Giuseppe Verdi: der patriotische Komponist

21. Juli 2019
Giuseppe Verdi ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Opern-Welt. Er war ein Musiker für die Massen und gleichzeitig ein sehr patriotischer Mann. Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über ihn und sein Leben.

Giuseppe Verdi war ein Komponist für das Volk. Stets dachte er an sein Heimatland und seine Landsleute, wenn er komponierte. In seiner Musik spiegelt sich all das wider: die Leidenschaften der Menschen, starke Gefühle wie die Liebe, Hass, Neid und auch Ängste.

“Sie mögen das Universum haben, solange ich nur mein Italien habe.”

Giuseppe Verdi

Verdi wollte durch seine Musik zur Vereinigung seines Landes beitragen. Da er ein wahrhafter Patriot war, erfüllen seine Opern das italienische Volk bis zum heutigen Tag mit großem Stolz.

Die Kindheit von Giuseppe Verdi

Er wurde am 10. Oktober 1813 in Parma, Italien, in eine sehr bodenständige Familie geboren. Giuseppe, sein Vater, arbeitete als Gastwirt und seine Mutter Luisa war eine Näherin.

Als der junge Giuseppe acht Jahre alt wurde, entwickelte er ein großes Interesse an Musik. Aus diesem Grund erhielt er von seinem Vater ein Spinett, welches speziell für ihn gebaut worden war. Der kleine musikalische Wunderknabe wurde schließlich von Antonio Barezzi entdeckt. Dieser wurde in späteren Jahren auch sein Vormund, Mäzen und Förderer.

Im Alter von zwölf Jahren zog Verdi nach Busseto und lebte fortan bei Barezzi. Dieser kümmerte sich um seine schulische Bildung und ermöglichte ihm gleichzeitig eine hervorragende musikalische Ausbildung. Während dieser Zeit lernte Giuseppe Verdi auch Fernando Provesi kennen.

Giuseppe Verdi - Bild

Giuseppe Verdi als junger Erwachsener

Kurz nach seinem 18. Geburtstag zog Verdi nach Mailand und versuchte, am dortigen Konservatorium zu studieren. Allerdings waren die Verantwortlichen dort nicht von seinem Talent überzeugt und teilten ihm mit, er sei bereits zu alt für ein Studium der Musik. Außerdem empfanden sie Verdis Klavierspiel als befremdlich und seine Technik irritierte sie sehr. Ein amüsantes Detail ist die Tatsache, dass genau dieses Konservatorium heute nach Giuseppe Verdi benannt ist.

Einige Jahre später, im Jahre 1836, heiratete Verdi im Alter von 23 Jahren Marguerita Barezzi. Sie war die Tochter seines Vormunds, Förderers und Mäzens. Zusammen hatten sie zwei Kinder, die tragischerweise beide sehr früh verstarben. Während dieser Zeit arbeitete Verdi bereits an seiner ersten Oper: Oberto, Graf von San Bonifacio.

Gemeinsam gelang es dem Ehepaar, diese Oper an der Mailänder Scala zur Aufführung zu bringen. Insgesamt 14 Mal wurde sie dort mit großem Erfolg gespielt. Danach unterzeichnete Verdi einen Vertrag mit der Scala und verpflichtete sich, noch drei weitere Werke zu erschaffen.

Doch der nächste Schicksalsschlag sollte nicht lange auf sich warten lassen. Auch seine Frau Marguerita verstarb sehr jung. Am 18. Juni 1840 erlag sie den Folgen einer Gehirnhautentzündung (Enzephalitis) und wurde nur 26 Jahre alt.

Dieser Verlust erschütterte Giuseppe Verdi schwer. Dennoch musste er weiter arbeiten. Während dieser Trauerzeit komponierte er die lustige Oper Un giorno di regno. Allerdings war dieses Werk ein kompletter Flop und Misserfolg. Bei der Premiere am 5. September 1840 wurde sie vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen. Völlig am Boden zerstört, dachte Verdi zu dieser Zeit daran, aufzugeben und seine Karriere zu beenden.

Untröstlich und verzweifelt

Schließlich veranlasste die Spaltung Italiens Giuseppe Verdi dazu, die Oper Nabucco zu komponieren. Die Premiere fand 1842 in der Mailänder Scala statt und war ein unglaublicher Erfolg. Die Menschen strömten in großer Zahl in die Oper und spürten eine tiefe Verbindung mit diesem Drama.

Mit der Oper Nabucco schaffte es Verdi endgültig, sich in Mailand zu etablieren. Fortan wurde er als Komponist und gleichermaßen als Ikone für die Bestrebungen der Vereinigung Italiens sehr geschätzt und verehrt. Sein „Va, pensiero“ wurde sogar als Widerstandshymne angesehen.

Giuseppe Verdi - Familie

Verdis erste Meisterwerke und seine letzten beiden Werke

Sein erstes großes Meisterwerk, Rigoletto, wurde im Jahr 1851 uraufgeführt. Il trovatore und La traviata folgten zwei Jahre später. Giuseppe Verdi entwickelte sich als Komponist fortlaufend weiter und so entstand im Jahr 1871 die weltberühmte Aida. Diese Oper ist weitaus harmonischer als seine vorherigen Werke. So sind die Arien in diesem Meisterwerk kürzer und gleichzeitig besser aufeinander abgestimmt und zusammenhängender gestaltet.

Nach Vollendung von Aida hörte Verdi langsam auf, zu komponieren. Seine letzten zwei Meisterwerke, Otello und Falstaff bildeten den Abschluss seiner künstlerischen Schaffenszeit.

Der Tod und das Vermächtnis von Giuseppe Verdi

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Verdi auf dem Land. Dort lebte er ein ruhiges und beschauliches Leben. Während einer Reise nach Mailand erlitt er einen Schlaganfall. Daraufhin verstarb er am 27. Januar 1901. Die Nachricht seines Todes war ein Schock für das ganze Land und erschütterte gleichfalls die Musikwelt zutiefst.

Vor seinem Tod gründete Verdi noch ein Heim für pensionierte und obdachlose Musiker, die Casa di Riposo per Musicisti. Er vererbte all seinen Besitz an dieses Heim und wurde auf seinen Wunsch dort neben seiner zweiten Frau Giuseppina begraben. Auch sie war bereits im Jahr 1897 verstorben. Bis zum heutigen Tag finden in diesem Haus ältere Musiker ein Zuhause.

Giuseppe Verdi - Tisch

Nur sehr wenige Musiker und Komponisten konnten ihre politischen Überzeugungen in ihrer Musik in einer Art und Weise ausdrücken, wie Verdi dies vermochte. Daher bewunderten und liebten die Menschen seine Werke und das ist auch der Grund für seinen großen Erfolg.

Giuseppe Verdi war wirklich ein einzigartiger Musiker. Denn er verstand es, Menschen mit seiner Musik zusammen zu führen und zu vereinen. Natürlich hatte er auch Kritiker: diese beanstandeten, dass er über Themen wie Selbstmord, Vergewaltigung und freie Liebe sprach. Doch auch diese Kritik hat seinem Erfolg nicht geschadet. Trotz vieler Tiefen, die er in seinem Leben überwinden musste, hat er es vermocht, seine ganz eigene Art von Musik zu erschaffen.

  • Mila, M., de Aranda, C. G. P., & Tamargo, C. S. (1992). El arte de Verdi. Alianza.
  • Southwell-Sander, P. (2001). Giuseppe Verdi. Ediciones Robinbook.