Gib nichts und niemandem die Zügel über dein Urteilsvermögen in die Hand

28. Juli 2017 en Psychologie 323 Geteilt

Die Meinung eines anderen ist nichts weiter, als die Meinung eines anderen Verstands als unserem, mit anderen Erfahrungen und Interessen, die nicht unseren entsprechen. Wir alle leben in unserem sozialen Umfeld mit Menschen zusammen, die gern ihre Meinung sagen, urteilen und ihr Leben und ihre eigenen Erfahrungen auf andere projizieren. Sie glauben, dass ihre Grenzen auch unsere seien, und dass der Weg, den sie gewählt haben, der beste sei und dass jeder andere der falsche Weg sei.

Oftmals versuchen diese Menschen, uns das Gefühl zu geben, dass wir weniger wert und nicht gut genug wären. Doch andere dafür verantwortlich zu machen, keine Lösung für die eigenen Probleme zu haben und sich verantwortlich für die Probleme anderer zu fühlen, sind zwei unterschiedliche Merkmale dafür, dass wir unser eigenes Leben nicht unter Kontrolle haben.

Es kann gut sein, dass wir irgendwann einmal zu einer der beiden Gruppen gehört haben oder sogar zu beiden. Du darfst nicht von deinen Mitmenschen erwarten, dass sie deinen Verantwortungen nachkommen. Wenn du selbst nicht die Verantwortung für dich übernimmst, wie kannst du dann erwarten, dass das andere für dich tun? Die Entscheidung zu treffen, Herr über unser eigenes Urteilsvermögen und unser Leben zu sein, ohne zu erwarten, dass das andere für uns tun, ist die reifste und intelligenteste Entscheidung, die wir treffen können.

Wohin ein Mensch geht, sagt mehr über ihn aus, als die Tatsache, wo er sich gerade befindet oder wo er herkommt.

Sei nicht dein Plan B

In unserer schnelllebigen Zeit werden immer zuerst unsere Anstrengung und Hartnäckigkeit auf die Probe gestellt. Wir wollen viel und wir wollen es jetzt, ohne einen Plan zu haben und ohne Zeit, um uns zu erholen. Es ist die Fähigkeit, Belohnungen hinten anzustellen, die zwischen Traum und Laune entscheidet. Durchhaltevermögen beschreibt die Fähigkeit, das Notwendige in der gegebenen Zeit zu tun.

Damit wir unser Plan A bleiben, müssen wir für uns selbst leben und einmal beiseite lassen, was andere über unser Verhalten sagen könnten. Wenn wir all die Meinungen unserer Mitmenschen berücksichtigten, könnten wir der wichtigsten Meinung, unsere eigenen, niemals Beachtung schenken.

Das soll nicht heißen, eine arrogante Haltung anzunehmen, sondern nicht zuzulassen, dass andere uns mit ihren Kommentaren oder Verhaltensweisen einschränken. Die Zügel für unser eigenes Leben in die Hand zu nehmen, bedeutet, uns selbst zu kennen und zu 100% davon überzeugt zu sein, dass wir unseren eigenen Interessen folgen müssen, ohne dabei andere zu verletzen. Du darfst nie vergessen, dass deine Erfolgsaussichten schwinden, wenn du ein Leben lebst, in dem du es allen recht machen willst.

„Die Menschen sagen oft, dass sie sich immer noch nicht selbst gefunden hätten. Aber man selbst ist nicht etwas, das man findet, sondern etwas, das man erschafft.“

Thomas Szasz

Niemand kann dein Urteilsvermögen bilden

So wie niemand das fühlen kann, was du fühlst, kann auch niemand für dich denken oder dein Urteilsvermögen bilden. Auf die eine oder andere Weise lernen wir zuerst, wer wir sind, und dann leben wir mit dieser Entscheidung. Bei diesem Findungsprozess verstehen wir, dass es Eigenschaften gibt, die uns ausmachen und uns von allen anderen unterscheiden.

Was wir aber immer ändern können, ist unser innerer Dialog. Wir können ein „ich armer Mensch”  oder „wie gemein die anderen sind”  durch ein „ich kann”  und „das wird mich stärker machen”  ersetzen. Wir ändern so unsere Einstellung dem Leben gegenüber. Auch wenn das nur kleine, unwichtige Worte zu sein scheinen, sind sie letztendlich für die neurochemischen Veränderungen, die diese Einstellung in unserem Gehirn verursacht, verantwortlich.

Niemand kann für uns urteilen, für uns wachsen, uns selbst finden und für uns unsere Verantwortung übernehmen. Das Leben gestattet zwar Gehilfen, aber keinen Ersatz für uns. Niemand kann für uns denken. Wir vertrauen auf die Meinung unserer Mitmenschen, aber noch mehr vertrauen wir auf unser eigenes Urteilsvermögen. Die Voraussetzung dafür ist, dass niemand für uns entscheiden darf.

Nur so werden wir dazu in der Lage sein, unserem wahren Ich treu zu bleiben, uns somit selbst zu kennen, um dadurch letztendlich zu wissen, was uns selbst entspricht und welche Gründe wir haben, so zu entscheiden, wie wir es tun.

„Es gibt drei extrem harte Sachen: Stahl, Diamanten und die Selbstkenntnis.“

Benjamin Franklin

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