Glaubenssätze, die uns daran hindern, unser Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten

· 27. April 2017

Es gibt eine ganze Menge Selbsthilfe-Bücher, deren Autoren versuchen, uns Leitlinien an die Hand zu geben, damit wir lernen, wie wir ein vollwertiges und freudvolles Leben führen können. Viele von uns haben in diesen Büchern nach Antworten gesucht. Was sind das für Hindernisse, die der Umsetzung unserer Ziele im Weg stehen?

In den beschriebenen Büchern geht es unter anderem um prägende Glaubenssätze, die wir in der Kindheit erlernt haben und die wir unbewusst anwenden. Ein Glaubenssatz ist eine Vorstellung, die wir über uns selbst oder die Welt haben, in der wir leben. Wir verleihen den Glaubenssätzen die Macht der absoluten Wahrheit.

Und als solche dienen Glaubenssätze als Filter, durch den wir die Welt wahrnehmen. Sie sind die Brille, die wir benutzen, um besser zu sehen. Wir reagieren aus dieser Wahrnehmung heraus auf die Ereignisse in unserem Leben. Die gefilterten Resultate entsprechen unserer Wahrnehmung der Dinge. Und so bestätigen wir wiederum, dass die Welt genau so ist, wie wir glauben, das sie ist.

“Glaubenssätze werden häufig unbewusst angewandt. Ein Mann sollte wegen seiner Glaubenssätze nicht für besser oder schlechter gehalten werden.”

Percy Bysshe Shelley

Wie formen wir unsere Glaubenssätze?

Wir folgen Philosophien, die wir dogmatisch anwenden. Obwohl wir sie uns mehr oder weniger selbst ausgedacht haben.  Um unsere Ziele im Leben zu erreichen, müssen wir lernen, rationale Glaubenssätze zu formen und beizubehalten. Außerdem müssen wir mit den irrationalen umgehen lernen.

Irrationale Gedankenmuster werden so charakterisiert: Sie sind unwahr, dysfunktional und automatisiert. Sie werden mit Begriffen der Verpflichtung, eines Bedürfnisses oder einer Forderung ausgedrückt: „Ich muss…“,  oder, „ich bin gezwungen…“  Wenn sie nicht erfüllt werden, werden negative Gefühle erzeugt, nämlich Schuld, Angst und Wut. Diese kommen dem Erreichen deiner Ziele in die Quere. Sie generieren auch Verhaltensmuster wie Isolation, Vermeidung, Flucht, Drogenmissbrauch, etc.

Im Gegensatz dazu sind rationale Glaubenssätze präferentiell oder relativ. Sie werden durch Begriffe des Wunsches und der Vorliebe ausgedrückt: „Ich möchte…“,  oder, „ich bevorzuge…“  Wenn Menschen nicht das Gewünschte bekommen, entsteht ebenfalls Unzufriedenheit, die dem Erreichen neuer Ziele und Absichten allerdings nicht im Wege steht. Rationale und angepasste Glaubenssätze bringen uns einem Leben näher, das auf uns zugeschnitten und flexibel ist und unseren Herzenswünschen entspricht.

Wenn ein Glaubenssatz untergeht, taucht eine neuer Blickwinkel auf.

Welche Glaubenssätze hindern uns daran, das Leben nach unseren Wünschen zu gestalten?

Irrationale Gedanken halten uns von dem Leben fern, das wir gern führen möchten. Die kognitive Psychologie und die hier angesiedelte Rational-Emotive Verhaltenstherapie nach Albert Ellis basieren auf der zentralen Theorie, dass die Ereignisse in unserem Leben keine Störungen hervorrufen. Probleme werden vielmehr durch die Interpretation der Ereignisse erzeugt.

Weitverbreitete Glaubenssätze, die uns von unserem erwünschten Leben fernhalten, sind beispielsweise:

  • „Ich kann nicht.“  Viele Leute machen bereits, was sie gern mögen und leben ihr Leben so, wie sie es sich vorstellen. Der Unterschied ist hier, dass sie über Selbstvertrauen verfügen. Sie haben ihre Ausreden über Bord geworfen, ihre Komfortzone verlassen und sich für einen Handlungsplan entschieden. Wenn sie das können, kannst du das auch.
  • „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.“  Jeder Zeitpunkt ist der perfekte Moment, anzufangen. Wir glauben versehentlich, dass alles besser wird, wenn eine von uns definierte Krise erst einmal vorbei ist. Erst dann werden wir uns bewegen. Aber dieser Gedanke ist ebenfalls nur eine Ausrede.
  • „Das gilt nur für Glückspilze.“  Das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung lehrt uns, dass uns Glück zuteil werden kann, wenn wir zuvor die Umstände erschaffen, die zum Glück führen.

Dazu kommt, dass absolute Forderungen emotionale Spannungen erzeugen, die zwei Arten psychologischer Störung hervorrufen können: Die Ego-Angststörung und die beunruhigende Angststörung. Leser, die die englische Sprache verstehen, können hier mehr dazu lesen. Für alle anderen geben wir eine kurze Erklärung:

  • Ego-Angststörung: Sie entsteht, wenn das Selbstbild verändert wird. Oder wenn das Individuum sich dafür verurteilt, dass es die an sich gestellten absoluten Forderungen nicht erfüllen kann.
  • Beunruhigende Angststörung: Sie entwickelt sich, wenn die dogmatischen Glaubensmuster nicht erfüllt werden, die sich um die Schaffung guter und angenehmer Lebensbedingungen drehen. Sie entsteht durch Forderungen, die das Individuum an andere stellt.

“Wenn du denkst, dass du mir nichts schuldig bist, dann bist du mir nichts schuldig. Denn ich respektiere jede Einstellung. Denn jede Mensch ist gleichwertig. Alle haben ihre Überzeugungen.”

Antonio Porchia