte davon anerkennt wird. Der Feminismus wird dies ändern, denn er steht für das Prinzip der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Und was ist mit Frauen in der frühen Geschichte? Jeder kennt Kleopatra. Doch anstatt für ihre Verteidigungsstrategien, ist sie uns eher für ihre Schönheitstricks bekannt. Dafür, dass sie in Milch badete. Haben das auch Männer getan? Sicher, nur wissen wir nichts davon. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Mann aus ähnlichen Gründen in die Geschichte eingeht.

Viele Frauen, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielten, sind dennoch weitestgehend unbekannt. Ada Lovelance beispielsweise legte den Grundstein für moderne Berechnungen und die Architektin Emily Warren Roeblings leitete den Bau der berühmten Brooklyn Bridge. Dennoch kennt kaum jemand ihre Namen.

Drei starke Frauen

Die Anerkennung ihrer Leistungen

Solche Beispiele gehören nun aber der Vergangenheit an, oder etwa nicht? Die Wahrheit ist, dass man noch immer viel für die Gleichberechtigung tun muss. Man sollte die Frauen in seiner Umgebung fragen, um eine genaue Antwort zu erhalten.

Man sollte die Frauen älterer und jüngerer Generationen fragen, warum sie nicht studiert haben bzw. nicht studieren möchten. Eine Antwort, die man dabei sicher häufiger zu hören bekommen wird, ist, dass sie früh schwanger geworden seien und sich dann um den Haushalt und die Kinder kümmern mussten.

Schließlich sollte man jene jüngeren Mütter fragen, wie sie sich damit fühlen, in Teilzeit zu arbeiten. Sie haben sich dazu entschieden, weniger zu arbeiten, um ihren Kindern mehr Zeit zu widmen. Dadurch verdienen sie aber auch weniger Geld. Gleichzeitig können sie keine Überstunden machen und fehlen immer mal wieder, weil ihr Kind krank ist. Auch diejenigen, die in Vollzeit arbeiten, verdienen nach wie vor nicht das gleiche Gehalt wie Männer.

Gleichberechtigung sollte im Interesse aller sein. Widmet man auch den Frauen ein Kapitel in den Geschichtsbüchern, schafft man für die Mädchen jüngerer Generationen ein Vorbild und geht gleichzeitig einen weiteren Schritt in Richtung Gerechtigkeit.

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